Das Leben als Bachelorette könnte eigentlich so schön sein. Ein Urlaub für lau, eine recht passable Unterkunft und dazu noch ein Haufen junger Männer, die einem alles hinterher tragen. Nur in Folge vier läuft es für Nadine Klein irgendwie nicht rund.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Nun ist es ja nicht so, dass das Regelwerk der Bachelorette zwingend einen höheren Bildungsabschluss erfordert. Nicht beim Zuschauer und noch weniger bei den Teilnehmern: eine Bachelorette, ein Haufen liebestoller Kerle und in jeder Woche fährt eine niedrige einstellige Zahl Kandidaten nach Hause.

Wer das ist – und jetzt wird es wichtig – entscheidet die Bachelorette.

So weit, so simpel. Doch einige Kandidaten scheinen selbst diese wenigen Regeln auch in Folge vier noch nicht verinnerlicht zu haben. Doch dazu gleich mehr.

"Die Bachelorette": Rafi steigt aus

Die Rosen aus der letzten Entscheidungsnacht sind nämlich noch nicht verwelkt, da trommelt Rafi seine Kollegen zusammen: "Ja, Jungs, ihr fragt euch alle: Was ist hier so dringend?", beginnt Rafi seine Ansprache.

Den Gesichtern seiner Zuhörer zufolge scheint das aber nicht der Fall zu sein. Rafi setzt seine Rede trotzdem fort und verkündet der Runde den sofortigen Abbruch seiner Anwesenheit. Die nimmt das unter enden wollendem Applaus zur Kenntnis und bringt ihren nun ehemaligen Mitstreiter noch zur Tür.

"Einige Zuschauer werden mich hassen, aber einige werden mich auch mögen", schätzt Rafi seine Fremdwahrnehmung ein, ehe Stefan ihm diese beim Abschied konkretisiert: "Ich finde, dass du ein falscher Mensch bist. Du hättest die Entscheidung auch gestern treffen können und dann wären Jungs hier geblieben, die es auch ernst meinen."

Das ist in der Sache zwar richtig, aber es wären eben auch Jungs hier geblieben, die Nadine Klein gar nicht hier haben will – sonst hätte sie die beiden ja nicht nach Hause geschickt. Offenbar sitzt das Regelwerk doch nicht so gut, wie man meinen sollte.

Von Anglern und anderen Draufgängern

Aber damit halten wir uns erst einmal nicht auf, denn Nadine hat mit zwei Kandidaten an diesem Tag noch etwas vor, wie sie per Videobotschaft mitteilt: "Ich will heute über meinen Schatten springen und will euch fragen, Chris und Daniel: Springt ihr mit?"

Da über fremde Schatten zu springen schon rein technisch einfacher ist, als über den eigenen Schatten zu springen, springen die beiden natürlich mit.

Doch, man ahnt es natürlich, die Bachelorette will in Wirklichkeit gar nicht über Schatten springen. So etwas hat selbst Jochen Schweizer nicht in seinem Action-Angebot. Stattdessen geht es zum Klippen-Springen.

Auf dem Weg dorthin wagen unsere Kandidaten gleich eine Charme-Offensive: "Ich angel auch sehr viel", versucht Daniel seine Stärken aufzulisten. "Ich war in Vegas auf 'nem Britney-Spears-Konzert", kontert Chris eiskalt.

Dass sie in puncto Verwegenheit locker mit den beiden mithalten können, demonstrieren derweil die Daheimgebliebenen. Unter Filips Regie texten sie für Nadine einen Rap, wobei Filip vor allem Wert auf den "Refrong" legt.

Am Ende einigt man sich auf "Ob Martini oder Bier, die Nacht gehört dir." Pietro Lombardi hätte es nicht besser hinbekommen

"Willst du mich küssen?"

Tags drauf möchte Nadine einige der Kandidaten besser kennenlernen. Und was macht man da: Genau, eine Brauereibesichtigung. Und zwar mit Nadines bestem Freund Tobi.

Das machen sie aber nicht, damit Tobi auch mal nach Korfu kommt, sondern sie verfolgen einen Plan. Zunächst entschuldigt Tobi Nadine bei den Jungs wegen eines vermeintlichen Unwohlseins, ehe er dann ungestört mit ihnen plaudern kann.

Dass das Bier bei der Brauereibesichtigung die Zungen der Herren löst, ist in diesem Fall von Vorteil, denn nebenan kann Nadine alles auf einem Monitor sehen und hören. Ein Gruß an die Datenschutzgrundverordnung! So erfährt Nadine aber zum Beispiel, dass sie eigentlich gar nicht Stefans Typ ist, was noch Folgen haben sollte.

Zunächst geht es aber erst einmal mit Maxim zum Paragliding und dann direkt weiter in den Pool. Dort fragt Maxim offen und ehrlich: "Willst du mich küssen?" Nadines verlegenes Kopfschütteln ist der wohl schönste Korb der bisherigen Staffel.

Zuhause platzt Filip derweil die Hutschnur, aber aus einem anderen Grund. Der junge Mann fühlt sich vernachlässigt und will schmollen: "Ich geh morgen nicht zu ihr. Ich werde sie definitiv nicht ansprechen. Morgen muss sie eigentlich den Schritt machen", zeigt auch Filip Unsicherheiten beim Regelwerk.

Auch Stefan hadert und will bei der Nacht der Rosen in den Sack hauen, weil er nicht glaubt, dass sich bei ihm noch Verliebtheit einstellen wird: "Ich bin ja nicht hier, um Rosen zu sammeln, sondern weil ich eine Partnerin suche."

Bei der Nacht der Rosen hat sich daran nichts geändert und so offenbart Stefan unserer Bachelorette seinen baldigen Ausstieg aus den Koalitionsverhandlungen, ehe die richtig begonnen haben: "Ich bin kein Typ, der sich sich von jetzt auf heute verliebt. Es hat nicht Klick gemacht", sagt er und tritt ungeklickt die Heimreise an.

Die Eddy-und-Kevin-Strategie

Eddy und Kevin gehen die Sache hingegen ganz anders an und spielen Prinzessin. Sie sondern sich von der Gruppe ab und warten, bis Nadine bei ihnen vorstellig wird. "Falls sie auf mich zukommt, sag ich: Ich bin ein Mann. Ich bin ein Ferrari, brauchst nicht probefahren. Wenn du mit Peugeot fahren willst – da oben sind nur Peugeots. Kaputte. Ohne TÜV", reden sich die beiden die Lage schön.

Wenigstens Nadine erinnert sich noch an das Konzept der Show: "Die anderen zwei spielen Einzelschicksal da unten? Sag mal, ich bin die Bachelorette!"

Für Kevin geht seine Strategie aber am Ende auf, denn Nadine meldet sich doch noch bei ihm an diesem Abend. Wenn auch anders, als er vielleicht gehofft hat: "Kevin, ich muss mich dann leider von dir verabschieden", erklärt sie dem Weiterhin-Single.

Fassen wir zusammen: Zwei Herren zeigen sich verkupplungsunwillig. Den, der sich willig zeigt, will sie nicht. Dazu gibt es noch reichlich Kandidaten, die die Regeln nicht kapieren.

Nein, rund lief es für unsere Bachelorette wirklich nicht.