Mit der Ibiza-Affäre ging alles los, danach kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Koalition mit der FPÖ auf. Die Folge: Vorgezogene Nationalratswahlen nur eineinhalb Jahre nach den letzten Wahlen.

Wann finden in Österreich Nationalratswahlen statt?

Die vorgezogenen Wahlen sind auf den Sonntag, 29. September 2019, datiert.

Wie kommt es zu den vorgezogenen Wahlen?

Das so genannte Strache-Video oder Ibiza-Video stürzte Österreich im Mai 2019 in den Krisenmodus: Darin zu sehen ist der damalige österreichische Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, wie er sich mit einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte auf Ibiza trifft. Das passierte im Jahr 2017, also vor den letzten Nationalratswahlen in Österreich.

In dem Video stellt Strache der Oligarchen-Nichte öffentliche Aufträge in Aussicht, sollte sie der FPÖ zum Erfolg bei den Wahlen verhelfen. Die "Ibiza-Affäre" verursachte einen Koalitionsstreit zwischen ÖVP und FPÖ.

Die Folge: Der Vizekanzler trat zurück, nachdem das Video öffentlich geworden war, Kanzler Sebastian Kurz kündigte die ÖVP/FPÖ-Koalition auf. Das Land wird derzeit von einer Übergangsregierung unter Kanzlerin Brigitte Bierlein regiert.

Welche Parteien treten zur Wahl an?

Insgesamt stehen acht Parteien zur Wahl:

  • Österreichische Volkspartei (ÖVP)
  • Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)
  • Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)
  • NEOS - Das Neue Österreich und Liberales Forum
  • Jetzt - Liste Pilz
  • Die Grünen
  • Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ)
  • Wandel (progressiv-links)

Wie ging die Nationalratswahl 2017 aus?

Der ÖVP gelang damals unter Sebastian Kurz ein historischer Sieg. Das ist das Endergebnis:

  • ÖVP: 31,5 Prozent (plus 7,5 Punkte)
  • SPÖ: 26,9 Prozent (plus/minus 0)
  • FPÖ: 26,0 Prozent (plus 5,5)
  • NEOS: 5,3 Prozent (plus 0,3)
  • Liste Pilz: 4,4 Prozent
  • Grüne: 3,8 Prozent (minus 8,6)
  • Gilt: 1,0 Prozent
  • KPÖ: 0,8 Prozent (minus 0,2)
  • FLÖ: 0,2 Prozent
  • Die Weißen: 0,2 Prozent

Zumindest zwischenzeitlich lag Heinz-Christian Straches FPÖ auf Platz zwei. Die SPÖ hat die Blauen, die bei Briefwahlstimmen traditionell schlechter abschneiden als etwa SPÖ und Grüne, schon nach der Auszählung des Großteils der Wahlkarten überholt. Die Grünen scheitern an der Vier-Prozent-Hürde.

Headerbild: imago images / imagebroker

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