Es wäre der nächste in einer Reihe von Preisen gewesen: Arnold Schwarzenegger sollte am Freitag von der Organisation "California Common Cause" geehrt werden - wurde aber spontan wieder ausgeladen. Hintergrund sind Vorwürfe einer Gruppe, deren Anführerin Schwarzenegger einen "sexuellen Massenbelästiger" nennt.

Arnold Schwarzengger kann sich zurzeit kaum retten vor Auszeichnungen: Das Männermagazin GQ hatte ihn gerade bei den "Man of the Year"-Awards zur "Legend of the Century" ("Legende des Jahrhunderts") gekürt, wenige Tage später erhielt er den Medienpreis Bambi.

Die nächste Preisverleihung war für Freitag angesetzt: Arnold Schwarzenegger sollte von der Organisation "California Common Cause" wegen seines politischen Engagements für das Wahlrecht von Minderheiten geehrt werden.

Doch daraus wurde nichts. Schwarzenegger kam nicht - aus Termingründen, wie sein Sprecher zunächst erklärte.

Schwarzenegger wird Preis doch nicht verliehen

Die Veranstalter teilten allerdings noch am selben Tag in einer Aussendung mit: "Er wird unser Event nicht besuchen. Wir werden keinen Award an den ehemaligen Gouverneur Schwarzenegger verleihen."

Mitglieder einer Aktivistengruppe um die US-amerikanische Feministin Karen Pomer sollen seine Teilnahme und die Auszeichnung verhindert haben. Pomer, die auch eine Unterschriftenaktion gegen Schwarzenegger startete, wirft ihm vor, er sei ein "sexueller Massenbelästiger".

"Common Cause hat mir versichert, dass Schwarzenegger die Auszeichnung nicht erhält und ihm erklärt, dass seine Anwesenheit bei der Gala nicht mehr erwünscht ist", erklärte Pomer.


Arnold Schwarzenegger. Entschuldigung vor 14 Jahren

Die Anschuldigungen gegen Arnold Schwarzenegger sind nicht neu, aber im Rahmen der #metoo-Bewegung holen sie den Schauspieler nun wieder ein: 2003, kurz vor seiner Wahl zum Gouverneur Kaliforniens, sah er sich von mehreren Frauen mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert.

Schwarzenegger sah damals politisches Kalkül dahinter, räumte aber auch ein: "Es stimmt, dass ich bei rauen Filmdrehs dabei war und dass ich Dinge getan habe, die nicht richtig waren, die ich damals für spielerisch hielt. Aber jetzt begreife ich, dass ich Leute beleidigt habe."

Das sei nicht seine Absicht gewesen, sagte Arnie und entschuldigte sich.

2016 kamen erneut Vorwürfe auf: Die Schauspielerin Miriam Margolyes erklärte, Schwarzenegger sei am Set von "End of Days" (1999) ein "Schwein von einem Mann" gewesen. Er habe "einfach alle Frauen betatscht, die er anziehend fand".

Schwarzenegger habe sich viel auf sich eingebildet, befand Margolyes, was für sie "nicht verwunderlich" war: "Er war schließlich ein Bodybuilder aus Österreich, der zum Weltstar wurde." (af)

Während am Donnerstagabend die Bambi-Verleihung in "Das Erste" über die Bühne ging, gab es ein weitaus unterhaltsames Parallelprogramm: Auf Twitter zerpflückten Kommentatoren die Show. Eine Rede, die Fragen aufwarf, war die von Arnold Schwarzenegger. Warum sprach der Steirer nicht auf Deutsch?