Es ist eine besondere Premiere: Als Thronfolger stattete er Deutschland schon häufiger einen Besuch ab – am Mittwoch kommt Charles III. erstmals als König nach Deutschland. Zusammen mit Königsgemahlin Camilla hält sich der britische Royal bis Freitag zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik auf – ein guter Anlass für einen royalen Crashkurs, wenn es um das richtige Verhalten im Fall eines Aufeinandertreffens mit dem König kommen sollte.

Mehr News zum Thema Adel

Auch wenn das britische Königshaus auf seiner Website ausdrücklich keine offiziellen Verhaltensregeln für ein Aufeinandertreffen mit den Royals ausgibt – gewisse Regeln, deren Einhaltung als höflich erachtet werden, gibt es dennoch. Immerhin möchte man im Fall einer Begegnung mit König Charles III. (74) und seiner Ehefrau Camilla (75) nicht ungesittet dastehen. Aus diesem Grund werfen wir einen Blick auf den royalen Knigge und beantworten die wichtigsten Fragen zum richtigen – und falschen – Verhalten bei einem Treffen mit dem König des Vereinigten Königreichs.

Gibt es einen Dresscode?

Der Griff in den Kleiderschrank will bei einem Treffen mit dem britischen Königspaar gut überlegt sein. Grundsätzlich gilt: Mit einem förmlichen Outfit macht man nichts verkehrt. Dabei spielt auch der Anlass des Aufeinandertreffens stets eine entsprechende Rolle. So gibt es etwa für das alljährliche Trooping the Colour, Feierlichkeiten, bei denen im Juni der Geburtstag des Königs gefeiert wird, einen bestimmten Dresscode. Jeans, Sandalen und Shorts sind ausdrücklich nicht gestattet. Vielmehr sollten Männer einen Anzug und Frauen ein Kostüm, ein Kleid oder Rock und Bluse tragen.

Hände schütteln oder Knicks – die richtige Begrüßung

Wie auf der Website des britischen Königshauses einsehbar ist, gibt es mit Blick auf die Begrüßung keine verbindlichen Verhaltensregeln für Begegnungen mit dem König. Nichtsdestotrotz sind König Charles III. und die Königsgemahlin es gewohnt, nach königlichem Protokoll behandelt zu werden. Für Frauen bedeutet das, dass im Fall einer Begegnung ein leichter Knicks gemacht werden kann, während Männer sich vorbeugen können. Hier reicht es aus, den Kopf leicht nach vorn zu neigen. Auch wenn diese Verhalten nicht verpflichtend sind – selbst die Mitglieder der Royal Family halten sich an den "Order of Precedence", das Regelwerk der protokollarischen Rangordnung.

Wie spricht man den König richtig an?

Bei einer Begegnung mit dem König oder der Königsgemahlin gilt zunächst die oberste Regel: Das erste Wort hat stets das Mitglied der Royal Family. Bedeutet: Wer auf König Charles III. oder Ehefrau Camilla trifft, sollte so lange schweigen, bis er direkt angesprochen wird. Im Falle eines Gesprächs wird der König mit "His Majesty" und die Königsgemahlin entsprechend mit "Her Majesty" angesprochen. Im weiteren Verlauf darf dann zu der Anrede "Sir" und "Ma'am" übergegangen werden. Bei der Anrede "Ma'am" handelt es sich um die Kurzform von "Madame".

Smalltalk oder brisante Diskussionen? Das richtige Gesprächsthema

Sollte man jemals in die Situation kommen, ein Gespräch mit dem König oder der Königsgemahlin führen zu dürfen, sollte sich hier auf Smalltalk beschränkt werden. Dabei empfiehlt es sich, keine politischen oder anderweitig brisante Themen anzusprechen. Vielmehr raten Adelsexperten, ein kleines Kompliment zu machen, dabei aber auch von überschwänglichen Umgarnungen abzusehen.

Erst das Königspaar, dann die Gäste – das richtige Verhalten zu Tisch

Zugegeben, nur den wenigsten Menschen wird in ihrem Leben einmal die Ehre zuteil, gemeinsam mit dem König und der Queen Consort zu Tisch gebeten zu werden. Mit Blick auf den Deutschlandbesuch des Königspaares darf sich Profitänzerin Motsi Mabuse glücklich schätzen – denn die 41-Jährige wird beim Staatsbankett in Berlin dabei sein. Ist man zu einem Dinner eingeladen, gilt Folgendes: Man nimmt erst dann Platz, wenn das Königspaar Platz genommen hat und greift erst dann zum Besteck, wenn Charles und Camilla mit dem Essen begonnen haben. Dasselbe Muster gilt auch hier: Eine Feierlichkeit wird erst dann verlassen, wenn das Königspaar sie verlassen hat – nicht unmittelbar nach dem König und seiner Frau, aber auf keinen Fall vor ihnen. Das richtige Timing spielt im respektvollen Umgang mit den Royals ohnehin eine große Rolle. Bedeutet: Einen König lässt man nicht warten. Wir alle erinnern uns nur zu gut an den Besuch des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump bei Queen Elizabeth II., als er diese 2018 eine Viertelstunde vor Schloss Windsor warten ließ.

Selfie-Alarm: Darf man den König um ein Autogramm oder ein gemeinsames Foto bitten?

In Zeiten, in denen das Smartphone unser ständiger Begleiter ist, liegt der Wunsch nach einem Selfie mit dem König und der Queen Consort natürlich für viele Menschen nahe. Doch daraus dürfte beim Deutschlandbesuch des britischen Königspaares nichts werden. Selfies mit Mitgliedern der Royal Family lehnt das britische Königshaus in der Regel ab. Vielmehr wird empfohlen, ein "richtiges" Foto der Royals zu machen – sollte es zum gemeinsamen Posieren vor der Kamera kommen, sollte jeglicher Körperkontakt vermieden werden.

Für Autogrammjäger hingegen gibt es nichts zu holen. Mit Blick auf Autogramme der Royals handelt es sich nämlich nicht nur um eine Empfehlung des Palasts, sondern um ein offizielles Verbot: Die Königsfamilie darf keine Autogramme geben. Durch diese Maßnahme soll die Gefahr vor Unterschriften-Fälschungen minimiert werden.

Berührungen sind ein No-Go

Selbst, wenn der König zum Greifen nah an der Menschenmenge vorbeigeht: Ihn anzufassen, gilt als unhöflich. Die einzige Ausnahme: Der König bietet einen Handschlag an. In diesem Fall sollte der Handschlag erwidert werden.

Niemals dem König den Rücken zuwenden

Sollte man in den Genuss kommen, sich mit dem König ein wenig die Füße zu vertreten, lautet die oberste Regel, sich seinem Tempo anzupassen. Vor ihm herzulaufen oder ihm gar den Rücken zuzuwenden, gilt als Bruch einer der wichtigsten Höflichkeitsformen im Umgang mit Mitgliedern der Königsfamilie.

Geschenke müssen angenommen werden

Erhält die Königsfamilie ein Geschenk, muss dieses ausnahmslos angenommen werden. Wer dem König und der Königsgemahlin beim Deutschlandbesuch also etwas schenken möchte, kann davon ausgehen, dass das Geschenk zunächst behalten wird. Interessant ist hierbei, dass alle Geschenke zunächst dem König gehören, auch wenn etwa die Queen Consort eine Aufmerksamkeit erhalten hat. Später entscheidet Charles III. dann, ob das Präsent behalten, gespendet oder zurückgegeben wird. Bleibt ein Geschenk tatsächlich im Besitz der Royals, muss vom Schenkenden ein entsprechendes Formular ausgefüllt werden. Übrigens: Auf der offiziellen Website der Königsfamilie ist eine Liste mit allen erhaltenen Geschenken einsehbar.

Verwendete Quellen:

  • Website des britischen Königshauses
  • Website The Household Division: Dresscode bei "Trooping the Colour":
Interessiert Sie, wie unsere Redaktion arbeitet? In unserer Rubrik "So arbeitet die Redaktion" finden Sie unter anderem Informationen dazu, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte kommen. Unsere Berichterstattung findet in Übereinstimmung mit der Journalism Trust Initiative statt.