Ein Blitzerfoto aus dem Urlaub ist sicher nicht die schönste Erinnerung. Deshalb sollten Autofahrer, die mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen im Ausland unterwegs sind hier besonders aufpassen.

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, kann mächtig angeschmiert sein, wenn es blitzt. Wer in einen mobilen Blitzer mit anschließender Verkehrskontrolle rauscht, wird mitunter direkt zur Kasse gebeten. Wer von einem festen Blitzer erwischt wird, der kann ab einem Bußgeld von 70 Euro mit Post aus dem Ausland rechnen.

Über Tempolimits informieren

Urlauber sollten sich schon vor Reiseantritt über die jeweiligen zugelassenen Höchstgeschwindigkeiten im Ausland informieren, beispielsweise beim ADAC. Außerdem ist es sinnvoll, nach Überqueren der Grenze auf die entsprechenden Hinweisschilder zu achten. In der Regel stehen hinter dem Grenzübergang Verkehrsschilder, auf denen die Tempolimits für Autobahnen, Landstraßen und Ortschaften angegeben sind.

Generell gilt für Autofahrer im Urlaub besonders in Ballungszentrum um große Städte oder an Autobahnkreuzen erhöhte Alarmbereitschaft. Vielfach wird genau hier geblitzt.

Besonders im Ausland aufpassen

Während in Italien feste Blitzer beispielsweise auf Autobahnen in der Regel per Hinweisschild angekündigt werden, gilt das für die meisten anderen europäischen Länder nicht. Besonders Frankreich hat in den letzten Jahren aktiv die Hinweisschilder wieder abmontiert. Im Gegensatz zu vielen festen Blitzern in Deutschland lassen sich viele Kontrollstellen im Ausland auch schwerer erkennen. So nutzen unter anderem die Schweiz und Frankreich Blitzeranlagen, die in den Leitplanken integriert sind.

Geschwindigkeitsmessungen aus dem Auto

In Italien, Österreich und in den Niederlanden wird häufig mit der sogenannten Section Control-Messung Rasern das Handwerk gelegt. Dabei wird über einen bestimmten Streckenabschnitt die Durchschnittsgeschwindigkeit des Temposünders ermittelt und mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verglichen. Wer die Schweiz zur Durchreise nutzt, sollte hier besonders auf der A2 beim Arisdorftunnel und auf der A9 im Kanton Waadt aufpassen.

Welche Strafen drohen Temposündern?

Bei einer Geschwindigkeitsübertretung von mehr als 20 km/h ist Österreich mit Strafen ab 30 Euro noch halbwegs genügsam. Teurer wird es da schon in Belgien (ab 100 Euro), Dänemark (ab 135 Euro), Frankreich (ab 135 Euro), Griechenland (ab 100 Euro), Großbritannien (ab 140 Euro), Italien (ab 170 Euro), den Niederlanden (ab 160 Euro), der Schweiz (ab 170 Euro) und Spanien (ab 100 Euro).

Wer mehr als 50 km/h zu schnell ist, muss dagegen schon sehr tief in die Tasche greifen. In Großbritannien werden bis zu 3.500 Euro fällig, in Österreich bis zu 2.180 Euro. Dahinter folgt Frankreich (bis zu 1.500 Euro), die Schweiz (ab 60 Tagessätzen), die Niederlande (ab 660 Euro), Spanien (ab 600 Euro), Dänemark (ab 535 Euro), Italien (ab 530 Euro), Griechenland (ab 350 Euro) und Belgien (ab 300 Euro).

Wer nicht zahlt, ist nicht aus dem Schneider

Wer seinen Bußgeldbescheid nicht bezahlt oder nach deutschem Recht nicht bezahlen muss, ist aber noch lange nicht vor einer erneuten Strafe sicher. Die Verjährungsfristen sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Italien beträgt die Zeit bis zur "weißen Weste" beispielsweise fünf Jahre, in Spanien vier und in Frankreich zwei. Wer in dieser Zeit erneut mit dem Auto ins Ausland einreist, kann zum Beispiel in einer Verkehrskontrolle dazu aufgefordert werden, das alte Bußgeld zu begleichen. Im schlimmsten Fall können die Polizeibeamten das Fahrzeug sogar beschlagnahmen. In solchen Fällen ist rechtlicher Beistand dann dringend zu empfehlen.  © 1&1 Mail & Media / CF