Seit 2009 ist Sabine Kehm die Managerin von Rennsportlegende Michael Schumacher. In einem Interview mit dem Sportportal "Sportbuzzer" verriet sie nun neue Details zum Unfall und zu Schumis Privatleben.

Der 29. Dezember 2013 liegt mittlerweile dreieinhalb Jahre zurück. Seit seinem schweren Skiunfall im französischen Méribel an diesem Tag ist der siebenfache Formel-1-Weltmeister Michael Schuhmacher von der öffentlichen Bildfläche verschwunden.

Seine langjährige Managerin Sabine Kehm hat nun in einem Interview mit dem Onlineportal "Sportbuzzer" geschildert, wie sie den Unfall erlebte und warum die Schumachers Fans und Medien über den Gesundheitszustand der Rennsportlegende im Dunklen lassen.

Jagd auf ein Unfallopfer

Die Nachricht vom Unfall von Michael Schumacher erhielt Kehm während eines Besuchs bei ihren Eltern. "Am Nachmittag wusste ich, dass die Situation ernst ist. Am nächsten Morgen war ich dann im Krankenhaus in Grenoble".

Dort sorgten Medienvertreter laut der Managerin für surreale Szenen. "Es war eine große Aufgeregtheit, ein regelrechtes Jagdfieber. Ein Journalist hatte sich als Priester verkleidet, ein anderer angegeben, Michaels Vater zu sein. Den Mitarbeitern im Krankenhaus war anfangs nicht klar: Wer ist hier eigentlich wer?"

Eine Entscheidung in Schumis Interesse

Seitdem dringen nur noch wenige Informationen über Michael Schumacher an die Öffentlichkeit.

Nahezu vollständig abgeschirmt versucht er seitdem im Kreise seiner Familie sich von den Folgen des Unfalls zu erholen.

Kehm erklärt diesen Umstand damit, dass Schumacher immer eine "sehr konsequente Grenze zwischen der öffentlichen Person und der Privatperson gezogen" habe.

Die Entscheidung für die Informationssperre sei damit "in Michaels Interesse getroffen worden. Es ist das Recht der Familie damit so umzugehen, wie es am besten ist für die Familie".

Schumachers zwei Seiten

Als Sportler sei Michael vor dem Unfall laut Kehm ein Mann gewesen, der dem Sieg alles untergeordnet habe.

Dazu sei er auch bereit gewesen "zu sich selbst fast schon gnadenlos zu sein".

Im Laufe der Zeit durfte Kehm aber auch eine andere Seite Schumachers kennenlernen.

So beschreibt sie ihn als lockeren, großzügigen, sensiblen Menschen, dem die Familie über alles ging. "Er ist mir sehr lieb geworden, ebenso wie seiner Familie".

Mittlerweile begleitet Kehm auch Schumis Sohn Mick auf seinem Weg "um ein kompletter Rennfahrer zu werden".

Seit diesem Jahr fährt Mick in der Formel 3 und seine Managerin hat nur lobende Worte für ihn: "Mick macht das perfekt, er geht unbeirrt seinen Weg".

(thp)