Auf Facebook heißt es, ohne Steuern würde der Liter Benzin statt zwei Euro nur noch 60 Cent kosten. Wir zeigen wie hoch der Steueranteil beim Spritpreis ist und wie sich dieser zusammensetzt.

"Der Staat ist das Problem" heißt es in einem viralen Facebook-Post. Ein Nutzer beklagt sich darin über die hohen Benzinpreise und schreibt, ohne Steuern würde ein Liter Benzin 60 Cent statt zwei Euro kosten. 22.000 Mal wurde der Beitrag auf Facebook geteilt. Doch die Behauptung ist falsch, denn Steuern machen etwa die Hälfte des Benzinpreises aus.

Der Beitrag auf Facebook wurde am 8. März 2022 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt kostete Benzin in Deutschland mit Steuern laut der Europäischen Kommission 2,067 Euro pro Liter. Ohne Abgaben und Steuern läge der Preis laut der Kommission bei 1,082 Euro pro Liter.

Wie der Benzinpreis zustande kommt

Das bestätigt auch der ADAC: Steuern machen nach dessen Angaben rund 48 Prozent des Benzinpreises aus. Laut der Tankstellenkette Aral sind es 49 Prozent.

Das Bundesfinanzministerium schildert auf seiner Webseite, welche einzelnen Steuern und Abgaben in den Endpreis einfließen. Zum einen ist da die Energiesteuer mit 65,45 Cent pro Liter. Hinzu kommt mit 7,06 Cent pro Liter die CO2-Abgabe, die es seit Januar 2021 in Deutschland gibt. Weitere 0,27 Cent pro Liter kommen für die Erdölbevorratungsabgabe hinzu. Zum Netto-Verkaufspreis kommen schließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer dazu.

Abgesehen von diesen Steuern und Abgaben gibt es auch weitere Komponenten, die den Endpreis für den Verbraucher beeinflussen. Laut ADAC sind das etwa der Preis der Rohstoffe, deren Verarbeitung und Transport und die Gewinnmarge der beteiligten Unternehmen. Die Spritpreise sind auch stark von der Rohöl-Nachfrage abhängig.

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