Im Netz kursiert ein Video, das einen Mann zeigt, der angeblich in einem Supermarkt mit russischen Produkten in Regensburg randaliert. Das Video ist aber alt und entstand überhaupt nicht in Deutschland.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nehmen laut Medienberichten Anfeindungen gegen Russen und russischstämmige Menschen in Deutschland zu. In diesem Kontext verbreitet sich in sozialen Netzwerken (wie hier bei Twitter oder Telegram) ein Video mit der irreführenden Beschriftung: "Mix Markt Regensburg".

Darin ist ein Mann zu sehen, der angeblich in einem Supermarkt mit russischen Produkten randaliert, wie einige Nutzerinnen und Nutzer behaupten. CORRECTIV.Faktencheck hat recherchiert, woher das Video wirklich stammt.

Die Qualität der Aufnahmen ist schlecht – Details wie Produktnamen in den Regalen lassen sich dadurch nicht leicht erkennen. Eine Bilderrückwärtssuche liefert jedoch den entscheidenden Hinweis, dass das Video nicht aus Deutschland stammt.

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Das Video entstand im Jahr 2019 in Russland

Ein Screenshot des Videos führt in der Suchmaschine Yandex zu einem Artikel einer russischen Nachrichtenseite vom 26. März 2019. Darin ist dasselbe Video zu sehen, das in den aktuellen Social-Media-Beiträgen Regensburg zugeordnet wird.

Tatsächlich entstand es aber laut dem Artikel in Ulyanowsk in Russland, in einer Filiale der Einzelhandelskette Magnit. Auch die lokale Nachrichtenseite "Ulyanovsk Express" berichtete darüber: Demnach sei der Randalierer ein Anwohner der Stadt und vermutlich betrunken gewesen.

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