So angriffslustig hat man die ARD selten erlebt: "Will uns vielleicht noch irgendjemand wg. des #Rundfunkbeitrags beleidigen? Sind gerade in Stimmung", twitterte die ARD provokant an seine Follower. Die Intention war klar: in der ewigen Debatte über den Sinn und Unsinn der Rundfunkgebühr in die Offensive gehen statt nur immer auf verbale Prügel der Kritiker zu reagieren.

Seit Jahren diskutiert Deutschland über die Rundfunkabgabe. Für einige ist die Pflichtzahlung für den Empfang des öffentlich-rechtlichen Angebots die letzte Bastion journalistischer und kultureller Unabhängigkeit in Zeiten der Massenmedien. Andere dagegen sehen sie als antiquiert an.

Seit der großen Reform Anfang 2013 gilt: Jeder Haushalt in Deutschland muss den Rundfunkbeitrag bezahlen, egal, ob sich darin tatsächlich ein Fernseher, Radio oder Internetanschluss befindet oder nicht. Dieser Beschluss heizte die Diskussion weiter an. Doch so sehr das Thema auch die Gemüter erhitzt, für die ARD war Angriff statt Verteidigung offenbar eine clevere Taktik. Denn unter den Kommentaren findet sich überraschend viel Zuspruch für die Rundfunkgebühr.

"Find ich okay"

"Auch wenn der #Rundfunkbeitrag oft kritisiert wird, sind wir doch eigentlich echt froh dass es euch gibt #Weltmeister ;-)", schreibt beispielsweise Twitter-User "GER_iiTrevor". "@ARD_Presse wegen #Rundfunkbeitrag: Find ich okay. Sendungen wie 'Der Tatortreiniger' oder die 'Heute Show' rechtfertigen die", findet auch Twitterer "Melancholibri". Andere Stimmen sind da weniger versöhnlich, so kommt bei User "Toph" das deutsche Gebührenfernsehen im europäischen Vergleich schlecht weg: "#BBC ist mit geringerem Etat BBC. #ARD mit mehr Etat einfach teures Privatfernsehen."

Seit Kurzem geht es auch den hartnäckigsten GEZ-Verweigerern an den Kragen. Wer sich bis jetzt noch nicht selbstständig für die Abgabe angemeldet hat, wird bis zum Ende des Jahres schlicht zwangsangemeldet. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich dazu einfach von den Einwohnermeldeämtern die Adressen geben lassen. Für viele Zahlungsverweigerer wird das ein böses Erwachen: Wer seit dem Januar 2013 nicht gezahlt hart, wird jetzt nachzahlen müssen. Bei 22 Monaten versäumten Gebühren macht das rund 400 Euro pro Haushalt.  © Glutamat