• Mit "La vita è bella" stürmte Giovanni Zarrella 2019 Platz zwei der offiziellen Albumcharts.
  • Am 9. April erscheint sein Nachfolge-Album "CIAO!" - erneut mit italienischen Versionen deutscher Erfolgssongs, die er auf seine Art interpretiert hat.
  • "Es ist gut, dass es den Google-Translator gibt, auf einem Musikalbum hat er jedoch nichts zu suchen", verrät der 43-Jährige im Interview und gewährt zudem einen Einblick in die Vorbereitungen auf seine große ZDF-Show.
Ein Interview
von Dennis Ebbecke

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Ciao, Giovanni Zarrella. Wie groß ist die Herausforderung, nach einem Erfolgsalbum nachzulegen? Denn nichts anderes dürfte die Arbeit an "CIAO!" für Sie bedeutet haben ...

Giovanni Zarrella: Noch bis vor zwei Jahren habe ich mir keine Gedanken über erfolgreiche Alben gemacht – und zwar, weil ich schlicht und einfach keine hatte. Dann kam glücklicherweise "La vita è bella" und wurde zu einem großen Erfolg. Ab diesem Moment fängst du natürlich an, dir Gedanken zu machen. Zumal bei einem Konzeptalbum in ähnlicher Machart der Anspruch sein muss, sich mit dem Vorgänger zumindest auf Augenhöhe zu bewegen. Ich denke, dass "CIAO"! sogar noch einen Tick besser geworden ist. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn "La vita è bella" hat mein Leben komplett verändert. Doch dieses neue Album ist noch breiter gefächert.

Klangvolle Duette untermauern diesen Eindruck. Ließen sich Pietro Lombardi und Schlager-Legende Howard Carpendale lange bitten?

Nein, sie waren beide sofort Feuer und Flamme. Pietro ist ja ein guter "Buddy" von mir, für mich ist das gemeinsame Duett "Ci Sarai (Irgendwie)" ganz klar der Nachfolger von "Senza te (Ohne dich)". Und Howards Titel "Ruf mich an", den ich mit ihm gemeinsam als Duett aufnehmen durfte, liebe ich von ganzem Herzen.

Sie sind richtig gute Kumpels geworden, wie man hört. Stimmt das?

Absolut, denn seit Howard Carpendale in meinem Leben ist, gehe ich wieder ans Telefon, wenn jemand mit unterdrückter Nummer anruft. Howard ist der einzige Mensch, den ich kenne, der anonym anruft. Ich gehe immer dran, weil ich jedesmal hoffe, dass er es ist. Und es ist auch immer er. Wir telefonieren zwei- bis dreimal im Monat. Häufig ruft er nur an, um zu fragen, ob bei mir alles gut ist. Das finde ich beeindruckend. Es ist eine große Sympathie zwischen uns entstanden, wir schätzen uns sehr.

Sarah Conner "ist eine unfassbar gute Künstlerin"

Ein gutes Verhältnis haben Sie seit vielen Jahren auch zu Sarah Connor. Konnten Sie ihr "Sei bella tu", Ihre italienische Version von "Wie schön du bist", schon vorspielen?

Ja, das konnte ich – und ich war davor sehr aufgeregt. Wir kennen uns bereits lange und waren damals zu meinen Bro'Sis-Zeiten eine wilde Karawane, die sich bei Shows und Festivals immer wieder begegnet ist. Wir, die No Angels, Yvonne Catterfeld, Jeanette Biedermann und eben Sarah Connor, zu der ich immer ein großartiges Verhältnis hatte. Sie ist eine unfassbar gute Künstlerin und ein toller Mensch.

Also hatten Sie eigentlich keinen Grund, über die Maßen aufgeregt zu sein, oder?

Doch, weil ich eben weiß, dass Sarah grundsätzlich ganz genau hinschaut, wie ihre eigenen Songs von anderen interpretiert werden. Ich hatte großen Respekt vor dieser Präsentation und habe den Moment sogar häufig hinausgezögert. Mir war es sehr wichtig, dass sie meine Version freigibt, hätte es aber akzeptiert, wenn sie sich dagegen entschieden hätte. Meine "stima" ("Wertschätzung") ihr gegenüber wäre dadurch nicht kleiner geworden.

Doch soweit kam es offensichtlich nicht. Sie hat schließlich Ja gesagt …

… und dafür bin ich auch sehr dankbar. Sarah war total begeistert und hat mich dafür gelobt, wie schön der Titel gesungen ist. Mich hat das sehr gefreut, zumal Künstler Balladen ohnehin lieben – im Gegensatz zu den Musiklabels. In den 90ern waren Balladen von Mariah Carey, Whitney Houston oder Celine Dion noch total gefragt, doch irgendwann hat sich das gedreht.

In TV-Shows sind Balladen nach wie vor gefragt.

So ist es. Für die großen Momente in Fernsehshows braucht es starke Balladen. Wenn es jedoch um Alben geht, ist es häufig anders. Ich habe das Glück, dass mir mein Team die Freiheit gegeben hat.

"Es ist gut, dass es den Google-Translator gibt"

Apropos "Freiheit nehmen": Sie übersetzen die deutschen Texte nicht einfach nur ins Italienische. Bei "Dietro l'orizzonte" kommt man noch schnell dahinter, dass "Hinterm Horizont" gemeint ist. Aber was hat zum Beispiel "Bellissimo" mit "Verlieben, verloren, vergessen, verzeih'n" zu tun?

Ich verfolge tatsächlich einen anderen Ansatz und wollte nie wortwörtlich übersetzen. Es ist gut, dass es den Google-Translator gibt, auf einem Musikalbum hat er jedoch nichts zu suchen (lacht). Mir ist wichtig, dass auf der einen Seite der Sinn nicht verändert wird, und ich auf der anderen Seite mit starken Begriffen spielen kann. "Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n" von Helene Fischer heißt bei mir zum Beispiel "Basta! Basta!" – auch weil "Basta" ein Wort ist, das jeder versteht. Es gibt mindestens tausend verschiedene Wege, um "Ich liebe dich" zu sagen.

Ein neues Album und eine große ZDF-Samstagabendshow stehen in den Startlöchern: Ist es eine Erleichterung, dass Sie für 2021 einen klaren Plan haben?

Ich würde es so ausdrücken: Ich bin froh, dass ich diese beiden Anker habe, zwischen denen zeitlich auch etwas Luft ist. Ich kann mich aktuell voll auf mein Album konzentrieren und danach auf die TV-Show. Beide Themen liebe ich und ich freue mich auf das, was da noch kommt. Dennoch würde ich mir wünschen, wieder auf Tour gehen oder Autogrammstunden geben zu können. Es ist so ein tolles Gefühl zu sehen, welche Menschen deine Musik hören, wer Bock auf dich hat ...

… und welche Menschen ab Herbst Ihre TV-Show im ZDF sehen werden.

Dass ich die ZDF-Show bekommen habe, ist eine große Ehre und die Erfüllung meiner Träume. Eine Sendung, in der ich singen, Gäste begrüßen, Menschen überraschen und mich austoben darf. Es ist unfassbar.

"Eine Kunst kann man nicht richtig messen, es gibt kein richtig und falsch"

Eine Samstagabendshow zu bekommen, ist einerseits ein Ritterschlag und andererseits mit einem gewissen Druck verbunden. Spüren Sie dieses Wechselbad der Gefühle?

Ich glaube, dass jeder Künstler in gewisser Weise die Sorge plagt, dass etwas nicht funktionieren könnte. Eine Kunst kann man nicht richtig messen, es gibt kein richtig und falsch. Dennoch sehnt sich ein Künstler nach der Liebe des Publikums und nach dem Applaus. Stand jetzt blicke ich mit großer Freude und Optimismus auf diese Show, weil ich auch komplett in den Kreativprozess eingebunden bin.

Heute gibt es für Künstler weitaus weniger Plattformen dieser Art, als es früher der Fall war.

Und da möchte ich mit meiner Show ansetzen. Damals konnten wir uns mit Bro'Sis vor TV-Anfragen kaum retten und längst nicht alle Auftritte wahrnehmen – von VIVA und MTV ging es zu "Top of the Pops", "The Dome" oder zur "Bravo Super Show". Zudem konntest du in den Shows von Stefan Raab auftreten. Heutzutage gibt es für Künstler deutlich weniger Promo-Plattformen. Meine Sendung soll einfach mehr Raum für Musik bieten. Darum geht es.

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