Gerade wenn es um die Gesundheit geht, ist es wichtig, auf dem Laufenden zu sein. Wir informieren Sie daher an dieser Stelle regelmäßig in aller Kürze über News, aktuelle Urteile und Informationen rund um Gesundheit und Wohlbefinden.

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Probleme mit der Krankenkasse: Hier gibt es Beratung

Update vom 30. November: Wer Ärger mit seiner Krankenkasse hat, konnte sich bisher an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland wenden und sich beraten lassen. Zum 8. Dezember wird dieses Beratungsangebot vorerst eingestellt. Der Grund: eine Gesetzesreform.

Im kommenden Jahr soll die Patientenberatung die Arbeit wieder aufnehmen, ein genauer Termin stehe allerdings noch nicht fest, heißt es auf der Website.

Das sind die Alternativen zur Patientenberatung

  • Verbände wie zum Beispiel der Sozialverband Deutschland (SoVD) oder der Sozialverband VdK bieten Beratung bei Problemen mit der Krankenkasse an. Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft, die laut "Finanztip" fünf bis acht Euro im Monat kostet. Verfassen die Verbände einen Widerspruch oder klagen gegen die Krankenkasse, kommen noch weitere Kosten dazu.
  • Auch Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern Beratung und Rechtsschutz bei Konflikten mit der Krankenkasse.
  • Außerdem gibt es bei einigen Verbraucherzentralen Patientenberatungen. Laut "Finanztip" muss man – je nach Verbraucherzentrale – mit Kosten zwischen 20 und 40 Euro für eine Beratung rechnen.
  • Auch das Gesundheitsamt oder das örtliche Bürgerbüro geben Auskunft über mögliche Anlaufstellen.
  • Eine weitere Anlaufstelle: das kostenlose Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums mit der Rufnummer 030/340 60 66 01. Dort kann man laut "Finanztip" aber eher allgemeine Informationen und weniger eine tiefgehende Beratung erwarten.

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Digitales Gesundheitswesen: KV eröffnet Show-Praxis

Update vom 7. November: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat eine Praxis eröffnet, in der sie Ärzten und Patienten die Möglichkeiten und Vorteile von digitalen Anwendungen zeigen will.

Das interaktive Angebot der E-Health-Showpraxis mit dem Namen "DEMO" reiche von Praxisverwaltungssystemen über die elektronische Patientenakte, elektronische Rezepte bis hin zu digitalen Gesundheitsanwendungen. Auch eine Selbstmessstation, an der Patienten ihre Vitalparameter überprüfen können, gehört zur Ausstattung.

Neben Ärzten, Therapeuten und Praxismitarbeitern können sich laut KV auch bestimmte Patientengruppen mit den technischen Möglichkeiten vertraut machen.

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Ärztestreik am 12. Oktober: Was jetzt wichtig ist

Update vom 11. Oktober: Ärztestreik in ganz Deutschland: Tausende Haus- und Fachärzte öffnen an diesem Montag aus Protest gegen die Gesundheitspolitik und "Spar-Gesetze" der Bundesregierung ihre Praxen nicht. Der Protest soll aufmerksam machen auf den Fachkräftemangel, die aus Sicht der Mediziner ausufernde Bürokratie, auf die Inflation und die hohen Energiekosten.

Der Verband der Praxisärzte, der Virchowbund, hatte zu der Aktion aufgerufen, weitere knapp 20 Ärzteverbände sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen schlossen sich an. Der Virchowbund rechnet damit, dass deutschlandweit eine fünfstellige Zahl von Arztpraxen geschlossen sein wird.

Das ist jetzt wichtig für Patientinnen und Patienten:

  • Wer einen medizinischen Notfall hat, sollte im Vorfeld telefonisch abklären, ob der behandelnde Hausarzt geöffnet hat oder auf eine Vertretung verweist.
  • Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung soll es einen flächendeckenden Not- und Bereitschaftsdienst geben. Wer nicht bis zur Praxisöffnung am Mittwoch warten könne, solle den Patientenservice unter der Nummer 116 117 (ohne Vorwahl) nutzen.
  • In medizinischen Notfällen kann man auch heute den Rettungsdienst unter 112 erreichen.
  • Wegen des Feiertags am 3. Oktober haben die teilnehmenden Praxen erst wieder am Mittwoch geöffnet.

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Cholera-Fälle steigen weltweit drastisch

Update vom 25. September: Die Zahl der an die Weltgesundheitsorganisation WHO gemeldeten Cholera-Fälle hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. So seien im Jahr 2022 gut 470.000 Fälle übermittelt worden, berichtete die WHO in Genf. Im Jahr zuvor seien es gut 220.000 gewesen.

Besonders betroffen: Afghanistan, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Malawi, Nigeria, Somalia und Syrien. Insgesamt meldeten demnach 44 Länder Cholera-Fälle, 9 mehr als im Jahr zuvor. An die WHO wurden 2349 Todesfälle übermittelt. Aktuelle Daten für 2023 legten nahe, dass der globale Anstieg der Cholerazahlen weitergeht, so die WHO.

Wie wird Cholera ausgelöst?

  • Cholera folgt oft auf Naturkatastrophen wie Erdbeben, Taifune oder Überschwemmungen. Zuletzt wurden Befürchtungen laut, dass nach der Überschwemmungskatastrophe in Libyen die Krankheit ausbrechen könnte.
  • Die hochansteckende Durchfallerkrankung wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst, das im Darm ein Gift bildet. Ursachen sind vor allem Trinkwasser, das mit Fäkalien oder Erbrochenem von Erkrankten verschmutzt ist, und verunreinigte Lebensmittel.
  • Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Doch in schweren Fällen können der starke Flüssigkeits- und Salzverlust binnen Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen bis hin zu Schock und Tod führen.
  • Es gibt auch Schluckimpfungen gegen die Cholera.

Verband fordert staatlich organisiertes Hautkrebs-Screening

Update vom 4. September: Der Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) fordert ein staatlich organisiertes Hautkrebs-Screening. Derzeit können gesetzlich Versicherte über 35 alle zwei Jahre kostenlos zur Hautkrebsvorsorge, dem sogenannten Screening, gehen - auf eigene Initiative. Nur etwa jeder Dritte nimmt dies laut eines Berichts der "Neuen Osnabrücker Zeitung" wahr.

Die Gesundheitsbehörden müssten nach Ansicht von Verbandspräsident Ralph von Kiedrowski etwa 35,7 Millionen Versicherte anschreiben und zum kostenlosen Screening einladen. Er hält eine jährliche Vorsorgeuntersuchung für die beste Prävention.

Hautkrebs: Wie viele Menschen sind betroffen?

  • In den vergangenen 20 Jahren nahm die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Hautkrebs stark zu.
  • 2021 wurden 105.700 Menschen mit der Diagnose stationär behandelt - das waren knapp 75 Prozent mehr Fälle als 2001, wie das Statistische Bundesamt im Mai 2023 mitteilte.
  • Etwa 4.100 Menschen starben 2021 an Hautkrebs - 55 Prozent mehr als 2001, als es 2.600 Todesfälle gab.

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Neue Blutspende-Regeln: Sexuelle Orientierung kein Kriterium mehr

Update vom 3. September: Künftig dürfen Menschen nicht mehr wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität vom Blutspenden ausgeschlossen werden. Das sieht eine Erneuerung der Blutspende-Richtlinie der Bundesärztekammer vor, die am 4. September in Kraft tritt.

Ab wann genau die neue Regelung in der Praxis angewendet wird, hängt einem Sprecher zufolge davon ab, wie schnell die Blutspendedienste auf einen neuen Fragebogen umstellen.

Künftig werde "das individuelle Risiko erhoben, indem nach der Anzahl der Partner und nach der Sexualpraxis gefragt wird", sagt Johannes Oldenburg, Arzt und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer. Ziel der Risikoanalyse ist es, die Übertragung einer Infektion auf den Empfänger einer Blutspende möglichst zu verhindern. Auch heterosexuelle Menschen werden künftig konkret nach ihrer Sexualpraxis befragt.

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Immer mehr Krankschreibungen wegen Kopfschmerzen

Update vom 29. August: Krankschreibungen aufgrund von Kopfschmerzen haben sich nach Angaben einer Krankenkasse in den vergangenen 20 Jahren vervierfacht.

2003 seien auf 100 ihrer Versicherten 1,6 Krankenscheine wegen Kopfschmerzen gekommen, teilt die AOK Rheinland/Hamburg mit. "Es ist wichtig, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen und nicht allzu sorglos zu Schmerzmedikamenten zu greifen", heißt es seitens der AOK.

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Betroffene geben laut der Kasse vor allem Stress, langen Bildschirmzeiten und Lärm die Schuld an ihrem pochenden oder dröhnenden Kopf. Auch seelische Belastungen würden häufig in einen Zusammenhang mit den Kopfschmerzen gebracht. (KNA/tar)

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Auch Frauen über 70 sollen Mammographie bekommen

Update vom 19. August: Künftig sollen auch Frauen im Alter zwischen 70 und 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Mammographie-Screening zur Brustkrebsvorsorge haben. Die Altersgrenze solle nach oben ausgeweitet werden, sagte eine Sprecherin des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) der Deutschen Presse-Agentur.

Voraussichtlich ab Sommer 2024 seien zusätzlich 2,5 Millionen Frauen anspruchsberechtigt, sagte Ärztin und G-BA-Mitglied Monika Lelgemann den Funke-Zeitungen.

Die Röntgenuntersuchungen der Brust werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, bislang haben allerdings normalerweise nur 50- bis 69-Jährige Anspruch auf das Screening.

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USA: Antibabypille rezeptfrei

Update vom 27. Juli: In den USA ist jetzt eine Antibabypille ohne Rezept erhältlich. Die Pille "Opill", die bereits seit den 1970er Jahren auf dem Markt ist, gibt es jetzt in Supermärkten, Drogerien und im Internet zu kaufen.

Laut der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA sind rund die Hälfte der sechs Millionen Schwangerschaften, die es pro Jahr in den USA gibt, nicht geplant. Durch einen einfacheren Zugang zu Verhütungsmitteln hoffe man, ungewollte Schwangerschaften verhindern zu können.

Anti-Baby-Pille

Einfachere Verhütung: USA lassen erste rezeptfreie Antibabypille zu

US-Behörden haben die erste frei verkäufliche Antibabypille zugelassen. Die "Opill" wird ab 2024 in Apotheken, Drogerien und Supermärkten erhältlich sein.

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Experten: Not-Nasenspray kann Drogentod verhindern

Update vom 7. Juli: Mit einem speziellen Nasenspray lassen sich Experten zufolge Todesfälle beim Drogenkonsum vermeiden. Das Notfallmedikament Naloxon ist zwar schon seit 2018 in Deutschland erhältlich, sollte aber noch breiter angewendet werden, wie Simon Fleißner vom Frankfurter Institut für Suchtforschung bei einer Fachveranstaltung in Kehl (Ortenaukreis) sagte. Anlass war der sogenannte Weltdrogentag am 3. Juli - an dem Tag wird international auf Drogenmissbrauch und seine Folgen aufmerksam gemacht.

Naloxon kann innerhalb weniger Minuten die atemlähmende Wirkung von Heroin, Fentanyl oder Morphin aufheben und so Leben retten. Dabei geht es insbesondere um Überdosierungen.

Wo Betroffene und Angehörige Hilfe finden:

  • Auf der Website des Deutschen Roten Kreuzes kann man nach Beratungsstellen in der eigenen Region suchen.
  • Ein bundesweites Sorgentelefon für Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen steht beim DRK auch unter 06062 / 607 67 zur Verfügung. Es ist von Freitag bis Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen in der Zeit von 8 bis 22 Uhr zu erreichen.
  • Weitere Angebote, die Betroffenen und deren Umfeld helfen können, finden sich auf der Seite des Bundesdrogenbeauftragten.

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Rufwahl geändert: Diese Telefonnummer sollte jede Frau kennen

Update vom 29. Juni: Unter der neuen Telefonnummer 116 016 finden Frauen Unterstützung, die von Gewalt betroffen sind.

Seit 1. Juni erreichen Betroffene das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter neuer Durchwahl. Das kostenlose, anonyme und barrierefreie Beratungsangebot gibt es bereits seit zehn Jahren. Es ist rund um die Uhr und in 18 Fremdsprachen verfügbar.

Die alte Telefonnummer 08000 116 016 bleibt mindestens ein Jahr weiter parallel erreichbar.

Gewalt gegen Frauen in Zahlen:

Hilfsangebote für verschiedene Krisensituationen im Überblick finden Sie hier.

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Tattoo statt Organspendeausweis: Wirkmächtiges Symbol auf der Haut

Update vom 5. Juni: Statt eines Ausweises im Geldbeutel kann man seine Bereitschaft zur Organspende nun auch auf der Haut tragen: Als Tattoo, das die Zustimmung zur Organspende symbolisiert. Die Idee für das "OPT.INK" genannte Organspende-Tattoo hatte der Verein "Junge Helden", der sich seit 20 Jahren um Aufklärung besonders bei jungen Menschen bemüht.

Das Symbol selbst vereint zwei Halbkreise zu einem Ganzen und kann auch als O und D für "organ donor" - englisch für Organspender - gelesen werden. Mehr als 300 Tattoostudios deutschlandweit stechen das Motiv kostenlos. Bisher hätten sich bereits 2.500 Menschen tätowieren lassen - darunter seien auch solche, die zuvor nicht auf die Idee gekommen wären, sich tätowieren zu lassen.

Organspende-Tattoo
Das Symbol vereint zwei Halbkreise zu einem Ganzen und kann auch als O und D für "organ donor" - englisch für Organspender - gelesen werden. © dpa/Pia Bayer

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Ob mit Tattoo oder klassischem Ausweis: So gibt man sich als Organspenderin oder -spender zu erkennen

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Schmerzen im unteren Rücken sind weit verbreitet

Update vom 23. Mai: Schmerzen im unteren Rücken sind einer aktuellen Auswertungen zufolge die weltweit häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Demnach litten 2020 weltweit 619 Millionen Menschen unter Schmerzen in diesem Bereich. Risikofaktoren dafür seien die Ergonomie des Arbeitsplatzes, Übergewicht und Rauchen, schreibt ein internationales Forschungsteam in der Fachzeitschrift "The Lancet Rheumatology". Im Jahr 2050 könnten demnach mehr als 840 Millionen Menschen weltweit unter solchen Beschwerden leiden.

Die Autoren und Autorinnen untersuchten zudem die Krankheitslast durch diese Schmerzen und berechneten die Zahl der mit gesundheitlichen Einschränkungen verbrachten Lebensjahre. Demnach sind Schmerzen im unteren Rücken global die häufigste Ursache für Lebensjahre in schlechterer Gesundheit: 69 Millionen solche Lebensjahre gingen demnach im Jahr 2020 auf ihr Konto.

Behandlungsmöglichkeiten bei Schmerzen im unteren Rücken

  • Laut dem Bundesgesundheitsministerium kann man Rückenschmerzen durch regelmäßige Bewegung vorbeugen. Wichtig dabei ist, die Rumpfmuskulatur durch Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen zu trainieren.
  • Wer Rückenschmerzen hat, sollte diese zuerst ärztlich abklären lassen. Doch selbst bei chronischen Rückenschmerzen sei Bewegung (auch leichte, etwa in Form eines Spaziergangs) die wirksamste Behandlung. Auch Pilates, Tai Chi oder Yoga können sinnvoll sein.
  • Auch Achtsamkeitstraining und Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung werden empfohlen.
  • In manchen Fällen kann eine kognitive Verhaltenstherapie helfen, um Denkmuster und Schmerzerfahrung zu ändern.
  • Weitere Behandlungsmöglichkeiten wie etwa Akupunktur, Wärme- und Kälteanwendungen oder Massagen können ebenfalls Erfolge bringen. Sie werden aber meist nicht von den Krankenkassen gezahlt.
  • In schweren Fällen kann eine Reha sinnvoll sein.

Weiteres zum Thema finden Sie in diesen Artikeln:

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Kostenlos und anonym: Auf DigiSucht.de finden Betroffene und Angehörige Hilfe bei dem Thema Sucht

Update vom 9. Mai: Bei der neuen digitalen und bundesweit angebotenen Suchtberatung DigiSucht des Bundesgesundheitsministeriums können sich Betroffene und Angehörige seit sechs Monaten zum Thema Sucht informieren - auch anonym. Per E-Mail und Chats können sie zudem mit Beraterinnen und Beratern der Psychosozialen Suchtberatung Kontakt aufnehmen. Im Fokus stehen dabei Alkohol, Cannabis, Glücksspiel oder übermäßige Nutzung digitaler Medien.

Wie funktioniert DigiSucht.de?

  • Wer sich kostenlos und anonym beraten lassen möchte, muss die Website in Chrome, Microsoft Edge oder Safari öffnen und sich zunächst auf der Seite registrieren. Dafür ist allerdings nur ein Nutzername und keine Emailadresse zwingend erforderlich.
  • Die Beratungen selbst können online und optional komplett anonym per Chat, aber auch per Videocall oder in einer Beratungsstelle vor Ort durchgeführt werden. Für letzteres kann man online Termine vereinbaren.
  • Auf der Website heißt es, dass die Gespräche mit professionellen und erfahrenen Suchtberaterinnen und Suchtberatern stattfinden. Diese arbeiten auch in Suchtberatungsstellen vor Ort.
  • Die Seite befindet sich momentan noch in der Modellphase und ist nur in 13 Bundesländern nutzbar, nicht in Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland sowie Schleswig-Holstein.

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Studie: Große Mehrheit kennt die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes nicht

Update vom 3. Mai: Nur knapp ein Drittel der Menschen in Deutschland kennt einer Umfrage des ADAC zufolge die bundesweit einheitliche Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Arztpraxen können sich Menschen mit akuten Beschwerden, mit denen sie normalerweise zu Haus- oder Fachärzten gehen würden, an die 116 117 wenden.

Doch dass 69 Prozent der Menschen diese Telefonnummer nicht kennen, führe unter anderem dazu, dass viele Erkrankte die Notaufnahmen von Kliniken aufsuchten, auch wenn kein medizinischer Notfall vorliege, teilte der ADAC mit.

Die Umfrage zeigt aber auch, dass nur knapp die Hälfte der Anrufenden mit dem telefonischen Service unter der Rufnummer 116 117 zufrieden ist. Bemängelt wird die teilweise zu lange Wartezeit, ebenso die Wartezeit beim Besuch der Bereitschaftspraxen selbst. Dort müssen sich die Patienten und Patientinnen im Schnitt eine halbe Stunde gedulden, elf Prozent warten sogar länger als eine Stunde.

Für die repräsentative Umfrage hatte der ADAC 1.015 Personen in der Gesamtbevölkerung sowie 2.000 Menschen, die im vergangenen Jahr eine der rund 800 Bereitschaftspraxen in Deutschland aufgesucht haben, befragen lassen.

Wichtig zu wissen:

  • Wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, aber die Arztpraxen geschlossen haben, etwa nachts oder am Wochenende. Alternativ können Sie auch direkt in eine Bereitschaftspraxis gehen.
  • Die Mitarbeitenden unter der 116 117 helfen, indem sie Ihnen Bereitschaftspraxen in der Nähe nennen oder Ihnen einen Arzt oder eine Ärztin zu Ihnen nach Hause schicken.
  • Außerdem helfen sie dabei, einen Termin in einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis zu finden.
  • Auf der Website des ärztlichen Bereitschaftsdienstes hilft der sogenannte "eTerminservice", schneller einen Termin bei Spezialisten wie Augenärzten, Frauenärztinnen, Kinder- und Jugend-Medizinern oder für psychotherapeutische Sprechstunden zu bekommen.

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In diesen Fällen zahlt die Krankenkasse Akupunktur

Update vom 26. April: Feine Nadeln, die dem Schmerz etwas entgegensetzen sollen: Wer sich für eine Akupunkturbehandlung entscheidet, muss sie oft aus eigener Tasche zahlen. Aber es gibt Ausnahmen. Bei chronischen Rücken- oder Knieschmerzen übernimmt möglicherweise die Krankenkasse die Kosten für eine Akupunktur. Darauf macht die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aufmerksam.

Wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind, zahlt die Krankenkasse bis zu zehn Akupunktursitzungen innerhalb von sechs Wochen:

  • Chronische Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder einer Arthrose im Kniegelenk.
  • Die Schmerzen müssen seit mindestens sechs Monaten bestehen.
  • Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin muss eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung haben - Akupunktur-Sitzungen bei Heilpraktikerinnen muss man laut Verbraucherzentrale aus eigener Tasche zahlen.
  • Gut zu wissen: Viele Krankenkassen bezahlen oder bezuschussen Akupunktur auch bei anderen Erkrankungen oder als der Teil der Geburtsvorbereitung - zum Beispiel im Rahmen von Bonusprogrammen.

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Notaufnahme-Gebühr bei gewissen Voraussetzungen - ein Modell für ganz Deutschland?

Update vom 23. April: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bremen spricht sich für eine Notaufnahme-Gebühr unter bestimmten Voraussetzungen aus. Die KV Bremen schlägt demnach ein Modell vor, wonach Patientinnen und Patienten eine medizinische Ersteinschätzung durchlaufen müssen - am Telefon oder online. Menschen mit augenscheinlichen Notfällen sollen davon nicht betroffen sein. Wer ohne Einschätzung in die Aufnahme geht, soll die Notfallgebühr zahlen, wie die KV Bremen mitteilte.

"Es geht nicht darum, diejenigen zu bestrafen, die medizinischer Hilfe bedürfen", teilten die Vorstände Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans mit. "Sondern diejenigen an Kosten zu beteiligen, die nicht hätten entstehen dürfen, weil teure Medizinstrukturen unsachgerecht in Anspruch genommen wurden."

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Was tun bei Verdacht auf Behandlungsfehler?

Update vom 19. April: Die AOK Hessen hat im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Euro wegen Behandlungsfehlern erfolgreich zurückgefordert. Wie die Krankenkasse in Bad Homburg mitteilte, wurden 39 Prozent der abgeschlossenen und gerichtlich entschiedenen Fälle 2022 als Behandlungsfehler bestätigt, das entspricht 106 Fällen. 1.260 Fälle sind derzeit noch in Bearbeitung, 366 davon waren 2022 neu dazugekommen.

  • Was tun, wenn man einen Behandlungsfehler vermutet? In diesem Fall sollten Sie sich zuerst an Ihre Krankenkasse wenden, rät Robin Diedering, der für das Behandlungsfehlermanagement der AOK Hessen verantwortlich ist. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung prüft dann den Fall. Am Ende steht ein wissenschaftliches Gutachten, in dem das Vorliegen eines Behandlungsfehlers entweder bejaht oder verneint wird.
  • Falls das Gutachten den Verdacht bestätigt, rät die AOK Hessen, entweder einen Anwalt einzuschalten oder abzuwarten, bis die Krankenkasse ihre Ansprüche durchgesetzt habe. "Eigene Forderungen sind dann viel leichter geltend zu machen", so Diedering. Was im Einzelfall der bessere Weg ist, werde im Erstgespräch abgeklärt.

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100 Millionen für Long-Covid-Forschung: Was Karl Lauterbach vorschwebt

Update vom 18. April: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bekräftigte bei einer Veranstaltung der Verlagsgruppe "die Zeit" am 18. April 2023 die Absicht, 100 Millionen Euro in die Forschung zur Long-Covid-Versorgung zu investieren. Er halte dies für notwendig und sei auch optimistisch. Über die Mittel dafür werde derzeit aber noch in den Verhandlungen zum Bundeshaushalt beraten.

Denkbar sei, dass bundesweit etwa zehn spezialisierte Zentren Studien entwickeln und koordinieren könnten. Dabei sei es nicht sinnvoll, überall dieselben Konzepte zu untersuchen. So gebe es bei Männern und Frauen Unterschiede, da sich auch ihre Immunsysteme unterschieden.

Das Ministerium wolle das vorhandene Wissen auf eine Internetseite bringen, auf der sich Ärzte, Ärztinnen und Betroffene mit gesicherten Angaben informieren können, erläuterte Lauterbach. Vorgesehen sei unterstützend dazu auch eine Telefon-Hotline.

  • Gut zu wissen: Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es am 5. April 2023 seitens des Bundesministeriums für Gesundheit: "Neben der bestehenden Öffentlichkeitsarbeit ist ein umfangreiches Informationsangebot zu Long-/Post-COVID vom BMG geplant, inklusive einer Hotline für Bürgerinnen und Bürger."

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Vielversprechende Studie: Corona-Nasenspray-Impfung erfolgreich bei Hamstern

Update vom 10. April: Forschende aus Berlin haben einen Nasenimpfstoff gegen das Coronavirus erfolgreich an Hamstern getestet. Nach einer zweimaligen Impfung habe sich das Virus nicht mehr vermehren können, teilte die Berliner Charité mit. Der neu entwickelte Lebendimpfstoff habe "in allen Parametern" besser abgeschnitten als die gespritzten Vergleichsimpfstoffe, darunter ein mRNA-Vakzin.

"Das Immungedächtnis wurde sehr gut angeregt, und die Schleimhäute waren aufgrund der hohen Antikörperkonzentration sehr gut geschützt", sagte Co-Autor Jakob Trimpert von der FU Berlin zu den Ergebnissen. Demnach könnte auch die Übertragbarkeit des Virus auf diese Weise deutlich reduziert werden.

Ausschlaggebend für das bessere Abschneiden des abgeschwächten Lebendimpfstoffs im Vergleich zu den anderen Vakzinen könnte aus Sicht der Fachleute sein, dass der über die Nase verabreichte Impfstoff eine Immunität direkt dort aufbaut, wo das Virus eintritt. Zudem enthalte der Lebendimpfstoff alle Virusbestandteile und nicht nur das Spike-Protein, wie es bei mRNA-Impfstoffen der Fall ist.

Den besten Schutz vor dem Coronavirus erzielte den Forscherinnen und Forschern zufolge eine zweifache Impfung über die Nase, gefolgt von der Kombination aus einer gespritzten Injektion eines mRNA-Impfstoffs und dem anschließend nasal verabreichten Lebendimpfstoff. Laut den Fachleuten könnte der Lebendimpfstoff daher besonders als Booster interessant sein.

  • Wie geht es mit dem Nasenimpfstoff weiter? Nun stehen Sicherheitsprüfungen in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Biotech-Start-up RocketVax AG an. Zudem ist eine klinische Phase-1-Studie am Menschen geplant, da die bisherigen Forschungsergebnisse von Hamstern stammen. Außerdem müssen unabhängige Forschende die als Preprint erschienene Studie prüfen. Dieses Vorgehen ist der Forschung gang und gäbe.
  • Wissenswert: Da Hamster ebenfalls an Corona erkranken und das Virus weitergeben können, kommen sie in der Corona-Forschung zum Einsatz.

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Post-Vac-Syndrom: Bayern richtet Hotline für Betroffene ein

Update vom 6. April: Wer nach einer Corona-Impfung anhaltende gesundheitliche Beschwerden hat, kann sich in Bayern ab Anfang April an eine neue Telefonhotline des bayerischen Gesundheitsministeriums wenden. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) teilte dazu mit, es kämen zwar insgesamt nur sehr selten anhaltende Gesundheitsstörungen nach einer Covid-19-Impfung vor. Der Freistaat lasse die Betroffenen aber nicht allein.

Diese wüssten bislang oft nicht, an wen sie sich wenden könnten. Zudem seien sehr viele Fehlinformationen im Netz unterwegs. Grundsätzlich empfiehlt das Gesundheitsministerium, sich bei Beschwerden nach einer Impfung zunächst an die impfende Ärztin oder den impfenden Arzt zu wenden. Auch Hausärztinnen und Hausärzte seien wichtige Anlaufstellen. Zudem gebe es für besonders schwierig gelagerte Fälle auch sogenannte Post-Covid- oder Long-Covid-Ambulanzen.

  • Wird es auch eine bundesweite Hotline für Post-Vac-Betroffene geben? Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es am 5. April 2023 seitens des Bundesministeriums für Gesundheit: "Eine explizit für den Themenbereich Post-Vac einzurichtende Hotline ist [...] nicht Teil der Kampagnenplanung." Vielmehr arbeite man an einem umfangreichen Informationsangebot zum Thema Long- und Post-Covid, inklusive Telefon-Hotline für Betroffene.

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Mit Material der dpa, KNA und AFP.

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