Fast 200 tote Arbeiter, mindestens ein Mord, mysteriöse Stimmen und Geistererscheinungen von längst verstorbenen Minenarbeitern: Viele glauben, dass der Hoosac-Tunnel in den USA verflucht ist und von den Geistern der Verstorbenen heimgesucht wird.

Im Nebel auf dem Berg waren die Minenarbeiter nur schemenhaft zu sehen: Sie trugen Schaufeln sowie Pickel und waren von einem seltsamen Licht umgeben. Sie reagierten nicht auf Rufe. Schon nach kurzer Zeit verschwanden sie und hinterließen keine Spuren. Es waren die Geister, davon sind viele Menschen überzeugt – die Geister längst verstorbener Arbeiter. Sie hatten den Hoosac-Tunnel erbaut und ihre Seelen spuken nun in der Umgebung.

Der 7,64 Kilometer lange Eisenbahntunnel gilt als einer der gruseligsten Orte in den USA. Er führt durch die Hoosac Range, einen Berg im ländlichen Massachusetts. Der Bau stand unter keinem guten Stern: Schon der erste Spatenstich verzögerte sich immer wieder, weil entweder Genehmigungen oder die nötigen Gelder fehlten. 1851 ging es endlich los. Doch im Lauf der fast 25-jährigen Bauzeit kamen dort 195 Männer ums Leben. Sie ertranken, starben bei Explosionen und Sprengungen mit Nitroglycerin und mindestens ein Arbeiter wurde ermordet. Der Tunnel bekam deshalb später den Beinamen "the bloody pit" (deutsch: die blutige Grube).

Ermordeten Geister einen Mann – aus Rache?

Einer der merkwürdigsten Vorfälle ereignete sich 1865. Er wurde nie aufgeklärt. Die drei Experten Ned Brinkman, Billy Nash und Ringo Kelley bereiteten gerade eine Sprengung mit Nitroglycerin vor. Das hochexplosive, instabile Material war erst wenige Jahre zuvor erfunden worden. Kaum jemand konnte richtig damit umgehen. Viele Unfälle passierten. So auch in der Grube in Massachusetts.

Kelley zündete die Ladung zu früh. Er rettete sich in einen Unterstand und blieb unverletzt. Die beiden anderen wurden unter Tonnen von Gestein begraben. Kurz nach dem Unfall verschwand Kelley spurlos. Spätestens dann kamen Gerüchte auf: Hatte er die Kollegen ermordet? Erst ein Jahr später tauchte er wieder auf: Er lag im Schacht an genau der Stelle, an der Brinkman und Nash gestorben waren. Offenbar war er stranguliert worden – und hatte einen schockierten Gesichtsausdruck, so die Legende.

Der Täter wurde nie entdeckt. Die Arbeiter munkelten, dass ihn die Geister der toten Männer aus Rache ermordeten hatten. Nun spekulierten viele über Gespenster in dem Tunnel. Einige wollten in der Tiefe Stöhnen, Flüstern und sogar Schreie gehört haben. Zwischen den Bäumen in der Nähe tauchten plötzlich mysteriöse Lichter auf und an den beiden Eingängen waren seltsame Erscheinungen zu sehen. Viele Arbeiter weigerten sich, den Tunnel nach Einbruch der Dunkelheit zu betreten.

13 Menschen starben nach einer Explosion

Die Eisenbahngesellschaft schickte sogar einen Detektiv in den Schacht, der herausfinden sollte, woher die merkwürdigen Geräusche kamen. Er hörte die Schmerzensschreie eines Mannes, als er mehrere Kilometer tief in den Stollen eingedrungen war. Aber kein Mensch war in der Nähe.

Tränen und Blut: Was steckt hinter den vermeintlichen Wundern?

Kurz danach ereignete sich das schlimmste Unglück im Hoosac-Tunnel. Dabei kamen im Oktober 1867 13 Menschen ums Leben. Im Haus über dem 300 Meter langen Abluftschacht gab es eine Explosion, verursacht durch eine defekte Lampe. Die brennenden Trümmerteile des Gebäudes stürzten in den Schacht, auch eine Pumpe flog in die Luft. Mehrere Arbeiter in der Tiefe wurden erschlagen, dann flutete Wasser den Stollen. Die Überlebenden erstickten langsam und qualvoll. Die Leichen wurden erst Monate später geborgen, einige von ihnen lagen auf einem provisorischen Floß, das sie in Panik gebaut hatten.

1875 wurde der Tunnel endlich fertiggestellt, nach einer Bauzeit von fast 25 Jahren. Damals galt er als technische Meisterleistung, er war der zweitlängste Tunnel der Welt und der längste in Nordamerika. Der Initiator des Bauprojekts, Alvah Crocker, erlebte die erste Fahrt eines Zuges durch den Schacht nicht mehr: Zwar durchritt er als einer der ersten den ganzen Tunnel. Doch dann starb er an einer Lungenentzündung.

Schaurige Ereignisse rund um den Tunnel

Auch nach der Eröffnung des Hoosac-Tunnels war der Spuk nicht vorbei. Arbeiter und Anwohner erzählten sich gruselige Geschichten. Immer wieder berichteten sie von rätselhaften Lichtern, auch sie hörten Geräusche oder Stimmen. Sie entdeckten die mysteriösen Minenarbeiter, die sich auf dem Berg im Nebel langsam fortbewegten, immer mit einer Schaufel auf den Schultern.

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Eine besonders schaurige Begegnung schilderten zwei Inspekteure, die den Tunnel überprüfen sollten. Sie beobachteten eine blutüberströmte Gestalt, die sich im Licht einer Grubenlampe langsam näherte. Es wurde im kälter und erst als die Figur ganz nah herangekommen war, sahen sie, dass sie keinen Kopf mehr hatte.

Angeblich fühlen sich Menschen in der Nähe des Tunnels benommen, einige sollen sogar in Ohnmacht gefallen sein. Manche dachten, dass sie Zeit verloren hätten. Ein Eisenbahnarbeiter fuhr einen Wagen mit Feuerholz in den Schacht. Doch Zeugen sahen, wie er urplötzlich wendete und wieder herausraste. Er erschien nie wieder, der Wagen wurde später im Wald entdeckt.

Die guten Geister im Tunnel

Ein Jäger war drei Tage lang spurlos verschwunden. Später berichtete er, seltsame Stimmen hätten ihm befohlen, in den Tunnel zu gehen. Dort riss ihm eine unsichtbare Kraft das Gewehr aus den Händen und schlug ihm damit auf den Kopf. Mehrere Menschen sollen in der Nähe des Tunnels gewesen und nie wieder aufgetaucht sein.

Doch die Geister im Tunnel sind offenbar nicht alle böse. Einige sollen Menschen sogar vor drohendem Unheil gewarnt haben. Ein Arbeiter, der die Schienen am Tunneleingang inspizierte, hörte eine schrille Stimme, die immer wieder rief: "Renn, renn, renn!" Der Mann gehorchte und entkam so nur knapp einem vorbeirasenden Zug.

Geisterjäger und Parapsychologen versuchten in den 1970er und 1980er-Jahren den Phänomenen auf die Spur zu kommen. Auch sie erzählten von seltsamen Erscheinungen. Einem der Gespenster-Experten begegnete ein Mann, der altmodische Arbeitskleidung trug und innerhalb eines glühenden weißen Lichts dastand. Ein anderer sagte, er habe das unangenehme Gefühl gehabt, dass ihm jemand in der Dunkelheit sehr nah gewesen sei.

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Studenten wollten ebenfalls herausfinden, was hinter dem Spuk steckte. Sie stellten ein Aufnahmegerät im Tunnel ab und holten es später wieder ab. Was sie auf den Bändern hörten, war merkwürdig: Es klang wie gedämpfte menschliche Stimmen. Wissenschaftler haben sich mit dem Tunnel allerdings nie beschäftigt.

Gerüchten zufolge gibt es im Schacht einen versteckten, zugemauerten Raum, der angeblich unaussprechlichen Horror beinhaltet. Bis heute versuchen Geisterjäger dieses Zimmer zu finden. Sie müssen aufpassen. Denn der Tunnel wird immer noch benutzt. Allerdings fahren seit den 1950er-Jahren nur noch Güterzüge hindurch.