Kroatien, Griechenland oder Österreich – in der Coronakrise scheinen auch Reisen ins europäische Ausland bald wieder möglich. Für die klassischen Urlaubsländer gelten jedoch unterschiedliche Bestimmungen und Regelungen.

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Vorerst bis zum 14. Juni gilt die weltweite Reisewarnung des auswärtigen Amtes für nicht notwendige und damit auch für touristische Reisen. Aktuell ist wegen der Coronakrise in vielen Ländern mit Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und generellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu rechnen.

Doch nach Wochen der umfassenden Einschränkungen gibt es jetzt Hoffnung auf einen Sommerurlaub. In Europa werde es sicher früher möglich sein, die Reisewarnung aufzuheben als für andere Reiseziele, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas. Voraussetzung sei jedoch, dass sich der jetzige positive Trend in vielen Ländern verstetige.

Egal wohin die Reise führt: Gäste müssen überall mit Einschränkungen rechnen. Dabei spielen das Einhalten von Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eine wichtige Rolle. Zudem sehen einige Länder aktuell noch eine 14-tägige Quarantäne für Einreisende vor.

Auch bei der Rückkehr nach Deutschland kann es zu Problemen kommen, denn in einigen Bundesländern müssen sich Reiserückkehrer ebenfalls zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Bund und Länder haben die Aufhebung zwar beschlossen, diese wurde jedoch bislang noch nicht überall umgesetzt.

Österreich: Urlaub bald möglich

Für Österreich sind die Deutschen die wichtigste Gästegruppe - und sie sollen ihre bereits gebuchten Urlaube im Sommer auch antreten dürfen.

Beide Länder haben sich jetzt darauf verständigt, die Grenzen ab dem 15. Juni vollständig zu öffnen, sofern es die Infektionszahlen erlauben. Geschäfte und Gastronomiebetriebe sind unter Auflagen bereits geöffnet, ab dem 29. Mai sollen Hotels wieder Gäste empfangen dürfen.

Dann werden auch Sehenswürdigkeiten und Freizeitanlagen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Schweiz: Grenzöffnung geplant

Eine vollständige Grenzöffnung zur Schweiz soll ebenfalls am 15. Juni erfolgen, sofern es die epidemische Entwicklung erlaubt. Damit ist auch der Urlaub dort wieder möglich.

Bereits jetzt sind in der Schweiz unter Berücksichtigung von besonderen Auflagen Hotels und Gaststätten geöffnet. Voraussichtlich am 27. Mai wird entschieden, wann die Bergbahnen, Panoramazüge und Ausflugsschiffe wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen.

Niederlande: Sommer am Strand realistisch

Auch im westlichen Nachbarland gibt es konkrete Pläne für Lockerungen. Restaurants, Kneipen und Museen haben mit Einschränkungen bereits geöffnet, einige Campingplätze erlauben Fahrzeuge mit eigenem Bad an Bord.

Ab dem 1. Juli dürfen auch Touristen wieder einreisen. Dann können Ferienparks und Campingplätze wieder vollständig öffnen, in Strandpavillons, Cafés und Restaurants wären bis zu 100 Gäste erlaubt. Museen können nach vorheriger Anmeldung besucht werden.

Frankreich: Die Lage ist noch unklar

Nach mehrwöchiger Ausgangssperre freuen sich die Franzosen über Lockerungen. Erste Strände und touristische Ziele konnten von Einheimischen bereits am Wochenende besucht werden.

Offiziell will die französische Regierung bis Ende Mai über die Öffnung von Hotellerie, Gastronomie und kulturellen Sehenswürdigkeiten entscheiden.

Im besten Fall könnten Einrichtungen in vom Coronavirus weniger betroffenen Regionen bereits ab dem 2. Juni wieder öffnen. Noch ist aber nicht sicher, ob davon auch Touristen profitieren.

Spanien: Erste Testurlauber reisen Ende Juni

Die Regionen Spaniens durchlaufen derzeit einen Vier-Stufen-Plan zur Öffnung des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens. So durften beispielsweise in Teilen des Landes Hotels unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Bereits Ende Juni wollen die Balearen deutsche Touristen testweise ins Land holen, ähnliche Pläne gibt es auf den Kanaren. Wenn diese Versuchsreisen keine erhöhten Infektionszahlen zur Folgen haben, könnte im Juli der klassische Tourismus wieder vorsichtig hochgefahren werden.

Da die Angst vor einer zweiten Ausbruchswelle des Coronavirus SARS-CoV-2 groß ist, dürfen Reisende derzeit nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ins Land kommen. Sie müssen sich seit dem 15. Mai in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Diese Maßnahme soll gelten, bis der Corona-Alarmzustand endet. Dieser wurde vorerst bis 24. Mai verlängert.

Kroatien: Reisen informell bereits erlaubt

Das Land an der Adria verzeichnet wenige COVID-19-Fälle, die Küstenregionen waren ohnehin wenig betroffen. Bereits seit dem 11. Mai gelten daher gelockerte Einreisebestimmungen, sodass Ausländer aus bestimmten Gründen die Grenze ohne Corona-Test und ohne Quarantäne-Auflagen passieren dürfen.

Dazu zählen laut einer informellen Weisung des Innenministeriums auch Reisende, die eine Unterkunft in Kroatien gebucht haben.

Italien: Südtirol geht Sonderweg

Im vom Coronavirus schwer getroffenen Italien gibt es kleine Schritte in Richtung Freiheit. Nach einem rund zweimonatigen Lockdown treten jetzt Lockerungen in Kraft. Seit dem 18. Mai öffnen Restaurants, Bars, Geschäfte und Museen wieder, auch der Petersdom in Rom kann besichtigt werden.

Und am Wochenende verkündete Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, dass das Land am 3. Juni die Grenzen zu den EU-Ländern öffnen und die Quarantänemaßnahmen für Einreisende aus den EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz aussetzen werde.

Einen eigenen Weg bei der Öffnung geht Südtirol. Nachdem der Einzelhandel bereits seit 9. Mai und Restaurants sowie Museen seit dem 11. Mai offen sind, dürfen Beherbergungsbetriebe und Seilbahnen ab dem 25. Mai Gäste öffnen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Griechenland: Ferien wahrscheinlich mit Einschränkungen möglich

Bei sommerlichen Temperaturen haben die ersten Strände unter strengen Auflagen wieder geöffnet. So sind pro 1.000 Quadratmeter nur 40 Personen erlaubt. Ab dem 25. Mai sollen zudem Tavernen und Bars wieder öffnen dürfen.

Was den internationalen Tourismus angeht, läuft alles auf den 1. Juli hinaus. Nach heutigem Stand müssen Urlauber jedoch damit rechnen, sich bei Einreise einem COVID-19-Test unterziehen zu müssen.

Türkei: Ab Mitte Juni in die Sonne fliegen

In der Türkei will man mit "gesundem Tourismus" die Touristen anlocken. Hotels und Restaurants sollen ebenso wie Fluggesellschaften darauf geprüft werden, ob sie Hygiene- und Sicherheitsanforderungen einhalten. Erste Reisebeschränkungen innerhalb des Landes wurden bereits aufgehoben, internationale Flüge sollen ab Mitte Juni wieder erlaubt sein.

Dänemark: Der Norden bleibt zu

Geduld ist bei Reisen in den Norden gefragt. Dänemark hat am 14. März seine Grenzen geschlossen und einen Einreisestopp verhängt. Die Regierung wird aber bis spätestens zum 1. Juni die Frage der Grenzöffnung und Einreisebestimmungen neu bewerten.

Im Land selbst dürfen am 18. Mai Restaurants unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln wieder Gäste empfangen, auch Hotels, Campingplätze und Einkaufszentren sind offen. Deutsche Urlauber sollten mit Buchungen allerdings noch abwarten.

Verwendete Quellen:

  • Webseite des Auswärtigen Amtes: Reisewarnung bis 14.06. – was das für den Sommerurlaub bedeutet
  • Merkur.de: Urlaub in der Corona-Krise: Maas erklärt weiteres Vorgehen - und macht wichtige Ankündigung
  • Tagesschau.de: Pilotprojekt mit deutschen Touristen
  • Webseite des Schweizer Bundesrates: Coronavirus: Schweiz verständigt sich mit Deutschland, Österreich und Frankreich auf Grenzöffnung
  • Webseite des österreichischen Bundeskanzleramts: Bundeskanzler Kurz: Grenzöffnung zwischen Österreich und Deutschland ab 15. Juni
  • Austria.info: Coronavirus-Situation in Österreich
  • Webseite der niederländischen Regierung: COVID-19: the Dutch steps after 11 May in simple language
  • AHK.es: Coronavirus in Spanien
  • Webseite der deutschen Vertretung in Griechenland: Hinweise zum Coronavirus in Griechenland/ Reisebeschränkungen
  • Touristik-aktuell.de: Italien: Einreise ab 3. Juni möglich
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