Liebe Kim,

Eine Kolumne
von Christian Schommers
Diese Kolumne stellt die Sicht von Christian Schommers dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Du sollst einen wahren Albtraum in der Stadt der Liebe und Lichter erlebt haben, die Du wegen der Pariser Fashion Week mit Deiner Anwesenheit beehrt hast: Pistole an der Schläfe, mit Kabelbindern gefesselt in der Badewanne, als Mutter um Gnade flehend, mit Isolierband stumm gemacht... Die Illustratoren haben Mühe hinterher zu kommen. Du, in ihrer Vorstellung spärlich bekleidet, der Willkür brutaler Räuber ausgesetzt. Puh!

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Immer wieder wird der Raubüberfall minutiös rekonstruiert und in allen Einzelheiten beschrieben. Die nicht gesicherten Details ersparen wir uns hier. Die Fakten: Montagmorgen gegen 2:30, Paris, 8. Arrondissement in der Nähe des Place de la Concorde. Das Stadtpalais "Hôtel de Pourtalès" in der Rue Tronchet 7 mit seinen neun Luxusapartments wird von fünf, mit Sturmmasken unkenntlich gemachten und als Polizisten getarnten Männern gestürmt. Die Gangster bedrohen den Nachtportier und dringen in Dein Apartment vor, reißen Dich aus dem Schlaf und machen sich nach erfolgtem Raub auf Fahrrädern aus dem Staub. Mit einer 10-Millionen-Euro-Beute, darunter Dein Verlobungsring für allein vier, andere Schmuckstücke für fünf Millionen Euro und – pikant – zwei Mobiltelefone. Unklar ist: Wo sind Deine Bodyguards? Wo haben sich Deine Kinder – North (3) und Saint (9 Monate) – aufgehalten?

Es kommt, wie es kommen muss: "Einen Tag nach dem spektakulären Raubüberfall auf Kim Kardashian kommen Zweifel an ihrer Story auf. Allzu perfekt scheint es für die Diebe gelaufen zu sein. Allzu gescriptet und inszeniert wirkt das Horror-Szenario der gefesselten und um ihr Leben bettelnden Zweifach-Mama Kim", berichtet BILD.

Dass die Polizei, wie es immer so schön heißt, in alle Richtungen ermittelt, ist ja klar. Deine Schwestern Kourtney und Kendall waren wohl, mitsamt Bodyguard, feiern. Wo Mama Kris sich aufhielt, ist nicht bekannt. Ehemann Kanye trat in New York auf und unterbrach sein Konzert, als er von dem dreisten Überfall hörte.

Dass selbst Hollywoods beste Drehbuchautoren sich das nicht hätten besser ausdenken können, muss man wohl nicht betonen. Man spricht schon vom perfekten Verbrechen und mutmaßt, dass Du ein Opfer der so genannten "Pink-Panther-Bande" geworden bist. Diese böse Bruderschaft – es soll sich um ein Netzwerk aus etwa 200 Edel-Dieben handeln – operiert seit 1984 sehr erfolgreich und hat bislang ”geschätzte 320 Millionen Euro erbeutet!”

Und weiter: "Ihren Spitznamen bekamen sie 2003, als sie bei einem Raub in London im Stil des Films 'Der rosarote Panther' Diamanten in einer Gesichtscreme versteckten. Ihr legendärster Coup: 1984 räumten drei bewaffnete Gangster einen Juwelier im Carlton Hotel in Cannes leer, raubten Juwelen im Wert von 44 Mio. Euro!" (BILD) Dagegen machen sich Deine zehn Millionen ja geradezu – pardon – ärmlich aus.

Doch wer weiß, was der Gangster-Gang noch so einfällt?! Ein spannendes Erpressungsstück?! Aber wollen wir mal hoffen, dass Du –"schwer erschüttert, aber körperlich unversehrt", wie eine Sprecherin verlautbaren ließ – das Ärgste hinter Dir hast!

Erhol Dich gut, liebe Kim, und vergiss nicht, die Versicherung anzurufen!

Herzlichst

Dein Christian Schommers   © top.de

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