Erst Detlef D! Soost, nun Daniel Aminati: Der "taff"-Moderator will mit seinem eigenen Fitnessprogramm Sportmuffel in acht Wochen "krass" machen. Im Interview gibt er Tipps, wie man den inneren Schweinehund bezwingt - und verrät, wie wohl ein Boxkampf zwischen ihm und Detlef ausgehen würde.

Daniel, beim Promiboxen hast du bereits Nico Schwanz und Mehrzad Marashi ordentlich verdroschen. Wie wäre es mit einem Kampf der Fitnessmänner gegen Detlef D! Soost?

Daniel Aminati: Ich liebe den Boxsport und boxe nach wie vor, aber Promiboxen ist ein unglaublich zeitintensives Unterfangen. Ich weiß nicht, ob ich das noch mal machen werde. Wenn ich mich auf so was vorbereite, trainiere ich in der Regel zweimal am Tag, sechs Wochen lang. Die Kombination der Vorbereitung und der täglichen Präsenz bei "taff" ist echt hart.

Du weichst mir aber aus. Wäre Detlef ein Gegner für dich?

Nein. Ich denke, er weiß, dass ich boxerisch ein wenig weiter bin als er. Ich boxe schon seit 20 Jahren, das wird wahrscheinlich schwierig werden für Detlef.

Bei einem anderen Showevent hast du vor Kurzem auch mitgemacht: "Schlag den Star". Hier hast du Stefan Effenberg sehr deutlich besiegt. Wäre ihm das nicht passiert, wenn er vorher dein "Mach dich krass"-Programm gemacht hätte?

Bei "Schlag den Star" geht es nicht nur um Fitness, sondern auch um Geschicklichkeit. Bei uns waren es auch primär Geschicklichkeitsspiele. Ich habe mich aber gefreut, dass ich beim Fußball gewonnen habe. Da war ich überrascht. Hallo, das ist Stefan Effenberg, Champions-League-Sieger und einer der besten Mittelfeldspieler, die Deutschland je hatte.

Du hast aber selbst auch sehr lange Fußball gespielt …

Klar, ich habe ja auch bei Bayern gespielt. Aber nur für eine Saison in der A-Jugend. Ich hatte da schon meine Tanzgeschichten im Hinterkopf. Da musstest du dich aber voll auf den Fußball konzentrieren. Außerdem war der Kader so stark. Mit Didi Hamann, Max Eberl oder Uwe Gospodarek waren richtige Granaten dabei.

Dein neuestes sportliches Projekt ist eben dein Fitnessprogramm. Den Namen "Mach dich krass" belächeln aber viele. Kannst du das nachvollziehen?

Das verstehe ich sehr wohl, weil es mir am Anfang auch so ging. Die Firma, mit der ich zusammenarbeite, hat mir "Mach dich krass" vorgeschlagen. Darauf habe ich geantwortet: "Sag‘ mal, seid ihr bescheuert? Bin ich Bushido, oder was?" Mein Vorschlag war dann: "Mach dich krass fit", abgeleitet von Crossfit (Anm. d. Redaktion: Eine Trainingsmethode, die unter anderem Gewichtheben, Sprinten und Turnen miteinander verbindet).

Dann habe ich in meinem Umfeld nachgefragt, welchen Namen sie besser finden. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass "Mach dich krass" besser ist, weil es mehr Aufmerksamkeit erzeugt. Weil man sich erst einmal fragt, was das eigentlich ist.

Dein Training ist auf acht Wochen angelegt. Was ist mit der Zeit danach, lässt einen das Programm dann nicht im Stich?

Bisher ist das Training vier Monate lang abrufbar. Es wird aber bald ein Abo-Programm mit neuen Übungen und Ernährungstipps geben, damit man weitertrainieren kann. Es ist klar, dass man nicht in acht Wochen von einem Elton zu einem Dwayne "The Rock" Johnson mutieren kann. Mir geht es aber im Wesentlichen darum, die Menschen mit Spaß an den Sport heranzuführen. "Mach dich krass" spricht hauptsächlich Anfänger an, junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren.

Du bewirbst dein Programm mit "Es gibt nichts Wichtigeres, als sich gut zu fühlen". Mir fallen aber viele Dinge ein, die mindestens genauso wichtig sind. Ist dieser Slogan nicht ein wenig oberflächlich?

Finde ich nicht, im Gegenteil. Klar, Aussehen ist nicht alles. Es gibt aber nichts Wichtigeres, als sich gut zu fühlen.

Was ist mit Freunden oder Familie – ist das nicht ein zu egozentrischer Ansatz?

Überhaupt nicht. Du kannst dich nicht hinstellen und sagen "Liebt mich", wenn du nicht lieben kannst. Du bist der Auslöser von allem in deinem Leben. Wenn du selbst ein glücklicher Mensch bist, bist du für dein Umfeld und die Gesellschaft ein weitaus angenehmerer Geselle. Ich versuche selbst viel zu lachen, Dinge nicht zu ernst zu nehmen. Spaß am Leben – das ist das Entscheidende. Es gibt nichts Wichtigeres. Nichts. Gar nichts. Das ist auch ein stückweit meiner Mentalität geschuldet. Und deswegen ist der Slogan alles andere als oberflächlich.

Stichpunkt Spaß: Wie bringt man jemanden dazu, Spaß am Sport zu haben, langzeitmotiviert zu sein, wenn man nur aus Diät-Gründen abnehmen will?

Wenn ein Mensch sieht, dass er Erfolge erzielt, wird er automatisch langzeitmotiviert sein.

Aber es besteht doch die Gefahr des berühmten Jo-Jo-Effekts …

Wenn diese neue Lebensphilosophie nicht zu radikal ist, dann wird sie sich durchsetzen. Du involvierst sie in dein Leben, sie wird Alltag. Das merke ich auch an mir. Ich wollte früher unbedingt ein Sixpack haben. Ich habe zwar sechsmal die Woche trainiert, doch ich habe es nicht hinbekommen. Dann hat sich meine Trainerin meine Ernährung angesehen und mir geraten, einfach mal die Schokolade wegzulassen (lacht).

Was hat sie dir noch geraten?

Dass ich auf Weißbrot oder Nudeln verzichten soll. Wir sind dazu erzogen, dass wir morgens unsere Stulle reinhauen. Wir konsumieren schnell in der Kantine, weil wir keine Zeit haben. Inzwischen ist es aber so, dass ich mir Essen vorkoche. Ich gehe gar nicht mehr in die Kantine. Erstens ist es mir zu laut, zweitens ist das Essen, weil sie für die Masse kochen, qualitativ nicht so hochwertig. Du musst dich neu justieren, neu konfigurieren. Und irgendwann wird das normal.

Hast du Tipps parat, wie man den inneren Schweinehund bezwingt?

Ja. Durch Suggestion. Hierzu gibt es ein tolles Buch, "The Secret" von Rhonda Byrne. Man muss sich nicht nur immer wieder vorstellen, was man möchte, sondern man muss es sich anschauen. Dadurch werden die Dinge im Unterbewusstsein gespeichert. Ich hatte eine Zeit lang im Bad eine Suggestionstafel. Eine Collage, auf die ich draufgepackt habe, was mir wichtig ist und was ich noch erreichen möchte. Das habe ich jeden Tag im Bad gesehen. Bei mir war es zum Beispiel ein Malediven-Urlaub oder ein Bild mit Publikum und einer Band, weil ich sehr gerne Musik mache.

Ein anderes Beispiel: Man sagt gerne, morgen fange ich mit dem Training an. Dann pack aber wirklich deine Tasche und stell sie vor die Tür. Und wenn du gehst, nimmst du sie mit. Damit man sich am nächsten Tag erinnert: Oh, hier steht meine Tasche. Ich muss heute trainieren.

Eine Tasche ist aber schnell wieder in die Ecke gestellt …

Ja, wenn du was erreichen willst, musst du dir selbst in den Arsch treten. Es sind nur kleine Hilfestellungen. Es ist zwar gut, dass sich die Leute im Fitnessstudio anmelden, doch oft gehen sie nicht hin und der Vertrag läuft einfach weiter. Letztendlich muss man Spaß am Training bekommen. Und wenn du es selbst nicht schaffst, dann lass dich vom Aminati motivieren. Aber ich kann dich nicht aufs Fahrrad setzen.

Daniel Aminati ist 41 Jahre alt und ein deutscher Fernsehmoderator bei dem Boulevard-Magazin "taff" auf ProSieben. Derzeit wirbt er auch für sein Fitness-Programm "Mach dich krass". Von 1994 bis 1997 war er Leadsänger der ersten deutschen Boyband Bed & Breakfast.