Nachdem Gerichte das Verbot gekippt haben, demonstrieren erneut Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Politik, darunter auch rechte Gruppierungen. Inzwischen hat die Polizei die Versammlung wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzauflagen aufgelöst, doch noch immer sind Tausende Demonstranten auf den Straßen. Wir begleiten die Ereignisse im Live-Blog.

  • 16:02 Uhr: Tausende Demonstranten trotzen Polizeiaufruf zur Auflösung der Demo
  • 13:15 Uhr: Polizei löst Versammlung wegen Verstößen gegen Auflagen auf
  • 12:30 Uhr: Polizei verhängt Maskenpflicht für Demonstration

Polizei: Mehrere Tausend Menschen demonstrieren an Siegessäule

16:02 Uhr: Nach Auflösung der ersten Demonstration in Berlin-Mitte haben sich am Samstagnachmittag viele Tausend Menschen aus Protest gegen die Corona-Politik an der Siegessäule und an der Straße des 17. Juni versammelt. Polizeisprecher Thilo Cablitz sprach von mehreren zehntausend Teilnehmern.

Die rund zwei Kilometer lange Strecke war mit Demonstranten gut gefüllt. An der Straße des 17. Juni sollte es ab am Nachmittag eine Kundgebung geben.

Die Polizei rief die Menschen auf, nicht weiter hinzuzuströmen:

Sitzblockaden und Festnahmen am Rand der Corona-Demo

14:47 Uhr: Nach der angeordneten Auflösung des Protestzugs ist die Polizei zu verschiedenen Einsätzen im Stadtzentrum ausgerückt. So legten sich am Samstag auf dem Schiffbauerdamm rund 40 Menschen Boxbandagen an, wie die Polizei berichtete. In der Universitätsstraße seien zudem Hindernisse auf die Fahrbahn gebracht worden. In der Friedrichstraße habe außerdem ein Baucontainer gebrannt, zudem habe es eine Festnahme nach einem Flaschenwurf gegeben.

Auf Videos und Fotos war auch zu sehen, wie die Polizei Demonstranten wegtrug oder abdrängte, die auf der Straße sitzen blieben und nicht freiwillig gingen.

Die Polizei war mit rund 3000 Beamten im Einsatz. Am Nachmittag forderte die Einsatzleitung einen Hubschrauber an. Er sollte ein Livebild übertragen, um einen besseren Überblick über die Situation zu gewinnen. (mf)

Polizei löst Versammlung wegen Verstößen gegen Auflagen auf

13:15 Uhr: "Widerstand" skandieren die Menschen, die am Samstag in Berlin gegen die Corona-Politik protestieren. Die meisten sind ohne Masken gekommen, viele ignorieren den Mindestabstand. Die Polizei hat nun reagiert reagiert und die Versammlung wegen Verstößen gegen Schutzauflagen aufgelöst.

"Es bleibt uns leider keine andere Möglichkeit: Wir sind an den Versammlungsleiter der Demo herangetreten und haben ihm mitgeteilt, dass seine Versammlung polizeilich aufgelöst wird", teilte die Polizei am Samstag per Twitter mit.

Bis Samstagmittag versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 18.000 Menschen in Berlin-Mitte (siehe 12:03 Uhr). Die Demonstration hätte um elf Uhr beginnen sollen. Die Teilnehmer seien "mehrfach vergeblich aufgefordert" worden, die Abstände einzuhalten.

Die Polizei ließ den geplanten Demonstrationszug durchs Stadtzentrum am Samstagmittag aber nicht starten, weil die Mindestabstände zum Infektionsschutz nicht eingehalten wurden und die Demonstranten überwiegend auch keine Alltagmasken trugen. Nach längerer Wartezeit und Verhandlungen mit den Veranstaltern erklärte die Polizei schließlich die Auflösung der Versammlung.

Auf der Friedrichstraße, wo die Demo starten sollte, sammelte sich eine sehr breite Mischung von Bürgern, darunter Junge und Alte sowie auch Familien mit Kindern. Am Brandenburger Tor und anderen Orten waren auch Flaggen mit Reichsadler, T-Shirts in Frakturschrift und andere Symbole von Rechtsextremisten zu sehen. (mf)

In der Friedrichstraße in Berlin-Mitte stehen die Teilnehmer der Demonstration gegen die Coronavirus-Auflagen dichtgedrängt.

Polizei verhängt Maskenpflicht

12:30 Uhr: Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, halten viele Demo-Teilnehmer trotz mehrfacher Aufforderung die Mindestabstände zum Schutz vor Corona-Infektionen nicht ein. Daher wurde vom Einsatzleiter das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes "zur Auflage" gemacht.

Die Sprecherin der Polizei sagte auch, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden und dann auch keine Masken getragen werden, wäre es "das letzte Mittel", den Demonstrationszug nicht starten zu lassen und die Versammlung aufzulösen. (jwo)

18.000 Demonstranten in Berlin

12:03 Uhr: Aus Protest gegen die Corona-Politik haben sich in Berlin-Mitte nach Schätzungen der Polizei fast 18.000 Menschen versammelt. Es gebe aber noch Zustrom zu einem geplanten Demonstrationszug, sagte eine Sprecherin am Samstagmittag. (jwo)

Auftakt der Großdemo in Berlin: Rund 1.000 Menschen versammelt

10:46 Uhr: In Berlin haben sich auf der Straße Unter den Linden am Samstagvormittag bereits rund 1.000 Teilnehmer für eine größere Demonstration gegen die Corona-Politik versammelt. Von dort soll ein Aufzug mit Protestierern durch Berlin ziehen zum Tiergarten und bis zur Straße des 17. Juni.

Vor dem Brandenburger Tor standen am Vormittag bereits viele Polizisten. Demonstrierende schrien "Tor auf" und skandierten "Wir sind das Volk". Eine riesige Deutschlandflagge war auf dem Boden vor dem Brandenburger Tor ausgelegt.

Zu sehen waren auch Fahnen im Stil der bei Rechtsextremisten beliebten Reichskriegsflagge. Die Initiative Querdenken plant eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet waren. (jwo)

Mit Material von dpa und afp.
Teaserbild: © Bernd Von Jutrczenka/dpa