Barack Obama war nicht nur der "Präsident der Playlisten", er ist auch der "Ex-Präsident der Leselisten": Auf Facebook teilt er seine sorgfältig ausgewählte Sommerlektüre mit der Welt.

Mehr Kultur-Themen finden Sie hier

Was macht ein Ex-Präsident in den Sommerferien? Im Fall von Barack Obama ist das Rätsel gelöst: Lesen, lesen und noch ein wenig lesen.

Auf Facebook hat der ehemalige US-Präsident seine Bücherliste des Sommers veröffentlicht.

Das Auswählen der richtigen Lektüre gehöre zu seinen Lieblingsbeschäftigungen im Sommer - "ob im Urlaub mit der Familie oder einfach an einem ruhigen Nachmittag", schreibt Obama.

Die Welt der Kinderbücher ist bunt und immer gibt es ein Happy End. Na ja, fast immer. Denn es gibt auch Autoren, die das Medium Kinderbuch nutzen, um ernste und schwierige Themen anzusprechen.

Diese fünf Bücher waren Obamas Urlaubslektüre

  • V. S. Naipaul: "Ein Haus für Mr. Biswas"
  • Michael Ondaatje: "Kriegslicht"
  • Tara Westover: "Educated: A Memoir"
  • Tayari Jones: "An American Marriage"
  • Hans Rosling: "Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist"

Den Roman "Ein Haus für Mr. Biswas" las Obama nicht zum ersten Mal: Er nahm den Tod des kürzlich verstorbenen Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul zum Anlass, diesen "großartigen Roman über das Aufwachsen in Trinidad und die Herausforderung postkolonialer Identität" erneut zur Hand zu nehmen.

Das Buch beschreibt die Geschichte des mit sechs Fingern an einer Hand geborenen Mr. Biswas, der als Sohn indischer Einwanderer in Trinidad aufwächst. Er strebt stets nach einem besseren Leben, scheitert aber an seinen Lebensumständen.

Ebenfalls auf Obamas Leseliste befindet sich "Kriegslicht" - der neue Roman von Michael Ondaatje, Autor des Welterfolgs "Der englische Patient". "Kriegslicht" beschreibt die Geschichte von Eltern, die ihre Kinder im Jahr 1945 von einen Tag auf den nächsten in den Händen potenzieller Krimineller zurücklassen. Von diesem düsteren Anfang aus entspinnt sich eine Geschichte, die Elemente von Agentenroman, Schauermärchen und Artus-Legende in sich trägt und laut Obama die "bleibenden Auswirkungen eines Kriegs auf eine Familie" beschreibt.

Regnerische Ferien, zu faul zum Selberlesen oder ein Lifehack gegen den Frust im Stau - gute Gründe für Hörbücher gibt es immer. Gute Hörbücher auch.

"Educated: A Memoir" ist noch nicht auf Deutsch erschienen, in den USA aber längst ein Bestseller. Tara Westover beschreibt in der Autobiographie, wie es ihr gelungen ist, die Endzeitvisionen ihrer Prepper-Mormonenfamilie in Idaho hinter sich zu lassen und an der Eliteuniversität Cambridge Geschichte zu studieren.

Auch "An American Marriage" lässt sich bisher nur im englischen Original lesen. Obama beschreibt es als "Darstellung der Folgen eines Fehlurteils auf ein junges afroamerikanisches Paar". Die frischverheirateten Celestial und Roy können ihr gemeinsames Leben nur kurz genießen: Roy wird wegen eines Verbrechens verurteilt, das er nicht begangen hat. Während er im Gefängnis sitzt, nähert sich Celestial einem Freund aus Kindertagen an. Als Roy früher entlassen wird, sieht sich Celestial hin- und hergerissen in ihrer Liebe für die zwei Männer.

Hans Roslings "Factfulness" ist laut Barack Obama "ein hoffnungsvolles Buch über das Potenzial für den Fortschritt des Menschen, wenn wir von Fakten ausgehen statt von unseren inhärenten Vorurteilen". Der kürzlich verstorbene schwedische Gesundheitsforscher Rosling schrieb darin gegen gefühlte Wahrheiten an und machte deutlich: Nur wer die Fakten kennt, kann eine Situation adäquat einschätzen.

Vom "Präsidenten der Playlisten" zum "Ex-Präsidenten der Leselisten"

Es ist nicht das erste Mal, dass Barack Obama Kulturtipps mit seinen Followern teilt: In der Vergangenheit hatte Obama mehrfach Play-Listen bei Spotify zusammengestellt - etwa seine liebsten Sommer- oder Weihnachtshits.

Der Streaming-Anbieter aus Schweden bot ihm daraufhin nach Ende seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident zum Spaß einen Job an - als "Präsident der Playlisten". (ank)

Verwendete Quellen: