Im Gegensatz zur CDU verfolgt die SPD auf jeden Fall einen gesetzlichen Mindestlohn. Lesen Sie, welche Ziele die SPD bei einer Wahl in der Arbeits- und Rentenpolitik verfolgt.

Für einen gesetzlichen Mindestlohn

Auch die SPD setzt sich die Vollbeschäftigung zum Ziel. Die Arbeitsbedingungen sollen besser – Work-Life-Balance ist hier das Stichwort – und flexibler werden. Die Sozialdemokraten fordern einen gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde sowie die Stärkung des Tarifsystems und der Tarifbindung. Die Löhne sollen gerechter werden: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Dies gilt besonders für die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern. Ein Entgeltgleichheitsgesetz soll diesen Missstand beenden.

Leiharbeit, Schein-Werkverträge, befristete und geringfügige Arbeitsverhältnisse will die SPD regulieren. Außerdem will die Partei Mindeststandards für Praktika einführen, um Missbrauch zu bekämpfen. Dazu gehören "ein Vertrag, eine Mindestvergütung, ein qualifiziertes Zeugnis sowie bei Praktika, die nicht Teil der Berufsausbildung sind, die Befristung auf maximal drei Monate." Sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen soll es künftig nicht mehr geben. Arbeitnehmern mit Mini-Jobs versprechen die Sozialdemokraten eine bessere soziale Absicherung.

Für die Arbeitslosenversicherung hat die Partei große Pläne: Sie soll zu einer Arbeitsversicherung weiterentwickelt werden. "Die Arbeitsversicherung stellen wir auf drei Säulen: den bestehenden sozialrechtlichen Anspruch auf Qualifizierung durch die Arbeitsmarktförderung der Bundesagentur für Arbeit im Falle von Arbeitslosigkeit, einen gestärkten arbeitsrechtlichen Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf Sicherung und Erhalt der Qualifikation und einen neuen individuellen Rechtsanspruch auf Weiterbildung und Qualifizierung, über den die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst entscheiden."

Neue Solidarrente

Die Sozialdemokraten planen einen besseren Übergang vom Erwerbsleben in die Rente. Dazu haben sie verschiedene Modelle entwickelt, die auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Arbeitnehmer zugeschnitten sind. Wer 45 Jahre lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, soll zum Beispiel mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Die SPD verspricht in ihrem Wahlprogramm: "Wir werden das derzeitige Niveau bei den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Ende des Jahrzehnts aufrechterhalten." 2020 wird es dann eine Neubewertung der Situation geben.

Zudem will die SPD die betriebliche Altersvorsorge stärken. Eine neue "Solidarrente" soll außerdem dafür sorgen, dass langjährige Versicherte mindestens 850 Euro an Rente bekommen. Wie die Union wollen auch Steinbrück und Co. Eltern bei der Rentenberechnung besser berücksichtigen und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung integrieren. Bis 2020 sollen die Renten in Ost und West vereinheitlicht werden.

Im Vergleich: Das fordern die anderen Parteien

Um herauszufinden, welche Partei Ihren Überzeugungen am nächsten kommt, können Sie das bei uns ab Ende August mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung überprüfen. Der Wahl-O-Mat stellt allerdings keine Wahlempfehlung dar, sondern dient lediglich der Information zu den Wahlprogrammen der Parteien. Den Wahl-O-Mat finden Sie hier.