Birgit Schrowanges neuer Look begeistert derzeit nicht nur die Promi-Welt: Die Moderatorin trägt keine Perücke mehr und steht nun zu ihren weiß-grauen Haaren. Nur schade, dass Schrowange dabei allzu pathetisch wird - und die zweifelhafte Rolle von RTL in den Hintergrund rückt.

Birgit Schrowanges (59) haarige Angelegenheit hat sich endlich erledigt. Die Moderatorin gab am Montag in der "Bild" zu, dass sie sich rund 20 Jahre lang die Haare gefärbt und zwischenzeitlich sogar eine Perücke getragen hat.

Jetzt zeigt sich Schrowange erstmals mit ihrer aktuellen Originalhaarfarbe: Weiß-grau. Am Montagabend moderierte sie die Sendung "Extra - Das RTL-Magazin" im natürlichen Look.

In einer Werbepause meldet sich die 59-Jährige live auf Facebook zu Wort: Sie wirkt aufgeregt, aber glücklich. Die Moderatorin tänzelt leicht von links nach rechts.

Schrowange grinst in die Kamera. Immer wieder fährt sie sich mit den Händen durch die Haare.


"Seit heute Morgen halb acht klingelt bei mir das Telefon. Ich habe schon viele positive Reaktionen bekommen", sagt sie.

"Mir geht es super. Ich fühle mich total befreit. Vor allem dass ich jetzt endlich die Perücke in die Ecke pfeffern konnte."

RTL lehnte ihre Naturfarbe früher ab

Schrowange ohne Perücke: Das sind die Reaktionen im Netz.


So weit, so gut. Weil Schrowange im Boulevardbereich des Senders RTL arbeitet, hat sie sich in ihrem Kosmos quasi "geoutet". Ein Kosmos, in dem sonst nur Perfektion und Jugendlichkeit zählen. Klar, dass ihr bei den überwiegend positiven Reaktionen ein Stein vom Herzen fällt.

Was bei aller Euphorie aber untergeht: RTL hat es Schrowanges Aussage nach jahrelang verboten, sich mit ihrer natürlichen Haarfarbe zu zeigen.

Dieses Vorgehen des Senders überrascht wohl nur wenige. Dennoch ist es traurig: Bei Deutschlands größtem Privatsender waren graue oder weiße Haare bei seinen Moderatorinnen bis vor Kurzem noch verpönt.

Den Männern ergeht es hingegen anders. Der inzwischen ergraute Peter Kloeppel ist seit rund 25 Jahren Chefmoderator der Hauptnachrichten. Das wirkt so schön seriös, wenn der Mann mit den grau melierten Haaren die wichtigsten News aus aller Welt vorliest, so wohl die Denke des Senders.

Birgit Schrowange schwingt pathetische Rede

Doch nicht nur über die Einstellung von RTL lässt sich streiten. Birgit Schrowange selbst schießt mit der Vorstellung ihres neuen Looks übers Ziel hinaus: "Frauen, macht euch mal locker. Ihr seid schön, so wie ihr seid. Der liebe Gott hat uns alle unterschiedlich geschaffen."

Die Frauen sollen sich also mal locker machen - so die Aussage der Frau, die sich rund 20 Jahre hinter ihren gefärbten Haaren versteckt und den Konflikt mit den RTL-Chefs gescheut hat.

Beinahe dreist ist es, nun anderen Frauen solch einen lapidaren Ratschlag zu erteilen.

Darüber hinaus verkündet Schrowange mit viel Pathos: "Die Zeit der Künstlichkeit ist vorbei. Es sind wieder echte Menschen gefragt."

Klingt wenig glaubwürdig für jemanden, der ein Boulevard-Magazin moderiert, welches von der Welt der RTL-Stars aus DSDS, Dschungelcamp oder "Adam sucht Eva" berichtet.

Einer durch und durch künstlichen Welt.

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