Paris (dpa) - Bei dem nahe Paris gejagten mutmaßlichen Raubtier handelt es sich entgegen erster Befürchtungen doch nicht um einen Tiger. Das sei jetzt ausgeschlossen, hielt die zuständige Präfektur von Seine-et-Marne fest.

Zuvor waren Abdrücke untersucht worden, die das von Gendarmen und Feuerwehrleuten gesuchte Tier in feuchter Erde hinterlassen hatte. Möglicherweise haben es die Jäger mit einem anderen Raubtier oder auch nur einer besonders großen Katze zu tun.

Die Suche wurde dennoch mit den vereinten Kräften von Polizei und Feuerwehren fortgesetzt. Die Bewohner der Gemeinde Montévrain, in dem der vermeintliche Tiger am Donnerstag gesehen und fotografiert worden war, wurden erneut zur Vorsicht aufgerufen.

Die Behörden hofften, das Tier in einer Treibjagd einfangen zu können, nachdem seine Fährte am Morgen in der Nähe einer Autobahn-Raststätte aufgenommen worden war. Ein Autofahrer habe die Spur entdeckt, wie französische Medien berichteten. Die Tankstelle wurde vorübergehend geschlossen. Schulen in dem etwa 40 Kilometer östlich von Paris entfernten Ort wurden überwacht. Fußgänger und Jogger sollten die Umgebung der Tankstelle meiden. Möglicherweise hatte das Tier die Autobahn dort nachts überquert.

Für den Fall einer Begegnung mit einem Tiger hatte der Direktor des Pinder-Zirkus, Gilbert Edelstein, empfohlen, keine Panik zu bekommen. Man müsse seinen Mut zusammennehmen und ganz laut schreien, am besten auf Deutsch, weil die kehligen Laute ihn beeindrucken können, erklärte er. Der Zirkus hat auch angeboten, das Tier aufzunehmen, dessen Herkunft unklar ist.© dpa