Eine SVP-Politikerin macht sich mit einer Aussage auf Twitter zum Gespött: Sie will den Klimawandel mit Hilfe eines Films erklären. Nämlich "Ice Age".

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Während die "Weltuntergangsuhr" auf zwei Minuten vor zwölf steht und europaweit Schüler für mehr Klimaschutz streiken, hat Nicole Müller-Boder ihre ganz eigene Sicht der Dinge.

Die SVP-Politikerin geht davon aus, der aktuelle Klimawandel sei nicht etwa menschengemacht. Klimawandel habe es einfach immer schon gegeben.

Greta Thunberg richtet in Davos eindeutige Worte an die Eliten.

Mit dieser Meinung ist sie nicht allein: Auch US-Präsident Donald Trump glaubt nicht an einen vom Menschen verursachten Klimawandel.

Tatsächlich gibt es einen natürlichen Klimawandel. Im Lauf der Jahrmillionen hat sich das Klima immer wieder verändert: Das Wort beschreibt "den Zustand des Klimasystems über lange Zeiträume von Jahrzehnten bis hin zu erdgeschichtlichen Zeitskalen", wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) festhält. Die Betonung liegt dabei auf "lange Zeiträume".

Anders verhält es sich mit den aktuellen Veränderungen: Die Erde erwärmt sich schneller und mit schwereren Folgen als bisher angenommen. Seit 1901 hat sich die Erde bereits um 0,8 Grad erwärmt. Was nach wenig klingt, hat dramatische Ausmaße: Zwischen Leben und Tod auf der Erde entscheiden nur 0,5 Grad.

Politikerin argumentiert mit "Ice Age" ...

Während Trump schlicht negiert, dass derzeit eine erdgeschichtlich betrachtet rasante Veränderung des Klimas stattfindet, glaubt Müller-Boder, einen Beweis gefunden zu haben.

"Wenn die Kinder den Film 'Ice Age' kennen und sehen, dass es eine Eiszeit gab, und in einem weiteren Teil gezeigt wird, wie die wieder verschwand, und sehen, dass es da noch keine Autos gab oder Industrie, werden sie auch sehen, dass es immer schon einen Klimawandel gab", schreibt die Schweizerin auf Twitter. Die Sorge ums Klima sei eine, die "von außen gemacht" werde.

Reaktionen auf den Tweet lassen nicht lang auf sich warten. "'Ice Age' ist Ihre wissenschaftliche Quelle, um den menschenverursachten Klimawandel zu leugnen?", fragt etwa der Schweizer Journalist Reda El Arbi.

Ein anderer Nutzer will von der SVP-Frau wissen, ob demnach auch "ein Ureinhörnchen Schuld an der Kontinentaldrift [ist] und daran, dass der Mars keine Atmosphäre mehr hat".

Ein Dritter weist darauf hin, dass das Tempo in den "Ice Age"-Filmen der Dramaturgie geschuldet sei. Sonst brauche der normale Klimawandel "Jahrtausende und nicht ein paar Jahrzehnte".

... und legt sich selbst ein Ei

Die Diskussion sei völlig sinnlos, moniert Müller-Boder in einer Antwort. Und sie merkt an: "Wir haben zum Beispiel auch heute keine Eiszeit in ein paar Jahrzehnten ..."

So ganz stimmt das nicht, wie Meteorologe Markus Wadsak prompt erklärt: "Ein Eiszeitalter, auch Eiszeit genannt, ist ein Abschnitt der Erdgeschichte, in dem mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist. Derzeit sind es sogar zwei."

Müller-Boder sitzt für die SVP in der Sicherheitskommission des Kantons Aargau. Zudem ist sie SVP-Großrätin und kandidiert 2019 erneut für den Nationalrat. (ank)

Verwendete Quellen:

  • Twitter
  • dpa
  • Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Wetter und Klima
  • Bildungsserver.de: Aktuelle Klimaveränderungen

Verschiedene Bewegungen propagieren, dass Menschen auf Nachwuchs verzichten sollten, um das Klima zu schützen. Ein Ethik-Experte hält diese Argumentation jedoch für fragwürdig. Denn: Ein gesundes Klima, soll doch gerade den Menschen nützen, deren Geburt man so verhindern würde.