Der Glyphosat-Alleingang von CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt sorgt für Missmut zwischen den möglichen Koalitionspartnern und für Unverständnis unter Bürgern. Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen bei "hart aber fair", was der stille Tod der Bienen durch Pflanzenschutzmittel bedeutet. Es wird viel zu kompliziert. Und doch steht am Ende eine klare Botschaft.

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"Was wir immer seltener hören: Bienen, Insekten, Vögel. Wer ist schuld? Glyphosat?" Frank Plasberg führt am Montagabend nachdenklich in seine Sendung "hart aber fair" ein.

Nachdenklich wird auch schnell der Zuschauer, weil er oder sie von der Diskussion zum Thema "Der stille Tod der Bienen - wer vergiftet unsere Natur?" nicht viel versteht.

Hart aber fair diesmal viel zu kompliziert

Zu technisch ist das Thema. Zu speziell an Begrifflichkeiten. Zu verfahren die Debatte zwischen den verschiedenen Seiten.

Unter anderem ist Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU da. Jener geschäftsführende Minister also, der in einer Zeit ohne neugebildete Bundesregierung Handlungsstärke in Brüssel demonstrieren wollte.

Christian Schmidt stellte sich bei "hart aber fair" den kritischen Fragen zu seiner Glyphosat-Entscheidung.

Und dessen Alleingang im Glyphosat-Entscheid in der EU schließlich hinterher für Riesen-Unmut in Deutschland sorgte.

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat gilt unter anderem deshalb als umstritten, weil es Krebs beim Menschen nach sich ziehen können soll.

Dickicht an Fachbegriffen

Andere Pflanzenschutzmittel sollen indes für massenweise Bienen- und Insektensterben sorgen.

Und das ist schlecht für das Ökosystem und die Ökonomie, schließlich haben allein die Bienen mit ihrer Bestäubung eine Wirtschaftskraft von 22 Milliarden Euro, erklärt Plasberg.

Es ist einer von mehreren verzweifelten Versuchen des ARD-Moderators, der Sendung Struktur zu geben.

Und dem Zuschauer die Chance zu geben, sich durch das Dickicht an Fachbegriffen und Zankereien durchzukämpfen.

Plasberg wirkt unbeholfen

Richtig kurios wird es, als der junge Sohn eines Imkers via Skype zugeschaltet wird. Joma Meinhardt ist sein Name.

Der Junge schlägt sich ganz gut, ist aber doch überfordert. Zudem hakt die Verbindung über Skype.

"Man klingt, als hätte man Schnaps getrunken", meint Plasberg, will witzig sein, wirkt aber eher unbeholfen.

Joma erzählt, dass er schon häufiger gestochen worden sei. Interessant? Eher nicht.

Und, dass sein Vater Spenden für die Imkerei nehme. Spenden? Heikel! Der Vater lächelt schüchtern in die Kamera.

CSU-Minister Schmidt verteidigt sich

Währenddessen verteidigt sich Landwirtschaftsminister Schmidt nach den Turbulenzen um seine Person in den vergangenen Tagen überraschend selbstbewusst.

Er habe bereits die meisten Neonicotinoide (gefährliches Pflanzenschutzmittel, d. Red.) in Deutschland verbieten lassen, sagt er etwa, nur eben noch nicht alle. Es ist mal wieder eine eigenwillige Interpretation des CSU-Politikers.

Und doch vermittelt die Sendung noch eine entscheidende Botschaft. Ranga Yogeshwar referiert. Und damit jener Wissenschaftsjournalist, den die Öffentlich-Rechtlichen bei naturwissenschaftlichen Themen so gern und oft zu Rate ziehen.

Ranga Yogeshwar: "Es brennt"

"Wenn die sterben, wird es eng in der Natur", sagt er über das Bienensterben und erklärt, dass in jedem Honig mindestens ein Vertreter der Neonicotinoide drin sei, "oft auch mehrere. Wir sind momentan mit der Landwirtschaft dabei, die Natur zu vergiften".

Vor dem Hintergrund dieses "massiven Insektensterbens" müsse gehandelt werden, meint er und nimmt den wenig reumütigen CSU-Minister in die Pflicht: "Und zwar jetzt. Und auch das, Herr Schmidt, könnten Sie im Alleingang machen. Es brennt."

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