Ein Superlativ der besonderen Art: Das teuerste Steam-Spiel kostet 1.000 Euro - und (fast) niemand kennt es. Doch selbst herkömmliche Simulationen gehen rasch ins Geld, wenn man alle Zusatzinhalte ersteht.

Mehr Gaming-News finden Sie hier

Der VR-Titel "The Ascent Free-Roaming VR Experience" ist der blanke Horror. Nicht nur was das Genre betrifft. Auch die Kreditkartenabrechnung von Steam lässt Käufer erschaudern. Der Shooter schlägt mit stolzen 999 Euro zu Buche. Absoluter Rekord auf der Online-Vertriebsplattform.

Wer das Game zocken will, sollte darüber hinaus zusätzlich in Immobilien investieren, denn ein Wohnzimmer in Standard-Größe reicht nicht aus. Als ideale Spielfläche geben die Entwickler von Fury Games 100 Quadratmeter an. Wer auf manche Bereiche verzichten will, braucht dennoch als Mindestvoraussetzung 60 Quadratmeter Spielfläche.

Fast 1.000 Euro für ein Steam-Spiel? Die Erklärung liegt bei "The Ascent" im Kleingedruckten.

The Ascent Free-Roaming VR Experience: Rüttler sollen Boden zum vibrieren bringen

Es gibt zwar einen Einzelspielermodus, aber noch mehr Laune soll das Game laut den Entwicklern mit fünf Spielern machen, die sich gegen Monster wehren müssen. Damit man die totale Immersion erlebt, haben die Macher sich einiges ausgedacht: "Under Floor Bass Shakers" sind der große Bruder der Vibrationsfunktion auf dem Controller. Sie sollen den gesamten Boden zum vibrieren bringen, wenn sich die Dämonen nähern.

Wem eine Brille nicht reicht, um ganz in die virtuelle Welt einzutauchen: "The Ascent" ist kompatibel mit Ganzkörper-Haptik-Anzügen. Damit man die Bewegungen und den Wind hautnah spürt, können Ventilatoren eingesetzt werden. All diese Hardware-Gimmicks treiben den ohnehin schon astronomischen Kaufpreis nach oben.

"The Ascent" ist eigentlich für VR-Spielhallen gedacht.

Klingt alles megaschräg - und lässt bereits erahnen: Für den Hausgebrauch ist "The Ascent" nicht gedacht. Fury Games betreiben in Irland eine Virtual Reality-Spielhalle, in der zahlende Kunden "The Ascent" erleben dürfen. Mit dem Angebot auf Steam bieten die Entwickler auch anderen Spielhallenbetreibern die Möglichkeit, den Titel für ihre Kunden zur Verfügung zu stellen. Angesichts der Zielgruppe und des Preises ist es nicht verwunderlich, dass es bisher erst zwei Käufer gibt. Das soll natürlich niemanden davon abhalten, "The Ascent" privat zu erstehen. Ob sich die Anschaffungskosten amortisieren, wenn man von Neugierigen aus der Nachbarschaft Eintrittsgeld kassiert? Eher unwahrscheinlich.

Train Simulator 2020: Einmal alles

Aber es geht noch teurer bei Steam - zumindest wenn Fans des "Train Simulator 2020" die virtuelle Welt in vollen Zügen genießen wollen und jeden DLC kaufen. Über 500 Zusatzinhalte stehen mittlerweile zur Auswahl. Wer sie allesamt ersteht, hat danach das teuerste Bahnticket der Spielegeschichte gelöst - für rund 7.700 Euro.

Und wer schlicht alle Spiele auf Steam kaufen möchte, sollte vielleicht vorher einen Blick auf die Webseite steam.seewang.me werfen: Sie zeigt den Wert aller Titel mit und ohne Rabatte an. Stand heute: 520.000 beziehungsweise 540.000 US-Dollar für die gesamte Bibliothek.  © 1&1 Mail & Media/teleschau