In den 1980er und 1990er Jahren zählte Vera Russwurm zu den wenigen Moderatorinnen der deutschsprachigen TV-Landschaft. Jetzt kündigt sie ihren Abschied vom Österreichischen Rundfunk an.

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Die österreichische Moderatorin Vera Russwurm verabschiedet sich nach 45 Jahren vom ORF und wird Ende des Jahres ihre beliebte Talkshow "Vera" beenden. Das berichtete die "Kronen Zeitung" in ihrer Sonntagsausgabe. Die gebürtige Wienerin ist auch in Deutschland bekannt, gehörte etwa in den 1990er Jahren zum Rateteam der Show "Ja oder Nein" und zählte damals zu den wenigen Moderatorinnen in großen Abendshows.

Vera Russwurm: "Mal schauen, was kommt ..."

"Ich bin glücklich, dass mir mein Publikum so lange die Treue gehalten hat", zitiert die "Kronen Zeitung" die Moderatorin. Das sei keine Selbstverständlichkeit. "Und ich bin dankbar, dass ich so viele Jahre lebensbejahende, positive Sendungen mit eigener Handschrift machen konnte." Russwurm ist seit 1978 in verschiedenen Formaten im ORF zu sehen und machte auch im deutschen TV Karriere. Zu ihrer Zukunft sagte sie: "Es heißt doch, das Beste komme immer zum Schluss! Mal schauen, was kommt ..."

Ihre Sendung "Vera" läuft immer freitags ab 21:20 Uhr auf ORF 2. Darin spricht sie mit Prominenten und Nicht-Prominenten über ihre persönlichen Erfolgsgeschichten und Lebenswege. Damit soll Ende des Jahres Schluss sein.

Als junge Mutter konzentrierte sie sich wieder auf die Heimat

Eigentlich wollte Russwurm Ärztin werden, wurde jedoch als Medizinstudentin für das Fernsehen entdeckt. Sie war die erste Jungmoderatorin des österreichischen Fernsehens. 1986 präsentierte sie zusammen mit Hans-Jürgen Bäumler die ZDF/ORF-Koproduktion "Was wäre wenn".

Es folgten weitere große TV-Shows wie "Hallo Fernsehen" oder "Familienfest", die in beiden Ländern ausgestrahlt wurden. Russwurm war eine der wenigen Moderatorinnen der damaligen Zeit.

"Beruflich waren die größten Herausforderungen sicherlich die großen 100-minütigen Live-Shows, die ich in den 80ern und 90ern im ORF, in der ARD und im ZDF moderiert hab. Meist waren das Koproduktionen zwischen dem ORF und einem deutschen Sender - mit damals noch rund 30 Millionen Menschen vorm Schirm", erinnerte sich Vera Russwurm vergangenes Jahr in einem Interview mit "News.at".

Von 1990 bis 1994 saß sie im Rateteam von Joachim Fuchsbergers Show "Ja oder Nein". Mit dabei waren auch Alice Schwarzer, Sepp Maier und Thomas Hegemann. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter arbeitete sie wieder verstärkt in ihrer Heimat. Mit ihrer eigenen Produktionsfirma brachte sie zahlreiche wöchentliche Talk-Formate heraus - zuletzt "Vera".

Ihren jahrzehntelangen Erfolg erklärte sie bei "News.at" folgendermaßen: "Vermutlich, weil ich ein TV-Leben lang ich selbst geblieben bin, dadurch auch authentisch rüberkomme und weil ich das, was ich mache, auch kann. Klingt vielleicht komisch, aber sich hinzusetzen und irgendwas zu reden oder zu fragen, macht noch keinen Talkmaster", meinte Russwurm. Mitbringen sollte man für den Beruf auf jeden Fall "Spontaneität, ehrliches Interesse an anderen, Charme und eine ordentliche Portion Mutterwitz".  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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