Verheerende Feuer lodern in Griechenland, Wald und Torf in Schweden und Lettland stehen in Flammen: Und die Waldbrandgefahr in Europa steigt. Nach der anhaltenden Sommerhitze sind Böden und Vegetation ausgetrocknet – das hat dramatische Folgen. Und auch in Deutschland steigt die Brandgefahr.

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Erst der Norden, jetzt auch der Süden: In immer mehr Teilen Europas wüten wegen der Dürre und Sommerhitze große Waldbrände.

Nach den verheerenden Feuern in Schweden geraten am Montag auch Brände in Griechenland und Lettland außer Kontrolle. Um Athen sterben rund 50 Menschen durch das Feuer – Hunderte werden verletzt. Überall ist es extrem trocken - starker Wind facht die Feuer rasend schnell an. Die Lage in Europa im Überblick.

In Schweden und in Griechenland toben zurzeit verheerende Waldbrände. Was bedeutet das für Urlaubsreisende in den Gefahrenzonen?

Die Lage in Griechenland

In Griechenland sind Brände nahe Athen am Montag außer Kontrolle geraten. Die Rauchwolken verdunkelten dort die Sonne.

Die Sicht für die Piloten der Löschflugzeuge war aufgrund der Rauchentwicklung extrem eingeschränkt. "Es ist das schlimmste Szenario eingetreten", sagte der Chef des griechischen Zivilschutzes, Giannis Kapakis, im Fernsehen.

Inzwischen gehen die Behörden von rund 50 Todesopfern aus. Unter ihnen seien viele Kinder, berichtet das Staatsfernsehen ERT. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt. Viele schwebten in Lebensgefahr. "Es ist eine nationale Tragödie", sagte Innenminister Panos Skourletis dem Sender.

Die Flammen holten die flüchtenden Menschen ein. Panik brach aus. Die Straßen waren verstopft.

Es habe keinen Ausweg gegeben, berichteten Augenzeugen. "Man konnte nicht atmen. Es war schrecklich", sagte ein Mann im Staatsfernsehen. Viele verbrannten bei lebendigem Leib, berichteten Rettungskräfte.

Die Region um Athen ist dicht bewaldet. Im Pinienwald verstreut stehen Tausende Ferienhäuser und Wohnungen. Viele Athener verbringen dort ihren Sommerurlaub.

Die Lage in Schweden

Besonders ernst ist die Lage auch weiter in Schweden. Am Montag wüteten noch rund 25 Brände - einige so groß, dass die Rettungskräfte keine Hoffnung haben, sie noch zu löschen. Der Qualm sei sogar aus dem Weltall zu sehen, erklärte die europäische Weltraumbehörde Esa.

Die Brände waren in der vergangenen Woche ausgebrochen. Es brannten zeitweise mehr als 25.000 Hektar Land. Die Skandinavier forderten Hilfe aus ganz Europa an, um der Lage Herr zu werden.

Zu den internationalen Helfern gehören auch 52 freiwillige Feuerwehrleute aus Nienburg in Niedersachsen. Sie arbeiten in Dalarna, einer der am schlimmsten betroffenen Regionen wenige Hundert Kilometer nördlich von Stockholm.

Insgesamt seien sieben Flugzeuge, sieben Helikopter, 60 Fahrzeuge und 340 Feuerwehrleute aus Italien, Frankreich, Deutschland, Litauen, Dänemark, Portugal, Polen und Österreich geschickt worden.

Die Lage in Lettland

Im Nordwesten Lettlands verloren die Rettungskräfte die Kontrolle über einen Torf- und Waldbrand.

Im Kampf gegen die Flammen bitten die Behörden des baltischen Staates daher andere EU-Länder um Hilfe, wie Innenminister Rihards Kozlovskis am Montag nach einer außerordentlichen Regierungssitzung mitteilte. Demnach benötige Lettland besonders Unterstützung von Löschhubschraubern.

Das Feuer war in der Vorwoche in einem Torfmoor nahe der Stadt Talsi im Nordwesten Lettlands ausgebrochen und auf dem umliegenden Wald übergesprungen. Es griff rasch um sich, weil es in Lettland aufgrund einer andauernden Hitzewelle sehr trocken ist.

Bislang wurden gut 1.000 Hektar Wald, Buschland und Torfmoor zerstört, wie das Europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mitteilte. Ein kleineres Dorf wurde vorsorglich bereits evakuiert.

Die Lage in Deutschland und im Rest Europas

Für Deutschland erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einen weiteren Anstieg der Waldbrandgefahr in Deutschland. Vor allem im Norden und im Osten der Republik herrscht derzeit und Verlauf der weiteren Woche ein hohes Feuer-Risiko. Und Entspannung ist nicht in Sicht.

Die Wetter-Experten sagen für diese Woche extrem drückende Hitze voraus, die teilweise bis an die 40-Grad-Marke heranreicht. Dazu bleibt es in den gefährdeten Gebieten meist weiter trocken. Einen Überblick über die aktuelle Warnsituation finden Sie hier.

Auch im Rest Europas ist die Gefahr für Waldbrände weiter hoch. Betroffen sind dabei vor allem der Süden Spaniens, die Mittelmeerküste Frankreichs sowie Teile Italiens - wie Sizilien.

Einen Überblick über die europäische Warnsituation finden Sie hier. (mgb/dpa)

Teaserbild: © Theodora Tongas/AP/dpa