Zeitumstellung 2016: Aus Winterzeit wird dieses Wochenende Sommerzeit. Aber wann werden die Uhren umgestellt? Warum überhaupt? Und was sind die gesundheitlichen Folgen gerade für Kinder und ältere Menschen? Wir geben Tipps und Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die wichtigsten Fragen zur Zeitumstellung beantworten wie für Sie hier.

Wann die Uhr umstellen? Ostersonntag ist Sommerzeit!

Seit 1996 werden die Uhren EU-weit am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurückgestellt.

Die Umstellung auf die Sommerzeit findet jedes Jahr am letzten Sonntag im März statt. Im Jahr 2016 ist das der 27. März - also in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag. An diesem Datum werden alle Uhren um 2:00 Uhr eine Stunde vorgestellt.

Diese Daten sind in der "Verordnung der Bundesregierung über die Sommerzeit in den Kalenderjahren 2012 bis 2016" (Bundesgesetzblatt BGBl. II Nr. 309/2011) bis 2016 festgeschrieben.

Die Umstellung auf die Winterzeit findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober statt. Im Jahr 2016 ist das der 30. Oktober 2016. Dann werden die Uhren um 3:00 Uhr um eine Stunde zurückgestellt.

Kleiner Lichtblick für Umstellung auf Sommerzeit 2016

Die Zeitumstellung am 27. März fällt auf das Osterwochenende. Das ist von entscheidendem Vorteil im Umgang mit dem "Mini-Jetlag". Natürlich betrifft das nicht jene Arbeitnehmer, die auch an Wochenende und Feiertagen arbeiten müssen.

Alle anderen aber können sich am Ostersonntag und dem freien Ostermontag besser ans frühere Aufstehen akklimatisieren. Die fehlende Stunde bleibt zwar, doch man muss nicht von einem Tag auf den anderen gleich übermüdet zur Arbeit fahren.

Wohin werden bei der Zeitumstellung die Zeiger gedreht?

Im Winter werden die Uhren immer zurückgestellt. Man "gewinnt" also eine Stunde in der Nacht. Im Sommer wird diese Änderung rückgängig gemacht und die Uhren eine Stunde vorgestellt. Man "verliert" die im Winter gewonnene Stunde also wieder. Klingt einfach - und dennoch kam es in der Vergangenheit immer auch wieder zu kuriosen Pannen bei der Zeitumstellung.

Muss ich meine Uhr überhaupt umstellen?

In der Tat betrifft das Umstellen der Uhren auf Sommerzeit oder Winterzeit immer weniger Geräte. Viele Uhren regeln das automatisch und erhalten das Signal aus Braunschweig von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Fernsehgeräte und Digitalradios erhalten die korrekte Uhrzeit von den Sendeanlagen im hessischen Mainflingen. Auch die Uhren der Deutschen Bahn (DB) sowie der Telekom erhalten ihre Signale automatisch.

Zeitumstellung für iPhone und Android auf dem Smartphone

Mit diesen Eselsbrücken merken Sie sich die Zeitumstellung endgültig.

Natürlich können Smartphones die Zeitumstellung ebenfalls selbst regeln- vorausgesetzt, man hat es dem Gerät in den Einstellungen erlaubt. Bei Android geht man über Einstellungen in "Datum & Uhrzeit" und aktiviert dort "Autom. Datum/Uhrzeit". Bei iPhones von Apple führt der Weg ebenso über die Einstellungen, dort dann auf "Allgemein" klicken und in "Datum & Uhrzeit" die Option "Automatisch einstellen" aktivieren.

Wie merke ich mir die Umstellung am besten?

Wer die Zeiger seiner Uhr dennoch von Hand vor- oder zurückstellen muss, merkt sich am besten folgende Eselsbrücken:

  • Im Frühling stellt man Tisch und Stühle vor die Terrassentür, im Herbst stellt man sie zurück ins Haus.
  • "Im Winter gibt es Winterschlaf." Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgestellt.
  • Im Winter sind die Temperaturen im Minus-Bereich (zurück), im Sommer wieder im Plus-Bereich (vor).

Es gibt noch viele weitere Sprüche - die besten Merkhilfen zur Umstellung auf Winter- und Sommerzeit haben wir für Sie gesammelt.

Warum werden die Uhren bei der Zeitumstellung überhaupt umgestellt?

Die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit wurde in den meisten Ländern Europas 1977 eingeführt, Deutschland zog im Jahr 1980 nach. Auslöser für die Zeitumstellung war unter anderem die Ölkrise von 1973.

Mit der Regelung sollte das Tageslicht besser genutzt werden, um Energie zu sparen. Doch der Dreh an der Uhr ist ein zweischneidiges Schwert, wie es in einer Mitteilung des Umweltbundesamts heißt:

Man kann zwar durch die längere Nutzung des Tageslichts in der Tat Energie einsparen, doch diese Einsparung wird durch den Mehrverbrauch an Heizenergie – durch das Vorverlegen der Hauptheizzeit in die kühleren Morgenstunden – in etwa kompensiert.

Folgen für Männer, Frauen und Kinder

Eigentlich gleicht die Zeitumstellung einem Mini-Jetlag, sagt Hans-Günter Weeß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster.

In der Regel aber haben die meisten Menschen sich nach ein bis zwei Tagen daran gewöhnt.

Aber: "Gerade Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörungen tun sich mit der Umstellung schwerer." Bei ihnen kann die Umstellung bis zu einer Woche dauern. Zudem ist die Umgewöhnung auch geschlechterabhängig.

Frauen klagen eher über Beschwerden nach der Zeitumstellung als Männer. Das hat eine GfK-Umfrage von 2015 ergeben. Von den weiblichen Befragten hat knapp die Hälfte (49,3 Prozent) mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Unter den Männern waren es nur etwas mehr als ein Drittel (35,2 Prozent). Drei von zehn Frauen beklagten etwa Schlafstörungen (29,5 Prozent) und Konzentrationsprobleme (28,3 Prozent).

Von diesen Beschwerden berichteten Männer seltener: Schlafstörungen (18 Prozent) und Konzentrationsschwäche (19 Prozent) betreffen nur knapp jeden Fünften.

Vielen macht die Zeitumstellung aber nichts aus: Gut die Hälfte der Männer (54,4 Prozent) und mehr als vier von zehn Frauen (42,2 Prozent) bemerken sie "eigentlich kaum".

Umfrage: Immer mehr Deutsche lehnen Maßnahme ab.

Besonders schwer haben es oft kleine Kinder. Sie haben oft einen sehr festen Schlaf- und Wachrhythmus. Nach der Zeitumstellung sind sie deshalb abends früh müde - und morgens schon eine Stunde vor dem Weckerklingeln aufgeweckt.

Tipps und Tricks gegen Müdigkeit nach Zeitumstellung

Ostern hin oder her - die Umstellung sollte man nicht abrupt, sondern in kleinen Schritten machen, rät Hans-Günter Weeß, der Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster ist. "Am besten geht man ab Gründonnerstag jeden Tag zehn Minuten früher ins Bett."

Auch die Kinder sollten jeden Tag zehn Minuten früher ins Bett kommen, erklärt Weeß. Das kann vor allem bei Kindern, die schon die Uhr lesen können, schwierig werden. "Am besten locken Sie sie mit dem Vorlesen einer besonderen Geschichte ins Bett oder versprechen ihnen für den nächsten Tag etwas Schönes."

Die Kinder mit Fernsehen oder Tablet ins Bett zu locken, hält er für keine gute Idee, weil Filme auf Kinder häufig anregend wirken und der Schlaf vor dem Fernseher wenig erholsam ist.

Auch im Bett noch ins Internet zu gehen oder mit Freunden zu chatten, sollten Eltern nicht erlauben. Zwar sind die Kinder dann im Bett, schlafen tun sie aber nicht. Stattdessen bekommen sie so weniger Schlaf und sind noch müder.

Können Erwachsene selbst abends nicht so gut früher einschlafen, sollten sie auf jeden Fall auf ausgedehnte Mittagsschläfchen verzichten, empfiehlt Weeß.

"Ein langer Mittagsschlaf kann das Einschlafen erschweren." Wer es nicht ohne durch den Tag schafft, sollte höchstens zehn Minuten schlafen. "Das reicht aus, um sich für die nächsten Stunden fit und erfrischt zu fühlen und sollte den Abend nicht zu sehr beeinträchtigen."

Wer morgens wegen der Zeitumstellung nicht so richtig in die Gänge kommt, greift am besten zu allen Maßnahmen, die wach machen: "Früh-Gymnastik, Wechselduschen und am besten rasch an die frische Luft und ins Tageslicht gehen", rät Weeß.

Ein Schlafwissenschaftler erklärt den Unsinn der Zeitumstellung.

Folgen für die Tiere

Nicht nur Menschen, auch Tiere leiden unter dem Dreh an der Uhr. So steigt mit der Umstellung auf die Winterzeit beispielsweise das Risiko für Wildunfälle.

Weil es eher dunkel wird, fahren viele Fahrer in der Dämmerung von der Arbeit nach Hause. Das Problem: Auch Wildtiere sind in dieser Zeit aktiv und kreuzen oft die Straßen. Sie behalten ihren Rhythmus bei, da sie sich an der Helligkeit und nicht an der Uhrzeit orientieren.

Nutztiere werden bereits vor der Zeitumstellung an die geänderte Zeit gewöhnt. Kühe verkraften die Zeitumstellung problemlos, in dem Fütterung und Melken zunächst eine halbe Stunde später stattfinden. Schließlich wir der neue Rhythmus vom Tier verinnerlicht.

Wie stehen die Deutschen zur Zeitumstellung?

Zu jeder Zeitumstellung zeigen Umfragen, dass eine Mehrheit in Deutschland eigentlich dagegen ist - und diese Ablehnung in der Bevölkerung wächst. Das untermauert eine neue repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Drei Viertel der Bevölkerung - 74 Prozent - halten die Zeitumstellung demnach für überflüssig. Vor drei Jahren - also 2013 - sagten dies nur 69 Prozent. Frauen sind demzufolge mit 80 Prozent eher gegen die Sommerzeit als Männer mit 68 Prozent.

Am wenigsten Probleme haben die Menschen unter 30 mit der Zeitumstellung. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen wollen nur knapp 60 Prozent, dass sie abgeschafft wird. Bei den Menschen über 60 Jahren sind es mit 79 Prozent deutlich mehr.

Schon beim Gedanken an die Umstellung der Winter- auf die Sommerzeit stöhnen viele also auf und frage sich, was das eigentlich soll. Dabei wissen viele gar nicht, dass es gerademal 120 Jahre her ist, als sich die Uhrzeit von Ort zu Ort unterschied und es mehr als 60 verschiedene Zeitzonen allein in Deutschland gab.

Mitte des 19. Jahrhunderts orientierten sich Städte und Gemeinden noch nach dem Höchststand der Sonne. Sie bestimmte die Uhrzeit und die Kirchturmglocken informierten die Bürger, wie spät es war. In Folge der Drehung der Erde unterschied sich der Höchststand der Sonne und demnach auch die Mittagszeit von Stadt zu Stadt.

In Arizona gehen die Uhren anders

Übrigens, es geht noch verwirrender: Auch in den USA werden die Uhren umgestellt.

Als sei die Verwirrung um die Sprünge zwischen Sommerzeit und Winterzeit nicht genug, stellt Arizona seine Bürger jedes Jahr auf eine zusätzliche Probe: Als einziger der 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten auf dem Festland stellt Arizona die Uhren nicht auf Sommerzeit um - und das seit fast 50 Jahren.

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