In seiner letzten Rede zur Lage der Nation als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hatte Barack Obama die populistischen Tiraden Donald Trumps kritisiert. Der republikanische Präsidentschaftskandidat schießt prompt zurück.

Barack Obama wird nach achtjähriger Amtszeit als US-Präsident im Januar 2017 das Weiße Haus räumen.

Im Ringen um seine Nachfolge poltert vor allem Donald Trump mit schrillen Tönen und fremdenfeindlichen Botschaften durch den Vorwahlkampf.

Nebenbei teilt der Republikaner auf tiefstem Niveau gegen seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton aus und lässt keine Chancen ungenutzt, um vor allem die innenpolitischen Leistungen Obamas, wie etwa die Gesundheitsreform, zu diskreditieren.

Darüber hinaus machte Trump immer wieder mit fremdenfeindlichen Tiraden Stimmung gegen Moslems und Mexikaner.

Für Obama ist diese Form des Wahlkampfs unerträglich und inakzeptabel. Daran ließ der scheidende Amtsinhaber auch in seiner Rede zur Lage der Nation keinen Zweifel.

Obama kritisiert Trumps Tiraden

Zwar vermied es der US-Präsident, den Namen Donald Trump zu erwähnen, doch am Adressaten seiner Kritik bestand kein Zweifel:

"Unser öffentliches Leben verkümmert, wenn immer nur die extremen Stimmen Aufmerksamkeit bekommen", mahnte Obama und meinte Trump.

In den rassistischen Hetzreden des Milliardärs sieht Obama einen direkten Angriff auf den gesellschaftlichen Frieden: "Deshalb müssen wir jede Politik ablehnen, die Menschen wegen ihrer Rasse oder ihrer Religion angreift."

Auch die wirtschaftliche Situation, mit deutlich gesunkenen Arbeitslosenzahlen, wollte sich Obama nicht von republikanischer Seite schlechtreden lassen: "Alles Gerede von einem wirtschaftlichen Niedergang der USA ist heiße Luft."

Die Antwort von Donald Trump ließ nicht lange auf sich warten. Noch während Obama redete, twitterte der 69-Jährige, die Ansprache sei "schwer zu ertragen."

Trump lästerte im Anschluss weiter auf Twitter über Obama: "Die Rede zur Lage der Nation war einer der langweiligsten, schwafeligsten und substanzlosesten, die ich seit langer Zeit gehört habe."

Seine Feststellung verknüpfte Donald Trump mit der klaren Forderung nach einem eiligen Führungswechsel.

Amerikaner reagieren positiv auf Rede

Viele Amerikaner waren indes anderer Meinung. Einer Umfrage des TV-Senders CNN zufolge war die mehrheitliche Reaktion der Amerikaner positiver als bei allen sechs "State of the Union"-Reden Obamas zuvor.

Der unabhängige Senator Angus King wollte gar "die beste Rede seit seinem Amtsantritt vor acht Jahre" gehört haben.

Obama wirkte in seiner letzten Rede wie ein Elder Statesman, der den Fokus der Menschen auf die wirklichen Herausforderungen zur gemeinsamen Gestaltung einer positiven Zukunft lenkte.

Eine rhetorische Fähigkeit, mit der sich Donald Trump als selbsternannter Amtsnachfolger bislang eher nicht hervorgetan hat.