München (seb/ae) - Der Ton bei Werder Bremen wird rauer. Sportchef Klaus Allofs hat Trainer Thomas Schaaf jetzt indirekt mit Kündigung gedroht, falls sich die Tabellensituation des Vereins nicht schnell verbessert.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Allofs, dass Schaaf trotz ihrer langjährigen Freundschaft "keinen automatischen Entlassungs-Schutz" genießt. "Wenn wir glauben, Thomas Schaaf ist nicht mehr der Richtige, müssten wir uns trennen", so Allofs in "Bild".

Dieser Zeitpunkt sei jetzt jedoch noch nicht gekommen, sagt Allofs weiter – doch bei der aktuellen Krise des Vereins stellt sich die Frage, wie lange Schaaf das Team noch führen darf. Elf Spieltage vor Saisonende rumpeln die Bremer auf Platz 14 herum, und die Abstiegsränge sind näher als das rettende Mittelfeld der Tabelle. So schlimm stand es das letzte Mal vor 31 Jahren, damals stieg Werder ab.

Lange wurde Werder für die Nibelungentreue zu Trainer Schaaf mit Anerkennung überhäuft. Seit 1999 führt der wortkarge Mannheimer das Team, in dieser Zeit holte er einmal die Meisterschaft und dreimal den DFB-Pokal. Doch jetzt scheint selbst "Denkmal" Schaaf nicht mehr fest im Sattel zu sitzen.

Allofs übte auch Kritik an der Mannschaft, speziell Aaron Hunt. Der habe den nach Real Madrid verkauften Mesut Özil nicht ersetzen können, so Allofs. "Unsere Einschätzung, dass Hunt dafür die Akzente setzen kann, hat sich bisher als falsch erwiesen", sagte Allofs gegenüber "Bild", fügte aber hinzu: "Wir haben Hoffnung, dass sich das verbessert."

Der Sportchef selbst muss um seinen Job wohl nicht bangen. Der Boss des Werder-Aufsichtsrates, Willi Lemke, hat Allofs laut "Bild" eine Vertragsverlängerung über das Jahr 2012 hinaus angeboten. "Wir würden gerne den Weg mit ihm weitergehen", so Lemke zu "Bild". Allerdings stellt auch Lemke Bedingungen: "Verhandeln werden wir erst, wenn sich unsere sportliche Situation entspannt hat."

Am Sonntag hat Schaaf die Möglichkeit, das Ruder doch noch einmal herumzureißen. Leicht wird es allerdings nicht: Der Gegner heißt Bayer Leverkusen, steht auf Platz 2, und Schaaf fehlen nicht nur die Verletzten Naldo und Jensen, sondern auch "Kampfschwein" Torsten Frings (Gelbsperre). Ein Blick in die Statistik gibt jedoch Grund zur Hoffnung. Vier der letzten fünf Spiele gegen Bayer endeten unentschieden - das fünfte gewann Bremen.