Präsident Donald Trump zweifelt den Sieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden bei der diesjährigen US-Wahl an. Und tatsächlich gab es in der US-Geschichte drei Fälle, in denen der Ausgang einer Wahl zumindest teilweise in Frage gestellt wurde.

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Überraschend kommen Donald Trumps Zweifel nicht: Er hatte bereits im Vorfeld der Wahl offen gelassen, ob er das Ergebnis anerkennen würde. Der Republikaner sieht sich als Opfer systematischen Wahlbetrugs, obwohl es darauf bislang keine Hinweise gibt. Fälle von Wahlbetrug sind in den USA generell extrem selten und können von der Justiz streng geahndet werden. Bislang gab es in der US-Geschichte drei Fälle, in denen der Ausgang einer Wahl zumindest teilweise in Frage gestellt wurde.

Wahl im Jahr 1876: Tilden gegen Hayes

Der Demokrat Samuel Tilden liegt im Jahr 1876 zunächst vorne. Aber die Ergebnisse aus vier südlichen Bundesstaaten sind umstritten. Die beiden Parteien werfen sich gegenseitig Wahlbetrug vor. Der Kongress verständigt sich auf das Einsetzen einer Kommission, um den Wahlsieger zu bestimmen. Sie macht letztlich den republikanischen Kandidaten Rutherford Hayes zum Präsidenten. Die Demokraten erkennen die Entscheidung nach Zugeständnissen an.

Wahl im Jahr 2000: Gore gegen Bush

Deutlich mehr Amerikaner stimmen im Jahr 2000 direkt für den Demokraten Al Gore als für den Republikaner George W. Bush. Doch im entscheidenden Gremium der Wahlleute ist die Entscheidung knapp. Der Bundesstaat Florida ist das Zünglein an der Waage, das Ergebnis dort extrem knapp und umstritten. Erst nach langen juristischen Auseinandersetzungen, die bis vor das Oberste Gericht in Washington gingen, steht Bush als Sieger fest. Letztlich liegt er in Florida 537 Stimmen vor Gore.

Wahl im Jahr 2016: Trump gegen Clinton

Nach der Wahl 2016 behauptet Trump ohne Beweise, dass er "ohne massiven Wahlbetrug" die Mehrheit aller Direktstimmen gewonnen hätte. Die Demokratin Hillary Clinton holt knapp 2,9 Millionen Stimmen mehr als der Republikaner, was Trump ärgert. Clinton verliert die Wahl aber trotzdem, weil Trump sich dank seiner Siege in den Bundesstaaten eine satte Mehrheit der Wahlleute sichert. (dpa/ash)

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