• Fast vier Jahre nach seinem bis dato letzten Album hat sich Nik P. mit "Seelenrausch" zurückgemeldet.
  • Im Interview mit unserer Redaktion spricht der Hit-Schreiber ("Ein Stern") über die Gründe für seine lange Schaffenspause und frühere Schicksalsschläge.
  • Zudem klärt der 59-Jährige über sein Verhältnis zu DJ Ötzi auf und verrät, mit welchen Weltstars er gerne ein Duett machen würde.
Ein Interview

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Nik P., Ihr neues Album "Seelenrausch" ist seit Juli erhältlich - es erschien damit fast vier Jahre nach Ihrem bis dato letzten Album. Warum hat es so lange gedauert?

Nik P.: Ich hatte nach meinem 2017er-Album festgestellt, dass nach 20 Jahren und 18 Alben irgendwie die Luft raus war. Da ich die meisten meiner Songs selbst schreibe, komponiere und produziere, steckt insgesamt sehr viel Arbeit dahinter. Hinzu kamen jede Menge Auftritte. So dankbar ich für diese Zeit auch bin, merkte ich, dass ich einfach nicht mehr konnte. Ich brauchte eine Auszeit, musste dringend mal Luft holen. Ich war wie ein Getriebener, der zwischen Auftritten und Tonstudio hin und her hetzte. Eigentlich sollte "Seelenrausch" bereits im vergangenen Jahr erscheinen, doch Corona machte eine weitere Verschiebung notwendig.

Gab es zwischenzeitlich Überlegungen, Ihre Karriere komplett an den Nagel zu hängen?

Ich liebe es, Musik zu machen. Und solange es Menschen gibt, die meine Lieder hören und zu meinen Konzerten kommen, werde ich nicht abtreten. Ich wollte nie etwas anderes als Musik machen.

Wie groß ist der Anteil von "Ein Stern (... der deinen Namen trägt)" daran, dass Sie nie etwas anderes machen mussten?

Keine Frage: Ich hatte das große Glück, in meiner Karriere einen großen Hit zu landen, ohne den ich diese Aufmerksamkeit vielleicht nie bekommen hätte.

Jetzt sind Sie wieder da. Nur aus Ihrer Liebe zur Musik oder steckt mehr dahinter?

Nach dieser kreativen Schaffenspause hatte ich einfach Bock, etwas Neues zu machen, das auch die Reife widerspiegelt. Ich bin keine 20 mehr, sondern 59 Jahre alt. Mit Songs wie "Wer teilt die Farben aus" wollte ich zeigen, dass man dem Schlager auch Anspruch und Botschaften geben kann.

Sie selbst befinden sich dem Titel Ihres Albums nach zu urteilen also in einem Seelenrausch ...

Sozusagen, ja. Als ich gefragt wurde, wie das Album denn heißen soll, habe ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Ich habe meinem Team erklärt, dass ich sehr viele der neuen Songs aus meiner Seele heraus geschrieben habe. Ich befand mich in einer Art Seelenrausch. So stand das Wort auf einmal im Raum - ohne zu diesem Zeitpunkt überhaupt zu wissen, ob es dieses eigentlich gibt oder nicht.

In Ihrer ersten Singleauskopplung "Wer teilt die Farben aus" geht es um das Hadern mit dem Schicksal. Wie oft haben Sie sich bereits die Frage "Warum immer ich?" gestellt ?

Diese Frage stellte ich mir schon in der Kindheit, nachdem meine Mutter gestorben war. Ich war damals erst neun Jahre alt. In meinem Leben gab es viele Ereignisse, die mich zu diesem Gedanken geführt haben. Warum musste diesem Menschen das passieren? Warum hat der eine Glück und der andere Pech?

Sie selbst wurden von einer Krankheit zurückgeworfen, mussten operiert werden. Kam in dieser Situation die Frage nach dem "Warum?" erneut auf?

Ja, klar. Natürlich habe ich mich in dieser Zeit, in der ich mich einer Darm-OP unterziehen musste, gefragt, warum das ausgerechnet mir passieren musste. So geht es vielen Menschen im Leben. Eine richtige Antwort darauf gibt es allerdings nicht. Darum greife ich dieses Thema in dem Lied auf. Wer bestimmt eigentlich, wem was passiert? Wer teilt die Farben aus?

Nik P. wird insbesondere für seine Stimmungshits gefeiert. Werden Sie die Fans der seichten Unterhaltung trotz Ihres Anspruchsdenkens weiterhin bedienen?

Bei diesem Album habe ich großen Wert darauf gelegt, sensiblere Themen in eine gewisse musikalische Leichtigkeit zu verpacken. Letztendlich sollen die Leute zu den Songs tanzen und das Leben genießen können. Trotz ernsten Ansätzen möchte ich allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das ist mir sehr wichtig.

Böse Zungen behaupten, dass Nik P. einfach nicht von den Sternen lassen kann. Warum spielen Sie diesen Menschen mit dem Titel "Die Sterne stehen gut" jetzt auch noch in die Karten?

(lacht) Ich versuche das mal mit einer Gegenfrage zu beantworten: Gibt es wirklich jemanden, der von den Sternen lassen kann? Schließlich sind sie tagtäglich am Himmel zu sehen. Zudem ist es kein Geheimnis, dass manche Sterne die Kraft haben, die Menschen zu beeinflussen. Der Kosmos fasziniert mich seit jeher. Weil der Blick ins Universum zeigt, wie klein und unwichtig wir eigentlich sind. Dennoch nehmen wir uns so unglaublich wichtig ...

Die Sterne stehen gut für Sie. War Ihr Über-Hit "Ein Stern" dennoch Fluch und Segen zugleich?

Ich kann nicht sagen, dass dieser Song ein Fluch war, nein. Der "Stern" hat mir so viele Türen geöffnet. Von daher ist er nur ein Segen.

Ebenso häufig werden Sie mit dem Thema DJ Ötzi konfrontiert. Nerven Sie diese Fragen nach einer möglichen weiteren Zusammenarbeit?

Nerven ist das falsche Wort, aber dazu ist eigentlich alles gesagt. Ich habe mit DJ Ötzi große Erfolge feiern dürfen - mit Songs, die ich eben geschrieben habe. Zu Gerry habe ich ein gutes Verhältnis. Wir sehen uns allerdings selten, obwohl wir gar nicht einmal weit voneinander entfernt wohnen. Ich mache mein Ding, er macht sein Ding. Dennoch sage ich niemals nie, vielleicht ergibt sich irgendwann etwas. Zurzeit konzentriere ich mich allerdings auf meine Solokarriere, Duette sind kein Thema im Moment.

Welcher Star könnte Sie umstimmen?

Ich bin seit vielen Jahren ein großer Fan von Celine Dion. Es mag etwas weit hergeholt sein, aber wenn das Angebot käme, würde ich sicherlich nicht nein sagen. Ed Sheeran würde ich auch nehmen ... (lacht)

Man sieht Sie nie in einschlägigen TV-Formaten wie "Let‘s Dance" oder "The Masked Singer". Warum ist das nichts für Sie?

Ich bin wirklich nicht der Typ, den das interessiert oder der anderen Menschen sein Tanztalent unter Beweis stellen muss. Genauso wenig sehe ich mich bei "The Masked Singer". Warum soll ich mich in eine Maske quälen und versuchen, mich zu verstellen, damit mich keiner erkennt? Ich möchte auch nicht in einer Jury sitzen und jungen Künstlern vor einem Millionenpublikum sagen, was sie gut und was sie schlecht machen. Das alles bin ich nicht.

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