Die "Giraffenaffen" sind wieder los: Zum dritten Mal nehmen sich bekannte Künstler zugunsten der Kinder-Hilfsorganisation "Die Arche" ihrer Lieblingskinderlieder an. Mit dabei sind dieses Mal unter anderem Tim Bendzko, Beatrice Egli und Henning Wehland. Zumindest meine Kinder sind begeistert.

Wie soll ein erwachsener Mann ein Album mit Kinderliedern vernünftig beurteilen? Natürlich ist es schön, Klassiker wie "Vielen Dank für die Blumen", "Wickie" oder "Hej Pippi Langstrumpf" im neuen Gewand zu hören, und natürlich stellt sich sofort ein gewisser Nostalgie-Effekt ein. Aber ich bin ja nicht die Zielgruppe.

Deshalb kommt die Wertung von echten Experten: meinen Kindern. Der Bub ist fünf, das Mädchen drei Jahre alt, und beide sind begeistert von den "Giraffenaffen". Natürlich nicht von allen Liedern, aber zumindest vom Großteil. "Nessaja", Peter Maffays Hymne auf die Jugend etwa kennen sie als Titellied von "Tabaluga", und nach ein paar Anlaufschwierigkeiten gefällt ihnen auch die Version von Tim Bendzko ganz hervorragend. Auch wenn da im Text von kleinen Drachen keine Rede ist. "Wickie" von Schandmaul und "Anne Kaffeekanne" in der Version von Leslie Clio können sie auf Anhieb mitsingen.

Andere Lieder überspringen die beiden: Für "Kommt ein Vogel geflogen" von Mark Forster und "Schlaft alle" von Lena etwa geht der Daumen nach unten. Dafür freut mich, dass Dendemanns sehr freie Version von "Vielen Dank für die Blumen" einer ihrer Favoriten ist - die gefällt mir nämlich auch ganz hervorragend. Dass sie "Auf der Mauer, auf der Lauer" von Marquess ganz großartig finden, sei ihnen da verziehen.

Auch "Hej Pippi Langstrumpf" von Henning Wehland findet ihre Gnade. Für den ehemaligen Kopf der H-Blockx und aktuelles Mitglied der Söhne Mannheims sind die "Giraffenaffen" eine Herzensangelegenheit, wie er im Interview verrät: "Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine erste Berührung mit Musik zustande gekommen ist. Und das waren Lieder, die ich mit meinen Eltern oder in der Schule gesungen habe. Ich finde es toll, diesen Liedern hier ein Denkmal zu setzen, indem etablierte Künstler sich diesem Thema widmen." Außerdem ist Wehland ohnehin ein Pippi-Fan: "Ich habe mir immer gewünscht, in der Villa Kunterbunt zu leben und ein Mädchen wie Pippi Langstrumpf zu kennen."

Wehlands persönlicher Favorit ist aber der Beitrag seines "Voice Kids"-Schützlings Danyiom, der den eigens für das Album komponierten Song "Giraffenaffenzeit" zum Besten gibt: "Der Song hat genau die richtige Mischung, um zwischen den beiden Welten [Kinderlieder und "erwachsene" Künstler - Anm.d.Red.] zu verbinden." Und damit hat er recht, denn sowohl bei meinen Kindern als auch bei mir bleibt nach dem gemeinsamen Hören vor allem dieses Lied als Ohrwurm hängen.