Bald möchte er US-Präsident werden, doch bisher ist er vor allem als Großmaul und Multimilliardär bekannt – der 69-jährige Donald Trump. Mit Immobilien hat er einen riesigen Reichtum angehäuft. Doch auch die besten sind nicht vor Pleiten gefeit.

Donald Trump kennt viele Wege, um aufzufallen: seine skurrile Haartolle, seine Bewerbung als nächster US-Präsident oder einfach nur seine verbalen Ausfälle. Über Mexikaner schimpfte der 69-Jährige, "sie bringen Drogen, Kriminalität und Vergewaltiger." Und Präsident Barack Obama nannte er schon einen "Versager".

Er ist milliardenschwer, gilt als geltungssüchtig - und macht mit rassistischen Kommentaren auf sich aufmerksam: Donald Trump hat mit seiner Präsidentschaftskandidatur dem Vorwahlkampf in den USA mächtig eingeheizt. Glaubte man anfangs noch an einen PR-Coup, ist jetzt klar, dass der Immobilien-Tycoon es ernst meint und wirklich ins Weiße Haus einziehen will. Umfragen sehen ihn schon vor seinen republikanischen Mitbewerbern. Doch wie groß sind Trumps Chancen wirklich?

Dass ihm wegen seiner Exzentrik möglicherweise Geschäfte durch die Lappen gehen, muss Trump jedoch nicht kümmern. Der Republikaner hat mit seinem Firmenimperium einen gigantischen Reichtum angehäuft. Trump selbst bezifferte sein Vermögen kürzlich auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar, allein im vergangenen Jahre habe er 362 Millionen Dollar verdient. Das US-Magazin Forbes hingegen geht von rund vier Milliarden Dollar Gesamtvermögen aus.

So oder so: Trump kann kaufen, was er will. Doch wie ist er eigentlich zu seinem Geld gekommen? Wir geben einen Einblick in seinen Aufstieg – und zeigen, dass auch ein Milliardär nicht immer den richtigen Riecher hat.

#1: Mietskasernen – Wie alles begann

Der Anfang für Trump war einfach: Sein Reichtum wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Schon Vater Fred C. Trump hatte es mit Immobilien zum Multimillionär gebracht. Vor allem mit dem Bau von Mietskasernen in New Yorks verdiente Trump senior Geld und spezialisierte sich auf erschwingliche Wohnungen. Und auch der Sohn stieg früh in die väterliche Firma ein.

#2: Immobilien – Wie der Vater, so der Sohn

In den 1970er-Jahren übernimmt Trump Führungsaufgaben, da ist er noch keine 30 Jahre alt. 1974 macht er sich in Manhattan selbstständig – natürlich ebenfalls mit Immobilien. Los geht es mit dem bankrotten Commodore Hotel, fünf Jahre später ist daraus das "Grand Hyatt Hotel New York" geworden. Innerhalb weniger Jahre sammelt Trump ein beachtliches Vermögen an und baut es bis heute aus: Er wird zum Tycoon. Das Unternehmen des Vaters nennt der Geschäftsmann kurzerhand "The Trump Organization".

Zu den Investitionen gehören Hochhäuser, Wohnungen, Hotels, Golfplätze, Restaurants und sogar eine Modelagentur. Allein die Golfplätze bringen laut Trumps offizieller Offenlegung jährlich rund 200 Millionen Dollar ein. In dem Dokument listet er insgesamt 515 Firmen auf, an denen er beteiligt ist oder die ihm ganz gehören. Auch unterhält er mehrere Aktiendepots im Wert von bis zu 80 Millionen Dollar. Ein Beispiel: Allein seine Apple-Aktien sind fünf Millionen Dollar wert.

#3: Trump-Gebäude überall

Geld in immer neue Bauten zu stecken und damit reich zu werden, ist das eine. Das eigene Geltungsbedürfnis zu stillen, das andere. Donald Trump jedenfalls kann munter durch die USA reisen und ständig seinen eigenen Namen lesen – denn vielen Gebäuden hat er das Label Trump verpasst. Bestes Beispiel ist der "Trump Tower", in dem auch die "Trump Organization" residiert. Auch der "Trump Worlud Tower" steht in New York. Dort ragt zudem "The Trump Building" im Finanzdistrikt in die Höhe – allein die Einnahmen durch die monatlichen Büromieten auf 71 Stockwerken dürften die Jahresgehälter der meisten Menschen übersteigen. Hinzu kommen unzählige kleine Immobilieninvestitionen, die zwar nicht mit Trumps Namen überschrieben sind, aber beständig Geld in die Kasse spülen: insgesamt 41 Millionen Dollar im vergangenen Jahr, wie Trump darlegt.

#4: Hotels in ganz Nordamerika

Wenn Trump auf einer Reise übernachten will, muss er nicht lange suchen. Denn nicht nur Büro- und Wohngebäude gehören zu seinem Portfolio, sondern auch Hotels. "Trump International Hotel and Tower" stehen neben New York etwa in Las Vegas, Chicago und sogar im kanadischen Toronto. Nicht alle gehören Trump alleine, in Chicago hält er zum Beispiel nur Anteile. Und die kleinen Beteiligungen sind nicht nur Aushängeschilder für die Marke Trump, sondern bringen auch Bares: Fast zehn Millionen Dollar hat der Tycoon innerhalb eines Jahres laut Offenlegung allein mit der Lizensierung seines Namens verdient.

#5. Eigene Airline – Trump hebt ab und erlebt eine Bruchlandung

"Trump Shuttle": Das klingt nach einem einfachen Weg, um schnell die einzelnen Schauplätze des eigenen Imperiums zu besuchen. Tatsächlich war Donald Trump Anfang der 1990er-Jahre mit einer eigenen Airline unterwegs (meist kurz "Trump" genannt). Doch lange währte das Vergnügen nicht. Trump wollte eine Luxus-Kurzstrecke von New York nach Boston und Washington anbieten. Als die Idee floppte und Gewinne ausblieben, folgte nach dem Start 1989 schon 1992 die Bruchlandung.

#6: Casinos – zum vierten Mal pleite

Glückspiel ist verlockend, der Versuchung des schnellen Gewinns kann kaum jemand widerstehen. Das dachte sich wohl zumindest Trump, als er in den 1980er-Jahren seine eigene Casino-Kette gründete. Aber die Geschäfte wollten nie so recht in Fahrt kommen. Schon viermal musste "Trump Entertainment Resorts" in seiner Geschichte Insolvenz anmelden, zuletzt hatte es sich 2014 ausgespielt. Der Gruppe gehörten da noch zwei Casinos in Atlantic City, das "Trump Plaza" und das "Trump Taj Mahal". Letzteres wurde einst von Michael Jackson persönlich eröffnet und soll eine Milliarde Dollar gekostet haben. Bei der Pleite 2011 distanzierte sich Trump von den Geschäften. Als er von einem Reporter gefragt wurde, wofür er dann bezahlt werde, blaffte Trump: "Wegen meines Genies!"

#7: Trump als Autor – wie man reich wird

Reich werden wie Trump: Dieses Konzept verkauft der Milliardär inzwischen auch in zahlreichen Büchern. Schon die Titel kommen reißerisch daher: "Nicht kleckern, klotzen! Der Wegweiser zum Erfolg – aus der Feder eines Milliardärs" heißt eines. Ein anderes: "Wie man reich wird: Ansichten und Einsichten eines Multimilliardärs". Auf den Titeln sieht Trump häufig aus, als würde er in die Kamera grölen, den Arm hat er gern ausgestreckt, die Finger zur Pistole geformt. Nicht weniger martialisch klingen manche Kapitel, "Seien Sie ein General" ist eines überschrieben. Andere wiederum sind so trivial benannt, dass man sich fragt, ob es für solche Tipps wirklich ein eigenes Buch braucht. Zum Beispiel: "Engagieren Sie eine großartige Assistentin" oder "Reden Sie Klartext".

Ob schon das allein zu großem Reichtum führt, kann wohl jeder selbst herausfinden.