Die AfD hat ihre Zweifel an der Vergiftung von Alexej Nawalny - vor allem, dass der Kreml etwas damit zu tun haben könnte. Die Bundesregierung ist davon aber überzeugt.

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Die AfD hält es für fraglich, dass der Kreml mit der Vergiftung des russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny etwas zu tun haben könnte. Einen Zusammenhang zwischen dem Fall und der umstrittenen Erdgas-Leitung Nord Stream 2 herzustellen, lehnt die Partei ab.

"Keine Frage: Der Giftanschlag auf Nawalny muss aufgeklärt werden", sagte Parteichef Tino Chrupalla am Donnerstag auf Anfrage. Die Bundesregierung dürfe aber deshalb nicht Nord Stream 2 infrage stellen und dadurch "die deutsche Energiesicherheit" gefährden.

AfD-Mann stutzig wegen Nawalny-Vergiftung

Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Paul Hampel, sagte: "Nawalny hatte Gegner innerhalb und außerhalb des Kremls. Die Bundesregierung ist gut beraten, hier sachlich und mit Augenmaß vorzugehen."

Dies habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bislang nicht getan. Hampel fügte hinzu: "Zwar sind Spekulationen zu diesem Fall unangemessen, was mich allerdings von Anfang an stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass Nawalny just in dem Augenblick fotografiert wurde, als er den angeblichen 'Gift-Tee' auf dem Flughafen von Tomsk zu sich nahm."

Bundesregierung glaubt an Gift-Attacke

Sein Parteikollege, der EU-Parlamentarier Maximilian Krah, sagte: "Ob die Anschuldigungen gegen den Kreml plausibel sind, darf zumindest bezweifelt werden."

Die Bundesregierung sieht es als "zweifelsfrei" erwiesen an, dass Nawalny mit dem chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Ein Spezial-Labor der Bundeswehr hatte dies festgestellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Mittwoch von einem "versuchten Giftmord" an einem der führenden Oppositionellen Russlands. Sie sagte: "Er sollte zum Schweigen gebracht werden."  © dpa

Bundesregierung: Alexej Nawalny wurde mit Nervenkampfstoff vergiftet

Festgestellt habe dies ein Spezial-Labor der Bundeswehr auf Veranlassung der Charité, hieß es.