• Beim Super-Wahlsonntag in Berlin ist es zu langen Warteschlangen gekommen.
  • In einigen Wahllokalen wurden die Wahlzettel vertauscht.
  • Bei anderen waren keine Stimmzettel mehr vorhanden.

Alle Entwicklungen bei der Bundestagswahl 2021 in unserem Live-Ticker

Bei den Wahlen in Berlin ist es am Sonntag vor zahlreichen Wahllokalen in der ganzen Stadt zu langen Warteschlangen gekommen. Wahlberechtigte mussten mitunter länger als eine Stunde bis zum Kreuz in der Wahlkabine anstehen. Der Bezirk Mitte meldete für das Wahllokal 100 zeitweise sogar Wartezeiten von mehr als zwei Stunden.

Für die rechtzeitige Stimmabgabe bedeutet das nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin: Wer bis 18:00 Uhr in der Schlange steht, darf noch wählen.

Als Gründe für die Wartezeiten wurden mehrere Faktoren angegeben. Zum einen standen in Berlin vier Entscheidungen mit entsprechend vielen und teils langen Wahlzetteln an. Neben der Bundestagswahl lief auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem konnten Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignet werden sollen.

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Hinzu kommen die coronabedingt notwendigen Hygienemaßnahmen, die auch schon bei anderen Wahlen zu Verzögerungen im Vergleich zum sonst gewohnten Ablauf geführt haben. In Berlin sind zudem zahlreiche Wahlhelfer abgesprungen. Sie sollten durch Nachrücker ersetzt werden.

Verzögerungen gab es auch durch Pannen. So wurden in einigen Wahllokalen Stimmzettel für die Abgeordnetenhauswahl aus den Bezirken Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf vertauscht. Bis die richtigen Stimmzettel vorlagen, mussten die Wahllokale zeitweise schließen.

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Lange Schlangen in Berlin und lange Gesichter bei Union und Linken

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Im Berliner Westen gehen in den Wahllokalen die Stimmzettel aus

Wie die "Welt" einen Wahlleiter eines Wahllokals im Berliner Westen zitiert: "Hier herrscht mittlerweile Chaos. Drei Wahlen und der Berliner Marathon zusammen, das konnte nicht gut gehen. Folge: Hier sind keine Wahlzettel mehr." Nachschub sei angefordert, komme aber nicht durch, da wegen des Marathons viele Straßen gesperrt seien.

Um Unruhen vorzubeugen, wurde die Polizei gerufen. "Die kommt aber erstmal auch nicht. Das kann dauern", sagte der Wahlleiter. In zwei weiteren Wahllokalen, 611 und 607 in Wilmersdorf, gingen ebenfalls die Wahlzettel aus, berichtet die "Welt". Wie die "Berliner Morgenpost" einen Wahlhelfer zitiert: "Wir haben schon Fahrradfahrer losgeschickt", sagte ein Wahlhelfer.

Wartende äußerten sich empört. Es wurde überlegt, die Stimmabgabe über 18 Uhr hinaus zu verlängern. Der Bundeswahlleiter bekräftigte, dass alle Wahlberechtigten, die sich bis 18 Uhr im Wahlraum oder aus Platzgründen davor befinden, ihre Stimme abgeben können. Inwieweit mögliche Prognosen und Hochrechnungen, die meist kurz nach 18 Uhr bekannt gegeben werden, die Wahlentscheidung beeinflussen, bleibt abzuwarten.

Bereits schon am Morgen musste die Feuerwehr Wählerinnen und Wählern helfen, in ein Wahllokal zu kommen. Wegen Problemen mit der elektronischen Schließanlage kam das Wahlteam nicht rechtzeitig wie geplant in das Gebäude der Mensa Nord des Studierendenwerkes mit den Wahllokalen 102 und 106.

"Wir mussten die Feuerwehr rufen, die mit dem Notschlüssel das Gebäude öffnen konnte", sagte Wahlvorsteher Alexander Radebach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. (dpa/sap)

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