• Die EU-Staaten einigen sich auf einen Notfallplan zur Reduzierung des Gas-Konsums.
  • Der Plan soll die Risiken im Falle einer vollständigen Unterbrechung der Gas-Lieferungen abfedern.
  • Ab Mittwoch werden nur noch 20 Prozent der möglichen Kapazität durch Nord Stream 1 erwartet.

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Die EU-Staaten einigten sich am Dienstag auf einen Notfallplan zur Drosselung des Gaskonsums. Bei einem Treffen der Energieminister in Brüssel kam die notwendige Mehrheit zusammen, wie die tschechische Ratspräsidentschaft bestätigte. Der Plan soll vor allem die Risiken reduzieren, die bei einer vollständigen Unterbrechung russischer Gaslieferungen entstünden. Für Mittwoch hat der Konzern Gazprom angekündigt, den Gasfluss durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 von 40 auf 20 Prozent der Kapazität weiter abzusenken.

EU-Staaten sollen Erdgas sparen - aber viele Ausnahmen

Wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, sollen die Mitgliedsstaaten den nationalen Konsum im Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 freiwillig um 15 Prozent zu senken. Zudem soll die Möglichkeit geschaffen werden, bei Versorgungsengpässen einen Unionsalarm auszulösen und verbindliche Einsparziele vorzugeben. Die Einigung sei ein «starkes Zeichen gegen alle Spötter und gegen alle Verächter» der EU, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

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Im Vergleich zum Entwurf der Kommission sind aber deutlich mehr Ausnahmen vorgesehen; die Hürden zur Einführung verbindlicher Sparziele wurden erhöht. Als eine Ausnahme werden Länder wie Zypern, Malta und Irland nicht zum Sparen verpflichtet, solange sie nicht direkt mit dem Gasnetz eines anderen Mitgliedstaats verbunden sind.

Kremlsprecher Dmitri Peskow: "Die EU schadet sich mit ihren Sanktionen selbst"

Durch die für Deutschland wichtigste Gasleitung Nord Stream 1 sollen ab Mittwoch nur noch 33 Millionen Kubikmeter täglich fließen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau, die EU schade sich mit ihren Sanktionen selbst. Die Strafmaßnahmen erschwerten die notwendige Reparatur von Gasturbinen. "Wenn es diese Einschränkungen nicht gäbe, würden alle Reparatur-, Garantie- und Servicearbeiten in der üblichen, routinierten, operativen Ordnung erfüllt werden".(jst/dpa)

Robert Habeck

Habeck äußert sich zu Gasvorräten und steigenden Energiepreisen

Auch Deutschland zahlt einen hohen Preis für Putins Krieg in der Ukraine, den Bürgerinnen und Bürger immer deutlicher zu spüren bekommen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) äußert sich heute bei einer Pressekonferenz in Berlin zu den Gasvorräten und explodierenden Energiepreisen. Ruft er die Alarmstufe des Notfallplans Gas aus?