Königin Elisabeth II. wird am 21. April 89 Jahre alt. Ihre Amtskollegin Königin Margrethe II. von Dänemark feierte erst vor wenigen Tagen ihren 75. Geburtstag - das war's dann aber auch schon mit den Ähnlichkeiten der beiden letzten verbliebenen Monarchinnen Europas. Wer ist die Königin der Queens? Anlässlich der beiden Geburtstage bitten wir die Damen zum royalen "Duell".

Regentschaft

Seit 1972 ist Königin Margrethe von Dänemark im Amt. Doch diese 43 Jährchen sind nichts im Vergleich zur Rekord-Regentschaft von Königin Elisabeth II.: seit 1952 hält die Queen das Zepter in der Hand und ist damit nach Königin Victoria (1837-1901) die am zweitlängsten amtierende Monarchin Großbritanniens. Bleibt Elizabeth über den 10. September 2015 hinaus auf dem Thron sitzen, hat sie sogar ihre Ururgroßmutter überholt. England 1, Dänemark 0.

Königreich

Königin Margrethe ist das Staatsoberhaupt von Dänemark, Grönland und der Färöer. Insgesamt herrscht sie dort über rund 5,7 Millionen Menschen - Peanuts im Vergleich zum Königreich von Queen Elizabeth II.! Die britische Königin ist nicht nur Staatsoberhaupt Großbritanniens, sondern auch des 15 Staaten umfassenden Commonwealth. Allein mit den rund 64 Millionen Menschen, die nur in Großbritannien unter ihrer Herrschaft stehen, hat sie Margrethe haushoch geschlagen. England 2, Dänemark 0.

Vermögen

Über Geld spricht man nicht – das gilt insbesondere für Blaublüter. Nichtsdestotrotz wird immer wieder über die Vermögensverhältnisse der Royals spekuliert. Im Falle von Königin Elizabeth II. kam das Magazin "Forbes" im Januar auf eine Summe von rund 450 Millionen Euro. Hinzu kommen die Anwesen Sandringham House und Balmoral Castle. Ihre dänische Kollegin Margrethe taucht selten bis nie in Rankings der reichsten Royals auf. Zuletzt wurde ihr Vermögen 2013 vom TV-Magazin "Hörzu" auf eine Summe von knapp 200 Millionen Euro beziffert, das Privatanwesen Château de Cayx kommt noch hinzu. Klarer Punkt für England also. England 3, Dänemark 0.

Macht

Margrethe I. und Elizabeth II. – sie beide sind Staatsoberhäupter ihrer Königreiche. Dänemark wie Großbritannien sind parlamentarische Erbmonarchien, in denen der Regent hauptsächlich repräsentative Pflichten wahrnimmt und vom Steuerzahler getragen wird. Im Großen und Ganzen haben die beiden Monarchinnen denselben Einfluss auf die Politik ihres Landes – nämlich so gut wie gar keinen. Unentschieden also. England 4, Dänemark 1.

Skandale

Skandale gehören zu Royals wie die Krone auf das Haupt eines Monarchen. Kein anderes Königshaus hat derart viele Schlagzeilen produziert wie das Britische: "Tampon-Telefonat", "Sophiegate" oder "Nazi-Harry" - Königin Elisabeth kann gewiss ein Lied davon singen. Im Gegensatz dazu wirkt der Königshof von Margrethe fast wie eine royale Klosterschule ... Punkt für Dänemark! England 4, Dänemark 2. Boulevard-Fans mögen das langweilig finden. Das dänische Volk sieht das aber anders - was uns zum nächsten Punkt bringt …

Beliebtheit

Mit ihren bald 89 Jahren ist die Queen of England bei ihrem Volk so beliebt wie lange nicht – doch das hat sie vor allem dem kleinen Prinz George zu verdanken. Margrethe hingegen wird von ihren Untertanen geradezu mit Sympathie überschüttet. Das Volk liebt sie, denn sie ist eine von ihnen: Die Königin der Dänen raucht gern, lacht viel und flucht auch mal – das macht sie zu einer unkonventionellen aber nahbaren Monarchin. Klarer Sieg für Dänemark! England 4, Dänemark 3.

Lifestyle

Königin Margrethe von Dänemark ist der Paradiesvogel unter den Monarchen. Die 75-Jährige ist bekennende Raucherin, sie hat eine eigene Wodka-Marke auf den Markt gebracht und ist für ihre bunte und ausgefallene Mode berüchtigt. Königin Elisabeth hingegen ist da traditioneller unterwegs. Dafür gilt sie aber auch als streng und unnahbar, was man von ihrer dänischen Kollegin nicht behaupten kann. In Sachen Lifestyle hat Dänemark klar die Nase vorn. England 4, Dänemark 4.

Ergebnis

Unser royales Duell zwischen England und Dänemark geht mit 4:4 aus. Auch wenn Elizabeth und Margrethe wohl nicht unterschiedlicher sein könnten, sie beide werden von ihrem Volk geliebt - und ausgehalten. Sie haben keinen Einfluss auf die Politik und nagen nicht am Hungertuch. Am Ende ist es wohl Geschmacksache, welche Monarchin die Nase vorne hat: die klassische und strenge Elisabeth, Königin von England, oder die unkonventionelle Raucherin von Nebenan, Königin Margrethe I. von Dänemark.

(jwo)