• Österreich und fünf weitere Staaten finden die Verteilung der Impfstoffe innerhalb der EU ungerecht.
  • Die Alpenrepublik droht der EU nun damit, eine Bestellung von 100 Millionen Impfdosen zu blockieren, sollte sie nicht einen größeren Anteil aus einer vorgezogenen Lieferung bekommen.
  • Die Regierung von Sebastian Kurz bestreitet die Drohgebärden und spricht von einer "Falschinformation".

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Der Streit der EU-Staaten um die knappen Corona-Impfstoffe ist noch nicht gelöst. Österreich habe gedroht, eine Bestellung von 100 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer zu blockieren, wenn es nicht zusätzliche Mengen bekomme, meldete das Portal "Politico" am Dienstag. Ein EU-Diplomat bestätigte der Deutschen Presse-Agentur diese Drohung. Allerdings dementierte die Regierung in Wien umgehend: "Der Politico-Bericht fußt auf Falschinformationen", hieß es aus dem Bundeskanzleramt. "Wir unterstützen den portugiesischen Ratsvorsitz bei der Suche nach einer raschen Lösung."

Österreich und fünf weitere Länder beklagen, dass die Impfstoffe unter den 27 EU-Staaten ungerecht verteilt seien. Grundsätzlich läuft die Aufteilung nach Bevölkerungsstärke. Will jedoch ein Land seinen Anteil nicht oder nicht ganz, können andere EU-Staaten die Mengen aufkaufen.

Österreich will größeren Anteil an vorgezogener Biontech-Lieferung

Einige Regierungen setzten besonders auf Astrazeneca und sind nun wegen Lieferproblemen im Hintertreffen. Österreich bestellte weniger von Johnson & Johnson als ihm zugestanden hätte und befürchtet deshalb Lücken.

Mit zehn Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer sollen einige Löcher im zweiten Quartal gestopft werden. Dabei handelt es sich um eine vorgezogene Lieferung aus einem Kontingent von 100 Millionen Dosen, auf die die EU eine Option hat und die eigentlich erst in der zweiten Jahreshälfte kommen sollten.

Nun geht es darum, die Vertragsoption zu aktivieren und das vorgezogene Kontingent zu verteilen. Über letzteres wird in der EU aber seit Wochen gestritten. Am Mittwoch suchen die EU-Botschafter erneut eine Lösung. Die portugiesische Ratspräsidentschaft bereite einen Vorschlag vor, hieß es.

Bundeskanzleramt spricht von "Falschinformationen"

Neben Österreich hoffen Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien auf zusätzliche Impfdosen. Gemeinsam mit diesen Ländern hoffe Österreich bei der Aufteilung der zehn Millionen Dosen auf eine rasche Lösung, "damit wir beim Vertrag über die zusätzlichen 100 Millionen Pfizer-Dosen rasch handeln können", erklärte ein Regierungsvertreter in Wien.

Den Bericht über die Drohgebärden lässt das Bundeskanzleramt auf Anfrage von "Der Standard" dementieren. "Der Bericht fußt auf Falschinformationen. Wir unterstützen den portugiesischen Ratsvorsitz dabei, eine rasche Lösung zu finden", heißt es in der Stellungnahme. (hub/dpa)

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