Ein superfieser Bösewicht, tolle Spezialeffekte und ein Spiderman, der so verletzlich ist wie nie zuvor: "The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro" bessert alle Fehler aus, die sein Vorgänger gemacht hat. Dadurch wird die Fortsetzung zum erhofften Action-Feuerwerk - mit einem kleinen Schönheitsfehler.

Die Spiderman-Trilogie mit Hauptdarsteller Tobey Maguire ging 2007 zu Ende. Es schien überflüssig, dass mit "The Amazing Spiderman" bereits fünf Jahre später wieder die Geschichte des Superhelden ins Kino kam. Doch der Erfolg gab der Neuauflage Recht. Der Film spielte über 750 Millionen US-Dollar ein. Zum Vergleich: Der erste Spiderman aus dem Jahr 2002 spülte Sony nur etwas mehr - rund 821 Millionen US-Dollar – in die Kassen.

Am 17. April startet "The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro" in Deutschland. Und auch dieser Film wird wieder ein Kassenschlager werden. Denn die Fortsetzung hat alles, was eine Fortsetzung braucht: mehr Action, mehr Gefühl und einen noch fieseren Bösewicht.

Spiderman bricht sein Versprechen

Peter Parker alias Spiderman (Andrew Garfield) hat sich mittlerweile in seiner Rolle als Beschützer New Yorks eingefunden. Es macht ihm aber zu schaffen, dass er nichts über das Schicksal seiner verschwundenen Eltern weiß. Auch mit seiner Freundin Gwen Stacey (Emma Stone) läuft es nicht rund. Peter gab ihrem sterbenden Vater im ersten Teil ein Versprechen: Gwen nicht in Gefahr zu bringen. Schon bald stellt sich heraus, dass er es nicht einhalten kann.

Diese Sprecher stecken hinter den berühmten Schauspielern.

Peter bzw. Spiderman machen sich bald mächtige Feinde: Den Erben des Mega-Unternehmens Oscorp Harry Osborn (Daniel DeHaan) und seinen Mitarbeiter Matt Dillon (Jamie Foxx). Dillon mutiert wegen eines Unfalls zu Electro, einem stromabsorbierenden Monster.

Alleine der Bösewicht Electro macht die Neuauflage der Spiderman-Reihe absolut sehenswert. Selten war der Bösewicht so unberechenbar, selten schien er so übermächtig. In einer Szene steht Electro auf dem Times Square. Er kontrolliert sämtliche Elektrizität um sich herum. Die Videoleinwände zerbersten, die Funken fliegen, seine Elektroschocks schlagen mit voller Wucht ein. Er zerstört einfach alles in seinem Umkreis.

Electros Macht scheint unbezwingbar

Spiderman steht Electro gegenüber. Seine Superkraft, ein paar Spinnweben aus dem Handgelenk zu schütteln, wirkt im Vergleich geradezu lächerlich. Wie soll dieser Superhelden-Milchbubi eine solche Tötungs-Maschine aufhalten? Alleine dass sich dieser Gedanke beim Zuschauer einstellt, belegt die überzeugende Ausarbeitung des Bösewichts.

Auch am Hauptdarsteller wurde ordentlich gefeilt. Und das war auch bitter nötig. Hauptdarsteller Andrew Garfield wirkte im ersten Teil unsympathisch. Dieser Spiderman war keine Identifikationsfigur. Peter Parker war ein oberflächlicher Highschool-Junge, stets mit einem kessen Spruch auf den Lippen. Schlicht arrogant.

In "The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro" entwickelt er sich weiter. Peter Parker steigt von seinem selbst erbauten Thron herunter und zeigt seine menschliche Seite. Er hadert ständig mit sich und seinen Gefühlen. Soll er Gwen, die er über alles liebt, wirklich aufgrund des Versprechens an ihren Vater verlassen? Kann er seiner Ersatzmutter May Parker (Sally Field) sein Zweitleben mit all seinen Lügen weiter vorenthalten? Peters plagen bittere Seelenqualen und zeigen Spiderman so verletzlich wie nie zuvor. Zwar hat er seine kessen Sprüche nicht abgelegt. Doch in der Fortsetzung sind keine plumpen Äußerungen eines Teenager, sondern passende und witzige Kommentare.

Großes Action-Kino mit einem Makel

Wenn man dem Film etwas vorhalten will, dann dass er vorhersehbar ist. Spidermans Verhalten, das seiner Gegenspieler und das Ende des Films sind früh abzusehen. Andere Marvel-Verfilmungen wie die X-Men-Reihe haben überraschendere Momente zu bieten.

Doch auch das stört nicht groß am Gesamtbild von "The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro". Dafür sind die Effekte zu bombastisch und die Bilder zu überwältigend. Der Kino-Slogan "Dafür sind Filme gemacht" ist selten so passend wie hier. Auch die 143 Minuten Filmlänge kommen einem nicht so lang vor. Die Wartezeit auf den dritten Teil, der erst im Mai 2016 in Deutschland anlaufen soll, dafür umso länger.