Fiese Erpressungs-Trojaner

Sie heißen WannaCry, Amnesia oder CryptoMix und sind der blanke Horror für jeden Computer-bzw. Smartphone-Nutzer: Man fährt seinen PC hoch oder schaltet sein Handy an und es erscheint ein Hinweisfenster „Your files have been encrypted“ – die Dateien auf Festplatte/ Handy wurden verschlüsselt und sind nur gegen Zahlung eines „Lösegelds“ wieder zu haben. Was Sie im Falle eines Erpressungs-Trojaners tun sollten und wie Sie am besten vorbeugen können, zeigen wir Ihnen im Tipp.
Ransomware– zu Deutsch besser bekannt als „Erpressungs- oder Verschlüsselungstrojaner“ – sind ein Thema, das immer wieder Schlagzeilen macht: Hacker nutzen ausgetüftelte Verschlüsselungsprogramme, die sie überwiegend über E-Mail-Anhänge, aber auch über infizierte Werbeflächen auf die Rechner ihrer Opfer schleusen. Die Programme verschlüsseln dann die auf den Rechnern bzw. Netzwerken befindlichen Dateien – anschließend wird der Nutzer darüber informiert und zur Überweisung eines Gelbetrags aufgefordert. Erst dann bekommt er die Dateien decodiert zurück. Das zumindest versprechen die Hacker – aber in den wenigsten Fällen kommt es wirklich wieder zur Entschlüsselung.

Prinzipiell sind alle Betriebssysteme betroffen, überwiegend stehen jedoch Windows und Android im Fokus der Hacker. Besonders Smartphones sind laut Sicherheitsplattform botfrei.de mehr und mehr Ziele der Cyber-Attacken.

Was also ist zu tun? Soll man – wenn wichtige persönliche Dateien oder Dateien mit hohem ideellen Wert betroffen sind – dem Leidensdruck nachgeben, also lieber zahlen und darauf hoffen, dass die Cyberkriminellen ihr Wort halten? Nein, auf keinen Fall - raten sowohl die Sicherheitsexperten von botfrei, als auch vom Bundeskriminalamt bzw. vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Für Cyberkriminelle sei das nur ein guter Grund, immer weiter zu machen. Stattdessen sollten Sie diese Schritte befolgen:
 
  1. Prüfen Sie als erstes, ob für diesen Trojaner evtl. eine Entschlüsselungs-Software existiert – eine Liste dazu finden Sie hier. Ist dies nicht der Fall, heißt es:
  2. Die verschlüsselten Dateien vorsorglich an einem zweiten Ablageort speichern. Ggf. wird später eine Entschlüsselungssoftware dafür entwickelt.
  3. Erst danach unbedingt den PC bzw. das Smartphone neu einrichten und zu guter Letzt:
  4. Offiziell bei einer Online-Wache der Polizei Anzeige erstatten.

Damit es erst gar nicht zum Erpressungsszenario kommt, gilt die goldene Regel „Vorbeugen“:
 
  • Wie oben beschrieben, sind vor allem die Betriebssysteme die Schwachstellen. Daher sollten Sie darauf achten, auch diese aktuell zu halten und regelmäßig sogenannte Patches – also Sicherheitsupdates – zu fahren. Wenn Ihr Betriebssystem diese nicht bereits automatisch durchführt.
  • Die zweite Sicherheitsschwachstelle sind Sie selbst: Seien Sie wachsam, wenn Sie E-Mails von vermeintlich befreundeten Kontakten bekommen, die einen dubiosen Anhang enthalten. Und vor allem dann, wenn die Absender komplett unbekannt sind. Spam- bzw. Phishing-Mails sind die häufigste Übertragungsursache von Erpressungstrojanern!
  • Installieren Sie unbedingt eine Anti-Viren-Software und halten Sie diese durch regelmäßige Updates aktuell.
  • Dasselbe gilt für die Firewall: Sie kontrolliert wie ein Türsteher eingehende Datenströme zwischen Ihrem PC und dem Internet und hält im Zweifelsfall „böse Eindringlinge“ schon im Vorhinein ab.
  • Unbedingt ratsam sind auch Backups – also vorsorgliche Datensicherungen auf anderen, getrennten Datenträgern. Regelmäßige Backups sind generell empfohlen, auch im Hinblick auf defekte Festplatten oder den Diebstahl von PC oder Smartphone.

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