Sie hat es endgültig geschafft! Solange Knowles tritt mit ihrem dritten Album aus dem Schatten ihrer berühmten Schwester Beyoncé (35).

Mit "A Seat at the Table" hat die junge Sängerin einen melancholischen Sound voller Emotionen und politischer Statements geschaffen, der ergreifender nicht sein könnte.

1986 kam Solange Piaget in Texas als zweites Kind von Mathew und Tina Knowles zur Welt, eine ehrgeizige Familie, die mit zwei talentierten Töchtern gesegnet war und vor allem das Gesangspotential der Ältesten, Beyoncé, zu nutzen wusste. Mit der Girlsband Destiny's Child und Songs wie "Survivor", "Say My Name" oder "Bootylicious" schafften es Kelly Rowland, Michelle Williams und Queen B. Ende der 90er an die Spitze der internationalen Charts.

Im Schatten der großen Schwester

Schon früh kam die inzwischen 30-jährige Solange mit dem Druck der Musikindustrie in Kontakt und vor allem mit dem Druck besser zu sein, als alle anderen – vielleicht sogar besser als die eigene Schwester. Aber auch, wenn Solange kein Teil der berühmten Destiny's Child war, rückte sie trotzdem 2001 und 2002 mithilfe der Band in den Fokus der Öffentlichkeit.

Durch kleinere Vocal-Aufnahmen für TV-Serien wie "The Proud Family" und Filme wie "Austin Powers" machte sie als Background-Sängerin der drei R'n'B-Ladies zum ersten Mal von sich reden. Und setzte 2003 mit ihrem ersten Album "Solo Star" einen drauf. Das Knowles-Nesthäkchen ist flügge geworden und wurde nun von Kritikern unter die Lupe genommen – mit einem niederschmetternden Ergebnis. Auch ihr 2008 veröffentlichtes Album "Sol-Angel and the Hadley St. Dreams" brachte nicht den gewünschten Erfolg, und somit schaffte es die kleine Schwester nicht aus dem Schatten der großen Beyoncé.

Soul-Songs mit eleganten Melodien

Die letzten vier Jahre hat Knowles an ihrem dritten Album "A Seat at the Table" getüftelt und insgesamt 21 Tracks komponiert. "Ein Projekt über Identität, Stärke, Unabhängigkeit, Trauer und Heilung", wie sie auf ihrer Homepage erklärt. Und damit die Mission, es an die Chart-Spitze zu schaffen, aufgeht, hat sich Solange hochkarätige Promis dazugeholt und wurde unter anderem von Rapper Lil Wayne, Musiker Q-Tip und Sängerin Kelly Rowland unterstützt.

Gemeinsam mit Regisseur Alan Ferguson (53), mit dem sie seit November 2014 verheiratet ist, produzierte Solange die Videos für das Meisterwerk "A Seat at the Table" – mal in weichen Sepia-Tönen, mal in kalten Naturtönen. Doch nicht nur die visuellen Eindrücke überzeugen, sondern vor allem die sanft-erdige Stimme der Brünetten, die mit verzerrten Synth-Drums und melancholisch-verflochtenen Instrumentals unterlegt ist.

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Auffällig bei den Stücken sind ihre politischen Statements über die strukturelle Benachteiligung und Verfolgung von Afroamerikanern, die sie raffiniert in einen seidigen R'n'B-Soul-Sound mixt. Dabei geht die Mutter eines elfjährigen Jungen auf die Problematik der Polizeigewalt in den Staaten ein, bei der vor allem schwarze Bürger des Landes ihr Leben lassen. Sinnbildlich wirkt dabei ein aufgenommenes Gespräch zwischen Solange und ihrer Mutter Tina, das sie als Interlude-Monolog für ihr Album übernahm. Darin heißt es, dass für die Rechte von Schwarzen zu kämpfen noch lange nicht bedeutet, gegen Weiße zu sein.

"Ich bin Solange"

Solange Knowles scheint sich und ihren musikalischen, wie auch modischen Stil endlich gefunden zu haben. Und das zeigt sie auf ihrem Instagram-Profil, auf dem es heißt "I'm Solange"! 2016 scheint ihr Jahr zu sein.   © top.de