US-Vizepräsident Mike Pence hat von den europäischen Verbündeten einen Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran verlangt. Pence formulierte seine Forderung bei einer Rede im Rahmen einer Nahostkonferenz in Warschau. Dabei erhob er schwere Vorwürfe gegenüber der Regierung in Teheran.

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Die USA erhöhen den Druck auf die Europäer, das Atomabkommen mit dem Iran fallen zu lassen. US-Vizepräsident Mike Pence drohte den Verbündeten am Donnerstag in einer scharfen Rede auf der Nahost-Konferenz in Warschau indirekt damit, ihnen andernfalls an anderer Stelle die Solidarität zu verweigern.

"Wenn ihr uns bei diesem edlen Anliegen zur Seite steht, dann stehen wir auch zu euch." Mit deutlichen Worten kritisierte Pence den Versuch Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs, Iran-Geschäfte vor US-Sanktionen zu schützen.

Dieser Schritt werde Teheran stärken, die Europäische Union schwächen und die Differenzen zwischen der EU und den USA vergrößern.

Pence erhebt schwere Vorwürfe gegenüber dem Iran

Die Vereinigten Staaten werfen dem Iran Einmischung in regionale Konflikte und Unterstützung von Terrorismus vor. So bezeichnete Pence das Land am Donnerstag als "größte Bedrohung" in der Region und beschuldigte die Führung in Teheran, einen "neuen Holocaust" vorzubereiten.

Die USA hatten das 2015 geschlossene Abkommen zur Begrenzung der iranischen Atomkapazitäten im vergangenen Jahr aufgekündigt, weil sie Druck auf Teheran über Sanktionen für zielführender halten

Das seit 2016 geltende Atomabkommen ist so angelegt, dass wirtschaftliche Anreize die militärische Nutzung des iranischen Atomprogramms verhindern sollen.

EU-Länder wollen Abkommen mit Iran retten

Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen, die Vereinbarung zu retten. Vor zwei Wochen haben sie eine Gesellschaft gegründet, über die der Zahlungsverkehr bei Iran-Geschäften abgewickelt werden kann, wenn sich private Banken wegen drohender US-Strafen dazu nicht mehr bereiterklären.

Pence betonte, dass die USA bereit seien, die Sanktionen gegen den Iran weiter zu verschärfen. "Dieses Mal müssen alle Stärke zeigen", sagte er.

Der Vizepräsident lobte ausdrücklich Sanktionen arabischer und anderer Staaten gegen den Iran und fügte hinzu: "Traurigerweise waren einige unserer führenden europäischen Partner nicht annähernd so kooperativ. Stattdessen versuchen sie Mechanismen zur Umgehung unserer Sanktionen zu schaffen." (dpa/afp/thp)

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