• Polizeibeamte aus Berlin geraten in Dresden mit einer Gruppe friedlich demonstrierender Studentinnen und Studenten aneinander.
  • Diese forderten mit Transparenten dazu auf, sich zum Schutz vor einer Corona-Infektion impfen zu lassen.
  • Die Situation sei "unübersichtlich und dynamisch" gewesen, verteidigen sich die Ordnungshüter.
  • Sie wurden zudem von sogenannten "Spaziergängern" auf Trab gehalten. Diese lehnen die Corona-Maßnahmen der Regierung und die Impfung ab.

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Die Polizei hat ihr Vorgehen bei einem Protest von Medizinstudenten gegen Kritiker der Corona-Schutzmaßnahmen verteidigt.

Dabei waren am Donnerstagabend in Dresden 22 Studierende vorübergehend festgehalten worden. Die Polizei nahm ihre Personalien auf. Sie müssen nun mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Notfallverordnung rechnen.

Dresden, Corona, Demonstration, Protest, Spaziergang, 2022
Gegendemonstranten halten am Abend des 13. Januar 2022 anlässlich einer als "Spaziergang" deklarierten Demonstration von Impfgegnern und Kritikern der Corona-Maßnahmen vor dem Universitätsklinikum Dresden ein Banner mit der Aufschrift "Sachsen lasst euch impfen".

Gewaltfreie Aufforderung zur Corona-Impfung

Die jungen Leute hatten sich in Arztkitteln schützend vor das Uniklinikum gestellt und auf Plakaten die Demonstranten aufgefordert, sich impfen zu lassen.

"Wir haben friedlich ein Zeichen setzen und auch den Anweisungen der Polizei Folge leisten wollen", sagte Marie-Luise Rohm, Sprecherin des Fachschaftsrates Medizin-Zahnmedizin-Hebammenkunde, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

Die Aktion sei auch friedlich abgelaufen, zu 99 Prozent seien die Kontakte mit der Polizei gut gewesen. "Wir waren froh, dass so viele Polizisten präsent waren und glauben auch nicht, dass sie absichtlich gegen uns vorgingen."

Laut Polizei war jedoch auch die Versammlung der Medizinstudenten nicht angezeigt und mit mehr als zehn Personen unzulässig.

Ministerpräsident Michael Kretschmer dankt den Studierenden

Trotzdem gab es Lob von höchster Stelle. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schrieb auf Twitter: "Ein klares und wichtiges Statement der Studierenden. Danke!"

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Bei der Räumung eines Straßenabschnittes seien die Studierenden in einer "unübersichtlichen und dynamischen Situation" von Polizeibeamten aus Berlin festgesetzt worden. Wenn man eine solche Aktion plane, sei es besser, im Vorfeld Kontakt zur Versammlungsbehörde und zur Polizei wegen eines Kooperationsgespräches aufzunehmen. (dpa/hau)

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