Zwei Neuankömmlinge haben noch eine Rechnung mit den Teilnehmern von "Kampf der Realitystars" offen. Doch für den dramatischsten Auftritt sorgt Gina-Lisa, die zusammenbricht und die Show verlässt.

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Datum: Thu Jul 23 00:00:00 CEST 2020
Eine Kritik
von Felix Reek

Die Welt der Realitystars ist ein Dorf. Sie folgen sich auf ihren Social-Media-Kanälen, sie begegnen sich bei Veranstaltungen, sie führen Beziehungen untereinander, sie treffen sich in den immer selben Shows - und verlängern so ihre Daseinsberechtigung. Am einfachsten geht das natürlich über Feindschaften - sie sind der Garant für eine dauerhafte Karriere im zweifelhaften Trash-Scheinwerferlicht.

Und wer wüsste das besser als die Produzenten von "Kampf der Realitystars", die große Recycling-Show von RTL2. Jeder der daran teilnimmt, kann davon ausgehen, dass irgendwann eine schon arg müffelnde Zank-Leiche aus der Asservatenkammer gerollt wird.

In Folge drei von "Kampf der Realitystars" gibt es in dieser Woche sogar zwei davon. Es beginnt mit einem dramatisch aufgebauten pinken Klo für die neue Bewohnerin. Wenig später erscheint die dazu gehörende Nichtigkeit der TV-Geschichte.

Kader Loth betritt den Strand in Thailand, die ihre Daseinsberechtigung hier gleich selbst herunterbetet: "Die schlimmste Erfahrung war für mich, als vor einigen Jahren eine bestimmte Person in mein Badewasser uriniert hat." Gemeint ist natürlich Frédéric von Anhalt in der längst vergessenen Show "Die Burg".

Frédéric von Anhalt: "Ich kenn die nicht!"

Doch die Begegnung läuft nicht ganz so ab wie gedacht. Die vergangenen 15 Jahre seit dem Zwischenfall scheinen ihre Spuren beim Prinzen von Anhalt hinterlassen zu haben. Statt vor Kader Loth auf die Knie zu fallen und ihr den Schlüssel zum Lokus seines Herzens zu überreichen, sagt der: "Woher sollen wir uns kennen?" Was er dann noch gefühlte 596 Mal wiederholt. Für einen Moment sieht man schon den Krankenwagen einfahren mit dem Demenz-Notdienst.

Doch es ist nur Taktik, wie nachher der Ton seines Mikros offenbart, in das er bei der Ankunft seiner Pipi-Entgleisung raunt: "Oh nein, es ist die Kader Loth, sie hat mir mir eine Show gemacht vor 15 Jahren." Schließlich weiß der Anhänger der Frei-Pisel-Kultur ganz genau, dass die Neuankömmlinge einen Kandidaten herauswählen können - weswegen er im Verlauf von "Kampf der Realitystars" ganz besonders nett zu ihr ist.

Der Prinz hat sowieso bereits eine neue Hass-Liebe gefunden: Claudia Obert. "Du hast keine müde Mark!", brüllt er sie immer wieder an, als wäre das eine Überraschung. Wenn auch nur einer der Teilnehmer von "Kampf der Realitystars" mehr als 3,50 Euro auf dem Sparbuch hätte, wären sie schließlich nicht in dieser Sendung.

Die entgegnet, dass Frédérics verstorbene Frau Zsa Zsa Gabor wohl eine Masochistin gewesen sein muss. Der Streit eskaliert, Frédéric geht dazu über, auf englisch zu geifern und sitzt später heulend auf dem Bett. Was tut man nicht alles an für ein bisschen Sendezeit.

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Gina-Lisa bricht zusammen

Psychologische Beratung wird aber in Folge drei von "Kampf der Realitystars" eine andere in Anspruch nehmen müssen. Es beginnt mit Ex-Bachelor Andrej Mangold, der genötigt wird zu verraten, auf welchen Frauentyp er steht. Die Wahl fällt auf Jenny, offenbar nicht die Antwort, die Gina-Lisa gerne hören wollte.

Sie nimmt es wie jede Frau von Format - und schaltet auf Druckbetankung. Nicht unbedingt der optimale Zustand bei Liebesproblemen. Vollkommen von der Last ihres Verstandes befreit, robbt sie sich im Pool an den Bachelor heran, grabbelt an seinem Knie und haucht: "Du bist so schön, komm doch rein!"

Wer könnte bei diesem subtilem Flirtversuch widerstehen? Nur ein Mann, an den sich im Fernsehen 20 Frauen noch wesentlich dummdreister rangeschmissen haben. Der Ex-Bachelor entgegnet: "Hallo, jetzt hör ma auf, das ist doch unangenehm" und sucht das Weite.

Was folgt, kennen Trash-TV-Aficionados bereits aus anderen Formaten. Viele quälende Gespräche (Zusammenfassung: Sie will ganz dringend, er überhaupt nicht), ein finaler Versuch, bei dem sich Gina-Lisa einfach in das Bett von Mangold legt, alle heulen. Im Fall von Gina-Lisa so sehr, dass der Psychologe der Show eingreift und sie den "Kampf der Realitystars" verlässt. Das soll also Unterhaltung sein.

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Andrej Mangold bekommt Besuch aus dem "Sommerhaus der Stars"

Doch während Gina-Lisa aus Liebeskummer die Show verlässt, sorgt sich Andrej Mangold vor allem um sein Image und wie seine Szenen mit ihr nachher wirken könnten. Das böse Fernsehen macht daraus ja immer, was es will.

Kleiner Tipp am Rande: Nicht mehr ins Fernsehen gehen hilft. Da das aber bedeuten würde, einer richtigen Arbeit nachzugehen, kündigt sich die nächste Trash-TV-Altlast an. "Bocholt" steht auf seinem Koffer. Dort wurde "Das Sommerhaus der Stars" gedreht, wo Mangold durch allerlei Menschen-Manipulation unangenehm auffiel.

Es folgt einer der Betroffenen: Chris Broy. Der Name muss Ihnen nichts sagen, nur so viel: Er ist der Freund von Ex-”Bachelor”-Finalistin Eva Benetatou, der Ursache für die Ausfälle von Mangold im "Sommerhaus der Stars”. Broy hat mittlerweile aber offenbar selbst Reality-Blut geleckt und will nicht mehr nur "das Anhängsel" seiner unwesentlich bekannteren Lebensabschnittsgefährtin sein.

Mit Betonung auf "Lebensabschnitt". Während er bei "Kampf der Realitystars" noch stolz verkündet, dass er Vater wird, ließ er nach den Dreharbeiten seine schwangere Freundin sitzen. Den Kommentar dazu hat er sich auf seine Mütze schreiben lassen: "Make Empathy Great Again".

Frédéric von Anhalt und Claudia Obert sind raus

Aber Broy ist schließlich nicht beim "Kampf der Realitystars", um am Wettkampf als Vater des Jahres teilzunehmen. Mangold geht direkt in die Offensive - und entschuldigt sich. Als Entgegnung bekommt er: "Wäre schön, wenn das früher passiert wäre."

Dann hätte man aber abseits von Kameras miteinander sprechen müssen, quasi privat. Und das will nun wirklich keiner. Außerdem, die positive Seite: Er hat zumindest eine Entschuldigung bekommen. Kader Loth wird in Folge drei von "Kampf der Realitystars" nicht müde, Genugtuung von Prinz Frédéric zu fordern. Bekommt sie aber nicht.

Das dürfte auch erklären, warum sie ihn am Ende nach einem schnell vergessenen Spiel namens der Taboom (Begriffe raten mit Staubkanone ins Gesicht) nach Hause schickt. Alte Feindschaft rostet bekanntlich nicht. Der Prinz nimmt es leicht: "Ihr habt ja Kader!", brüllt er den anderen entgegen. Eindeutig eine Drohung.

Mit im Schlepptau hat er Claudia Obert, die die anderen Bewohner nach diversen Versuchen, die Abstimmung zu beeinflussen, nach Hause befördern. Die beiden nehmen es leicht. Mit ihrer neu erblühten Feindschaft haben sie sich noch ein paar Jahre in ähnlich debilen Formaten erkauft. Auf das der inszenierte Hass niemals ende.

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