Der Eichen-Prozessionsspinner breitet sich in Deutschland rasant aus. Die giftigen Raupen überziehen zahlreiche Sträucher und Bäume mit ihren weißen Schleiern. In den nächsten Wochen sollten Spaziergänger und Ausflügler daher besonders auf die Tiere achten.

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Im Frühjahr sind viele Bäume und Sträucher mit weißen Gespinsten überzogen. Hierbei handelt es sich oft um die Nester des Eichen-Prozessionsspinners, der sich in Deutschland immer weiter ausbreitet. Wenn Sie den giftigen Raupen begegnen, ist höchste Vorsicht geboten.

Woran erkenne ich den Eichen-Prozessionsspinner?

Eichen-Prozessionsspinner sind am Anfang ihres Lebens gelblich-braun gefärbt. Mit der Zeit werden sie graublau bis schwarz.

Wenn sie ausgewachsen sind, können sie eine Körperlänge von bis zu vier Zentimetern erreichen.

Die Tiere sind von Anfang an stark behaart und sowohl an den weißen Schleiern als auch an kahl gefressenem Gehölz zu erkennen.

Eichen-Prozessionsspinner.

Allerdings bedeuten weiße Gespinste nicht sofort, dass Eichen-Prozessionsspinner am Werk sind. Es könnte auch sein, dass die Schleier von den harmlosen Gespinstmotten stammen.

Diese sind unbehaart und gelblich gefärbt mit schwarzen Punkten und sollten nicht getötet werden, da sie Nahrung für rund 80 Insektenarten und Singvögel sind.

Ein weiterer sichtbarer Unterschied: Während die Larven der Gespinstmotten das ganze Gehölz mit weißen Gespinsten überziehen, bilden die Raupen der Eichen-Prozessionsspinner einzelne Nester.

Wo kommen die Raupen vor?

In den vergangenen Jahren hat sich der Eichen-Prozessionsspinner rasant verbreitet. Waren früher nur einige Bundesländer betroffen, kommt er mittlerweile in ganz Deutschland vor.

Laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sind aktuell vor allem Gebiete entlang des Rheins in Deutschlands Süden und Nordosten betroffen.

Konkret kommen die Tiere auf allen Eichen-Arten vor. Wenn sie sich rasant vermehren, weichen sie auch auf Hainbuchen aus. Sie bevorzugen warme, trockene Regionen. Lichte Eichenwälder, Waldränder, Alleen und Einzelbäume sind ihr optimaler Lebensraum.

In trockenen Jahren kann es zu Massenvermehrungen kommen, dann befallen sie auch jüngere Bäume. Die Weibchen legen ihre Eier gerne an der Südseite der Bäume im obersten Kronenbereich. Dort sind die Raupen vermehrt anzutreffen.

Zu welcher Jahreszeit kommen Eichen-Prozessionsspinner vor?

Die Raupen entwickeln sich bereits im Herbst und schlüpfen schließlich in der ersten Aprilhälfte. Gefährlich werden die Tiere im Mai und Juni, wenn sie sich weiterentwickelt haben.

Dann verlieren die Raupen besonders viele Härchen, die vom Wind aus ihren Nestern getragen werden. Ab Ende Juni verpuppen sie sich und verwandeln sich in harmlose Nachtfalter.

Warum sind die Raupen so gefährlich?

Die Raupen besitzen Brennhaare, die besonders leicht abbrechen. Sie fallen auf Spaziergänger, Radler und Hobbygärtner und lösen allergische Reaktionen aus. Die mit Widerhaken versehenen Brennhaare enthalten das Nesselgift Thaumetopein.

Sie dringen leicht in die Haut sowie die Schleimhäute ein. Das kann Knötchen, Quaddeln und Hautentzündungen hervorrufen sowie einen heftigen Juckreiz. Die Hautreaktionen halten häufig bis zu zwei Wochen an und meistens sind die Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren.

Wenn Haare eingeatmet werden, kann das zu Bronchitis bis hin zu Asthma führen. Daneben sind auch Symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung möglich. In schlimmen Fällen kann es auch zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Die Haare bleiben an den Kleidern und Schuhen hängen, wodurch bei jeder Berührung neue toxische Reaktionen ausgelöst werden können.

Wenn Sie eines dieser Symptome an sich feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es gilt: Vermeiden Sie Kontakt zu den Eichen-Prozessionsspinnern und ihren Nestern. Auch in den Gespinsten können noch Haare hängen.

Die hochallergenen Larven und deren Nester sollten nur von Schädlingsbekämpfern beseitigt werden.

(Mit Material der dpa)

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