Nach dem tödlichen Angriff einer Gruppe Jugendlicher auf einen 49-Jährigen in Augsburg herrschen noch immer Trauer und Fassungslosigkeit. Mittlerweile konnten - auch aufgrund von Videoüberwachung - alle sieben Tatverdächtigen festgenommen werden. Am Nachmittag hat die Polizei auf einer Pressekonferenz weitere Details zur Tat bekannt gegeben.

Ticker zur Pressekonferenz der Polizei aktualisieren

  • Am Freitag ist ein 49-Jähriger bei einem Streit mit einer Gruppe junger Männer in Augsburg getötet worden
  • Alle sieben Tatverdächtigen konnten von der Polizei festgenommen werden
  • Dem Hauptverdächtigen wird Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen

15:16 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Weitere Informationen zu dem Fall und neue Entwicklungen finden Sie natürlich auf unserem Portal.

15:13 Uhr: Ein sechster Haftbefehl ist mittlerweile ausgestellt worden. Oberstaatsanwalt Werlitz sagte, er gehe davon aus, dass auch gegen den letzten Verdächtigen Haftbefehl erlassen werde.

Gegen den Hauptverdächtigen werde wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Den übrigen sechs Verdächtigen werde Beihilfe zum Totschlag und gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Feuerwehrmann auf dem Augsburger Königsplatz sind gegen alle sieben Tatverdächtigen Haftbefehle erlassen worden. Gegen den 17-jährigen Hauptverdächtigen wird wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Vorwürfe der "Vertuschung" - vor allem in Fragen der Nationalität der Verdächtigen - weißt die Polizei scharf zurück.

15:06 Uhr: Fragen nach der Nationalität ergeben das bereits bekannte Bild: Sechsmal gebe es eine deutsche Staatsangehörigkeit bei den Tatverdächtigen, dazu auch italienische, türkische und libanesische.

Nach der Tat waren vor allem Jugendbeamte im Einsatz, die unter anderem in Clubs vielversprechende Hinweise erhalten hätten.

14:55 Uhr: Zum genauen Auslöser des Streits werden keine Angaben gemacht. Die Frage, ob das spätere Opfer sich als Feuerwehrmann zu erkennen gegeben habe, wird verneint.

Der Schlag, der letztendlich zum Tod des Opfers geführt habe, sei "unvermittelt von der Seite und mit großer Heftigkeit" ausgeführt worden, so der Leiter Kriminalpolizei, Gerhard Zintl. Ein Gegenstand sei wohl nicht verwendet worden.

Augsburg: Hauptverdächtiger schon vorher mit Delikten aufgefallen

14:49 Uhr: Rolf Werlitz, Leitender Oberstaatsanwalt in Augsburg, spricht danach. Auch er lobt die Möglichkeit, gerade an einem belebten Platz wie dem Königsplatz auf die Videoauswertung zurückgreifen zu können.

Gegen fünf Personen aus der Gruppe der Tatverdächtigen seien bereits Haftbefehle erwirkt worden. Dem Hauptverdächtigen wird Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Werlitz rechnet damit, dass gegen alle sieben Verdächtigen Haftbefehle ausgesprochen werden. Den sechs weiteren Verdächtigen werde Beihilfe zum Totschlag und gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen.

Die Tatverdächtigen waren der Polizei teilweise bereits wegen diverser Delikte bekannt - zwei von ihnen wegen Körperverletzung.

14:40 Uhr: Als nächstes wird die Suche nach den flüchtigen Tatverdächtigen thematisiert. Eine 20-köpfige Truppe sei dabei im Einsatz gewesen.

Über Details zum Tathergang spricht der Leiter der Kriminalpolizei. Die Videoauswertung habe ergeben, dass die beiden Frauen an dem Abend vorausgegangen seien. Die späteren Opfer waren hinter ihnen gegangen, wobei einer der beiden Männer sich zu der Gruppe, die sich am Königsplatz aufhielt und die von den zwei Paaren da bereits passiert worden war, umgedreht habe und auf die Gruppe zugegangen sei. Aus der Gruppe heraus sei er mit einen Schlag niedergestreckt worden.

Zur Nationalität sei zu diesem Zeitpunkt der Videoauswertung noch nichts bekannt gewesen. Bis zum Samstag habe es lediglich Hinweise zur Kleidung, nicht aber auf die Gesichter gegeben.

Polizeipräsident: Nichts verheimlicht oder vertuscht

14:36 Uhr: Polizeipräsident Michael Schwald bedankt sich bei allen beteiligten Dienststellen für ihren Einsatz. Er lobt die Videoüberwachung, die für einen schnellen Ermittlungserfolg mitverantwortlich waren. Auch den anwesenden Pressevertretern dankt er für die sachliche Berichterstattung in den letzen Tagen.

Speziell zu Berichten in sozialen Medien nimmt Schwald ebenfalls Stellung und kritisiert Vorwürfe, es hätte eine Vertuschung von Informationen gegeben. "Das ist nicht der Fall", betonte er. "Ich möchte versichern, dass wir überhaupt nichts zu verheimlichen oder zu vertuschen haben."

14:30 Uhr: Michael Jakob, der Pressesprecher der Polizeipräsidiums Schwaben Nord, eröffnet die Pressekonferenz. Er weist darauf hin, dass aus ermittlungstaktischen Gründen nicht alle Fragen beantworten werden können.

12:30 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigt vor der CSU-Vorstandssitzung in München an, am Dienstag im Kabinett mögliche Verstärkung von Polizeipräsenz zu thematisieren. "Wir müssen uns weiter überlegen, wie wir der Gewalt, die in den Innenstädten zunimmt, noch besser entgegenwirken können, sei es durch Polizeipräsenz und durch andere Maßnahmen", so Söder.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ergänzt: "Wir prüfen jetzt auch kurzfristig, die Präsenz der Polizei auf jeden Fall auf den Weihnachtsmärkten, die ja im besonderen Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, in den nächsten zwei Wochen noch einmal zu verstärken."

Datenschutzbeauftragter: Keine Ausweitung der Videoüberwachung

11:40 Uhr: Der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri hat vor einer Ausweitung der Videoüberwachung gewarnt. Die Städte dürften nicht mit Kameras zugepflastert werden, so Petri am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Videoüberwachung muss die Ausnahme sein, die gerechtfertigt ist, aus dem Schutzgedanken heraus."

Eine flächendeckende Videoüberwachung sei seiner Meinung nach auch deswegen nicht sinnvoll, da es gar nicht das Personal gebe, um die Aufnahmen von allen Orten im Blick zu behalten.

In einer Zentrale könnten zwei Mitarbeiter vielleicht 20 Monitore kontrollieren: "Aber die können nicht 100 oder 200 Kameras in den Blick nehmen." Petri. Außerdem zeige auch die Erfahrung, dass die Kameras in der Regel keine Straftaten verhinderten.

10:15 Uhr: Nach dem tödlichen Angriff auf den 49-Jährigen in Augsburg ist ein siebter Verdächtiger ebenfalls festgenommen worden. Damit seien nun alle Gesuchten gefasst, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Montag in Augsburg.

Trauer und Entsetzen nach tödlichem Angriff

Ein Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr war am Freitagabend bei einem Streit mit einer Gruppe Jugendlicher beziehungsweise junger Männer am Königsplatz im Zentrum von Augsburg umgekommen.

Der Mann war mit seiner Frau und einem befreundeten Paar auf dem Weihnachtsmarkt und anschließend noch in einem Restaurant.

Auf dem Heimweg kam es zum Streit mit der Gruppe. Dabei wurde der Mann getötet, der zweite Mann wurde verletzt. Die Frauen blieben körperlich unverletzt.

Die Ermittler nahmen am Sonntag zunächst zwei 17 Jahre alte Hauptverdächtige fest. Anschließend wurden auch die weiteren Mitglieder der Gruppe gefasst. Bei der Fahndung half die Videoüberwachung, die die Polizei im Dezember 2018 am Augsburger Königsplatz installiert hatte.

Feuerwehrmann in Augsburg getötet: Hauptverdächtiger hat dreifache Staatsbürgerschaft

Bei dem einen 17-Jährigen, der den 49-Jährigen geschlagen haben soll, handelt es sich um einen Deutschen, der auch die türkische und die libanesische Staatsbürgerschaft besitzt.

Der andere 17-Jährige ist ein gebürtiger Augsburger mit italienischer Staatsbürgerschaft. Noch am Montag will der Haftrichter über eine mögliche Untersuchungshaft entscheiden. (dh/dpa)

Gewaltsamer Tod eines Feuerwehrmannes sorgt für Fassungslosigkeit

Nach dem gewaltsamen Tod eines 49-Jährigen in Augsburg sollen mehrere junge Männer dem Richter vorgeführt werden. Die Polizei ermittelt unter Hochdruck. © ProSiebenSat.1