Kiew

Pro-russische Separatisten marschieren in der Krisenstadt Debalzewo ein - die Waffenruhe im Osten der Ukraine steht auf dem Spiel. Bricht sie ganz, wäre auch der Minsker Friedensplan gescheitert und neue Kämpfe wahrscheinlich. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ein Heimspiel geht anders: Bayern Münchens Achtelfinalgegner in der Champions League, Schachtjor Donezk, spielt über 1.000 Kilometer fern der Heimat und hat damit so einige Probleme. Auf die Bayern wartet dennoch eine ganz spezielle Partie gegen einen sehr speziellen Gegner.

Kurz vor der geplanten Waffenruhe in der Ostukraine haben sich prorussische Aufständische und Regierungstruppen im Kriegsgebiet erneut blutige Kämpfe geliefert. Die Rebellen und die ukrainische Regierung drohen sich vor Beginn der Waffenruhe in der kommenden Nacht gegenseitig. Zudem ist bislang nicht klar, ob die Feuerpause im gesamten Kriegsgebiet gelten wird: Ein Rebellenchef kündigte einen erbitterten Kampf um strategisch wichtige Stadt an.

Noch liefern sich die Rebellen in der Ostukraine erbitterte Kämpfe mit der ukrainischen Armee. Doch damit soll es ab Sonntag ein Ende haben. Dann tritt offiziell die zweite Auflage des bereits im September ausgehandelten Friedensabkommens aus dem weißrussischen Minsk in Kraft.

So eine Woche hatte selbst Angela Merkel noch nicht: Als Friedensvermittlerin fliegt sie zwischen Ost und West gut 20.000 Kilometer hin und her.

Einen Tag vor dem geplanten Ukraine-Gipfel in Minsk haben ukrainische Truppen nahe der Hafenstadt Mariupol im Süden des Landes eine Offensive gegen prorussische Separatisten begonnen. Auf der von Russland annektierten Krim hätten rund 600 russische Soldaten eine Militärübung gestartet.

In stundenlangen Gesprächen verhandeln Kanzlerin Merkel und Frankreichs Staatschef Hollande mit Russen und Ukrainern über einen neuen Friedensplan für das Kriegsgebiet Donbass. Dabei geht es um viele Interessen gleichzeitig. Kann jetzt ein Durchbruch gelingen?

Angela Merkel ist mit dem französischen Staatschef Francois Hollande zu Wladimir Putin gereist, um über einen Ausweg aus der Ukraine-Krise zu verhandeln. Sollte die Initiative scheitern, könnte die US-Regierung doch noch Waffen an Kiew liefern. Dagegen sträubt sich Merkel bislang. Dafür wurde sie von US-Senator John McCain bereits scharf angegangen. Jetzt legt dieser noch einmal nach.

Der Entschluss steht fest: Die USA werden keine Waffen an Kiew liefern. Doch im Osten des Landes eskaliert die Situation – die Separatisten kündigen an, bis zu 100.000 Mann zu mobilisieren. Was bedeutet der Rückzieher der Amerikaner für Kiews Kampf gegen die Rebellen?

Weiter ist keine Lösung der Ukraine-Krise in Sicht - auch wenn Kanzlerin Angela Merkel dem russischen Präsidenten ein wesentlich engere wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht stellt. Dafür soll Russland auf die Einhaltung des Minsker Friedensabkommens durch die Separatisten hinwirken. Doch Putin verfolgt längst andere Pläne.

Von einer Waffenruhe im Donbass redet niemand mehr im ukrainischen Konfliktgebiet. Die Kampfhandlungen sind so stark wie seit Wochen nicht mehr. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warnt nun vor noch mehr Blutvergießen in der Ostukraine.

Krieg oder Frieden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hoffen auf baldige Gespräche für eine Lösung des Konflikts im Donbass....

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält an den Wirtschaftssanktionen gegen Russland unabhängig von der Rubel-Krise fest und knüpft die Strafen weiter an Moskaus Haltung zu Kiew....

Im ukrainischen Atomkraftwerk Saporoschje, dem leistungsstärksten Kernkraftwerk Europas, ist nach einer Panne der dritte Reaktorblock abgeschaltet worden.

Putin mahnte die USA, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Russlands einzumischen. Zuvor schlug Außenminister Lawrow direkte Gespräche zwischen Kiew und den Rebellen vor - ohne Beisein der USA und der EU.

Informationen der Ukraine seien falsch und eine "provozierende Mitteilung".

Neue Provokationen in der Ukraine: Die Spannungen zwischen der Regierung in Kiew und den Separatisten in der Ostukraine haben sich wieder verschärft. Nach Meinung der Osteuropa-Expertin Susan Stewart wird sich die Lage in absehbarer Zeit nicht beruhigen.

Die ukrainische Regierung warnt nach den umstrittenen Wahlen in den Regionen Donezk und Lugansk vor einem Zerfall des Landes. Außenminister Paulo Klimkin kündigte in der "Bild"-Zeitung an, Kiew werde die Ostukraine wieder voll in seinen Machtbereich aufnehmen.

Nach Abspaltung von Donbass drohen weitere Kämpfe in der Ukraine.

In der krisengeschüttelten Ostukraine nutzen die prorussischen Separatisten die brüchige Waffenruhe, um ihre Abspaltung von Kiew voranzutreiben.

Wladimir Putin soll gedroht haben, binnen zwei Tagen in Warschau, Riga, Vilnius oder Bukarest einnehmen zu können. Das geht offenbar aus Gesprächsprotokollen hervor.

EU will Abkommen mit Kiew durchziehen - ohne auf Russland zu hören.

Die Zeichen in der Ukraine stehen auf Frieden: Der ukrainische Präsident geht davon aus, dass mittlerweile rund 70 Prozent der russischen Truppen aus der Ukraine abgezogen worden seien.

Der Zwischenbericht zum Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs MH17 über der Ostukraine belastet nach Ansicht der Separatisten die Regierung in Kiew....