Die Türkei stellt im Fall Jamal Khashoggi Haftbefehle gegen zwei Saudis aus. Brisant für den Kronprinzen Mohammed bin Salman: Einer von ihnen ist sein enger Vertrauter.

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Der Istanbuler Generalstaatsanwalt hat im Fall des ermordeten saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi Haftbefehle für zwei hochrangige saudische Beamte ausgestellt.

Einer von beiden ist Saud al-Kahtani, einer der engsten Berater von Kronprinz Mohammed bin Salman, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch berichtete. Nach offiziellen Angaben ist er mittlerweile entlassen worden.

Ehemaliger Vizechef des Geheimdienstes ist verdächtig

Der andere Haftbefehl erging demnach gegen den ehemaligen Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri. Beide halten sich in Saudi-Arabien auf. Sprecher des Generalstaatsanwalts wollten die Haftbefehle nicht unmittelbar bestätigen.

Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Die türkischen Behörden machen ein aus Saudi-Arabien angereistes Mordkommando dafür verantwortlich.

Auch US-Senatoren sehen bin Salman als Drahtzieher

Der saudische Kronprinz wird verdächtigt, die Tat in Auftrag gegeben oder zumindest von ihr gewusst zu haben.

Zu diesem Schluss kamen auch etliche US-Senatoren nach einem Briefing der CIA. Sie zeigten sich überzeugt, dass Mohammed bin Salman an der Ermordung des regierungskritischen Journalisten beteiligt war.

Zwei Republikaner - Bob Corker und Lindsey Graham - stellten sich dabei direkt gegen Trump: Graham sagte mit Blick auf den Kronprinzen: "Ich denke, dass er verrückt ist, ich denke, dass er gefährlich ist, und er hat die Beziehung gefährdet."

Trump hatte zuvor mehrfach deutlich gemacht, dass er eine Mitschuld des Kronprinzen nicht für erwiesen halte und die Partnerschaft sowie die Geschäfte mit Saudi-Arabien nicht riskieren wolle. (ank/dpa)

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