Klimakollaps, Meteoriteneinschlag oder der Zusammenbruch des weltweiten Finanzwesens: Prepper bereiten sich auf viele unterschiedliche Notfälle vor. Doch sind die Hobby-Überlebenskämpfer sind nicht alleine. Auch der deutsche Katastrophenschutz rät zur Vorsorge für Katastrophen.

Flutkatastrophe, der dritte Weltkrieg, Atomunfälle, Erdbeben, Epidemien und Seuchen, Terroranschläge, der Zusammenbruch des globalen Bankensystems, ein Kometeneinschlag oder gleich der Untergang der Zivilisation: Es gibt Menschen, die wollen auf all das vorbereitet sein. Sie bunkern Lebensmittel, härten sich mit Survivaltraining ab und sorgen sogar mit Schutzräumen und Waffen für den Ernstfall vor. Den Tag X nennen sie "WTSHTF"-Tag (When the Shit hits the Fan, etwa: Wenn der Notfall beginnt).

Am 21. Dezember 2012 sollte eigentlich die Welt untergehen. Das prophezeiten zumindest die Maya, deren Kalender vor zwei Jahren endete. Dass die Welt diese vermeintliche Apokalypse unbeschadet überstanden hat, bedeutet jedoch nicht, dass der Weltuntergang auf lange Sicht abgewehrt ist.


Was klingt wie ein Hobby für Nerds, ist für Preppers, abgeleitet vom englischen "to be prepared" (vorbereitet sein), ein ernsthaftes Anliegen. Sie tauschen sich in unzähligen Blogs, Foren und auf Facebook-Seiten aus. Sie raten unter anderem dazu, sich fit zu halten, Schulden abzubauen, Land zu kaufen und zu lernen, wie man sich verteidigt. Auf dem amerikanischen "Survivalblog" erfahren Leser zum Beispiel, welche Waffen sich für die Jagd eignen und wie Anhänger trotz Geldmangel ein Prepper sein können. 18.000 Fans hat die Facebook-Seite "Preppers.org". Sie legt den Schwerpunkt auf Tutorials, die zeigen, wie Katastrophen-Vorbereiter Dinge selbst herstellen. Auch auf "Prepper Chicks" mit fast 50.000 Fans oder "American Preppers Network" mit fast 160.000 Interessenten geht es nur um das eine. Mindestens ebenso viele Preppers tauschen sich in geschlossenen Gruppen aus.

Taschenmesser als Grundausrüstung

Wichtige Fragen innerhalb der Gemeinschaft sind zum Beispiel, wann man bei einer Katstrophe aus den Großstädten fliehen sollte, und was zum "Everyday Carry" (EDC, ständige Alltags-Ausrüstung) gehört. Dabei geht es um Taschenmesser, Mini-LED-Lampen, Erste-Hilfe-Sets für Rucksäcke und für US-Amerikaner auch um Pistolen. Manche tragen eine Sonnenbrille mit ballistischen Gläsern oder einen Strohhalm mit integriertem Wasserfilter mit sich herum.

Wem das alles nicht reicht, kann Survival-Kurse für Prepper buchen. Innerhalb von drei Tagen sollen die Teilnehmer Krisenvorsorge, Selbstversorgung, Nahrungsanbau, Kommunikationstechniken, Erste Hilfe, Survivaltechniken und taktische Grundlagen des Eigenschutzes erlernen.


"Das Leben kann uns an Grenzen bringen"

Die knapp 1.300 Fans der Prepper Gemeinschaft Deutschland (PGD) sprechen darüber, was sie in einen Notfallrucksack packen würden und zeigen sich gegenseitig Fotos von ihren Lebensmittellagern. In einem Video im eigenen YouTube-Kanal stellen sie ihre Motivation vor: "Besucht uns, denn das Leben ist nicht nur leicht, es kann uns auch an die Grenzen bringen." Nach einer Aufzählung, welche Katastrophen drohen könnten, folgt die Feststellung:" Wir Prepper - gemeinsam stark und vorbereitet." Weitere Clips zeigen, wie Anhänger Strom erzeugen können, erklären taktische Handzeichen oder vermitteln Grundlagen im Angeln. Dazwischen finden sich Videos zu Themen wie "Zehn Katastrophen, die die Welt veränderten".

Auf YouTube können sich Interessierte Lehr-Videos anschauen. Die Clips heißen "Prepper werden - bist du auf alles vorbereitet" oder "Ten items a prepper needs". Es gibt aber auch Prepper-Anleitungen in Form von Wikis und Shops für das passende Prepper-Zubehör. In den USA buhlen zudem mehrere Reality-Shows um die Bewegung.

Millionen Anhänger in heterogener Bewegung

Dennoch sind die Prepper keine Sekte. Sie sind locker organisiert und haben unterschiedliche Auffassungen. Die Bewegung ist in den USA in den 1920-er-Jahren entstanden. Dort sollen Millionen Menschen zu den "Preppers" gehören. Sie nennen sich dort auch "Survivalists". Aber auch in Europa und anderen Teilen der Welt gibt es Anhänger.


Der Katastrophenschutz rät zur Vorbereitung

Doch neben der Hobby-Bewegung geht es auch seriöser: Auch der deutsche Katastrophenschutz rät, sich auf Krisen und Unglücke einzustellen. Sogar die Vereinten Nationen beschäftigen sich mit dem Ernstfall - bei der Weltkonferenz zur Katastrophenvorsorge.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hält etwa die Bevölkerung an, sich einen Lebensmittel- und Getränkevorrat für zwei Wochen anzulegen, Lebensmittel einzulagern, die ohne Kühlung haltbar sind, einen Campingkocher zu kaufen oder einen Wasservorrat für die Hygiene anzulegen. Die Behörde gibt auch Tipps, wie man sich im Ernstfall richtig verhält.