• Der Skandal-Song "Layla" von DJ Robin x Schürze wird gerade heiß diskutiert.
  • Wegen des sexistischen Inhaltes soll der Song verboten werden.
  • In Interviews äußern sich nun Schlager-Stars zu dem Hit.


"Ich hab‘ nen Puff und meine Puffmama heißt Layla, sie ist schöner, jünger, geiler." Während die einen zu diesen alles andere als jugendfreien Zeilen feiern, kritisieren die anderen den Nummer-1-Hit wegen seiner sexistischen Inhalte massiv - und wollen den Skandal-Song von DJ Robin x Schürze sogar verbieten lassen. Der Produzent des Songs, Ikke Hüftgold ("Summerfield Records"), hat eine Online-Petition gestartet, um sich für den Partyhit starkzumachen und sich gegen eine Zensur auszusprechen.

Ein Verbot könnte "Layla" sogar in die Karten spielen

Ganz Deutschland scheint aktuell über "Layla" zu sprechen, die hitzige Debatte ist in vollem Gange. Verbale Unterstützung erhält das "Layla"-Team nun von einigen Mallorca-Kolleg:innen. Unsere Redaktion hat bei Mickie Krause, Tim Toupet, Anna-Maria Zimmermann, Axel Fischer und dem Bierkapitän nachgefragt. Der gemeinsame Nenner: Ein Verbot ist der falsche Weg und könnte dem Song letztlich sogar in die Karten spielen. "Ich stehe klar hinter der künstlerischen Freiheit", sagt etwa Toupet, der die Debatte vor allem in einer Zeit, "in der wir unzählige andere und viel größere Probleme haben" als "lächerlich" empfindet.

Tim Toupet: "Dass der Titel erfolgreich ist, hat das Volk entschieden"

Der Kölner hält die "Layla"-Kritik für überzogen: "Meiner Meinung nach sind sehr viele englische Top-10-Titel noch wesentlich extremer. Es versteht nur kaum jemand, wenn zum Beispiel über Ecstasy in einem Club gesungen wird. Und jetzt kommt ein Song daher, der exorbitant durch die Decke geht, und es wird so ein Theater gemacht." Dass der Titel erfolgreich ist, habe laut Toupet das Volk entschieden. "Das darf nicht manipuliert werden", stellt der 50-Jährige klar.

Mickie Krause erwartet nun einen noch größeren Hype

Gegen die Zensur des Partyhits, der auf einigen Volksfesten nicht gespielt wird, darunter wohl auch das Münchener Oktoberfest, spricht sich auch Malle-Star Krause aus. Der Sänger glaubt nicht daran, dass der "Layla"-Erfolgszug dadurch gestoppt werden kann: "Immer wenn etwas verboten wird, macht es das noch interessanter. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Song jetzt einen noch größeren Hype bekommt."

"Die Jungs hatten nicht die Absicht, zu provozieren oder zu polarisieren"

Krause, der es dieses Jahr insgesamt auf gut 45 Auftritte im "MegaPark" auf Mallorca bringen wird, ist sich sicher, "dass die Jungs (DJ Robin und Schürze) nicht die Absicht hatten, zu provozieren oder zu polarisieren. Sie wollten auch niemanden verletzen, sondern einfach nur einen lustigen Song machen." Die Sexismus-Debatte rund um "Layla" sieht der 52-Jährige differenziert: "Ich glaube, für die Leute, die diesen Song feiern und lieben, hat er keinen sexistischen Hintergrund. Wobei, wenn man genau hinhört, dann hat er diesen Hintergrund." Mickie Krause weiß, wovon er spricht, da er im Verlauf seiner Karriere ähnliche Erfahrungen sammelte: "Das ist bei vielen anderen Songs auch so. Bei meinen ‚Zehn nackten Friseusen’ war das 1999 nicht anders, der Titel war schon sehr doppeldeutig."

Der Bierkapitän appelliert: "Bitte nicht zu ernst nehmen"

Doppeldeutige Titel sind am Ballermann eher die Regel als die Ausnahme. Davon kann auch der Bierkapitän ein Lied singen, der 2018 mit seinem gleichnamigen Song einen Partyhit hinlegte. Patrick Portnicki, wie der Künstler mit gebürtigem Namen heißt, erinnert sich: "Damals gab es auch vereinzelt Kritik an der Zeile 'Hier spricht der Milchkapitän, darf ich bitte mal die Milchtüten sehen', die manch einer auf seine eigene Weise interpretierte."Der Bierkapitän verweist darauf, dass Partyschlagersongs in der Regel mit einem Augenzwinkern zu verstehen seien. Sein Appell: "Bitte nicht zu ernst nehmen."

Sogar Anna-Maria Zimmermanns Sohn hat "Layla" schon mitgesungen

Letzteres würde auch Anna-Maria Zimmermann, eine der erfolgreichsten Sängerinnen in der Branche, so unterstreichen. "Ich finde die Nummer in erster Linie lustig", erklärt sie im Interview. Zwar sei der zweifachen Mutter schon klar, dass der Titel nicht kinderfreundlich ist, doch allzu dramatisch sieht sie diesen Umstand nicht. "Sogar mein Sohn hat diesen Song bereits vor sich hergesungen. Ich denke mir immer: Zum Glück weiß er noch nicht, was er da eigentlich singt", sagt Zimmermann.

Axel Fischer überrascht mit "jugendfreier und trotzdem witziger" Parodie

Ihr Kollege Axel Fischer ("Traum von Amsterdam") ist vor vier Monaten erstmals Vater geworden. "Mein Sohn ist Gott sei Dank noch zu jung, um Songtexte wie 'Layla' zu hinterfragen. Wenn er später mit zwölf aus der Schule kommt und singt 'Ich hab‘ nen Puff und meine Puffmama heißt Layla', würde ich ihm vielleicht erst mal was von den Beatles erzählen", erklärt er augenzwinkernd. Der Norddeutsche ist sich sicher, "dass die Künstler einfach ein Gute-Laune-Lied in die Welt setzen wollten" und stimmt damit seinen oben genannten Kolleg:innen zu. Fischer, dessen aktuelle Single "Mallorca Mallorca" (ein Party-Cover des Harpo-Hits "Moviestar") heißt, hat sich auch dem "Layla"-Phänomen angenommen und eine kleine Parodie auf TikTok veröffentlicht. "Jugendfrei und trotzdem witzig", verrät er uns.

Bundesjustizminister Buschmann

"Layla"-Sexismusdebatte geht weiter - Justizminister bremst

Nun untersagt auch die größte Kirmes am Rhein den umstrittenen Nummer-1-Hit "Layla". Selbst ein Bundesminister schaltet sich in die Debatte ein. Es geht um die Frage: Sollte ein Partysong wirklich verboten werden? (Bildquelle: IMAGO / Future Image / F. Kern)
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