Bei Netflix startet die neue Serie von Matt Groening. "Disenchantment" steckt voller Anspielungen auf Mittelalterserien wie "Game of Thrones" und liefert gleichzeitig reihenweise Selbstzitate aus dem Werk des "Simpsons"-Schöpfers. Die Story um die rebellische Prinzessin Bean dürfte bei Fans deshalb bestens ankommen.

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Der Tag der großen Hochzeit ist gekommen, Prinzessin Bean soll in die von ihrem Vater arrangierte Ehe mit einem Prinzen aus einem benachbarten Königreich eintreten. Doch ein spektakulärer Unfall führt dazu, dass der Bräutigam unmittelbar vor dem Ja-Wort von einem aus Schwertern geschmiedeten Thron aufgespießt wird und sein Leben lässt.

Es soll ja durchaus Menschen geben, die die Mega-Serie "Game of Thrones" noch nicht gesehen haben, der großen Mehrheit dürfte aber spätestens bei dieser Szene aus der ersten Folge der neuen Netflix-Serie "Disenchantment" klar sein, wohin der Weg geht.

Matt Groening, der Erschaffer der "Simpsons", hat seine neue Serie in einer mittelalterlichen, fantastischen Welt angesiedelt. Elfen, Zwerge, Oger und Zauberer finden sich dabei in einer Umgebung wieder, die eindeutig dem "Simpsons"-Universum zuzuordnen ist, inklusive der typischen Figuren, des typischen Humors und der Gesellschaftskritik.

Nicht nur draußen geht es heiß her, auch auf den Fernsehschirmen ist im August der Teufel los. Unter anderem kommt eine neue Serie von "Simpsons"-Macher Matt Groening auf uns zu.

Donald Trump lässt grüßen

Der König etwa, Prinzessin Beans strenger Vater, hat orange Haare, die wirr unter seiner Krone hervorschauen. Er ist cholerisch, er bellt seine Wut in kurzen Sätzen in die Welt und erinnert dabei ziemlich stark an einen US-Präsidenten, der eigentlich auch gerne König wäre.

Dass die Hochzeit zu einem totalen Desaster wird, kann der eher unglücklich agierende Monarch aber nicht verhindern. Fortan ist Prinzessin Bean auf der Flucht.

Begleitet wird sie dabei von dem Elfen Elfo, der das zuckersüße Elfenreich unter anderem verlassen hat, weil er nicht immer nur Süßigkeiten produzieren will, um für diese Tätigkeit dann mit Süßigkeiten entlohnt zu werden.

Dritter im Bunde ist Beans persönlicher Dämon Luci, der ab und zu für eine Katze gehalten wird, es tatsächlich aber faustdick hinter den Ohren hat. Der Dämon raucht, er verführt Bean zum trinken und schläft im Feuer.

Elfo ist eine grüne Version von Bart Simpson

Das Trio erlebt in der Folge aufregende Abenteuer, Prinzessin Bean erweist sich dabei als eine Mischung aus mehreren Groening-Figuren. Rebellisch wie Lisa Simpson, wehrhaft wie die Weltraum-Pilotin Leela aus Groenings zweiter Serie "Futurama", dem Alkohol und Glücksspiel zugetan wie Homer Simpson oder der Roboter Bender. Der Elf Elfo hingegen sieht rein optisch aus wie eine grüne Version von Bart Simpson, aber er stolpert ziemlich naiv durch die gefährliche, blutige Szenerie.

Wie von Groening gewohnt, ist die Serie voller Anspielungen auf die reale Welt. Im Bett liegend signalisiert Elfo einer Maus, die eine Kerze hält, diese auszublasen. Ob die Maus auf den Namen "Alexa" hört wird nicht geklärt, aber immerhin bekommen die Zuschauer einen Eindruck davon, wie "Smart Home" im Mittelalter funktioniert haben könnte.

Neben den Zitaten von Fantasy-Hits wie "Game of Thrones" oder "Herr der Ringe" verweist "Disenchantment", was auf deutsch soviel wie Enttäuschung oder Ernüchterung heißt, immer wieder auf die eigenen Vorgänger.

Fans der "Simpsons" oder von "Futurama" werden viele Figuren bekannt vorkommen. Etwa Rod und Tod Flanders, die im Elfenland am Fließband arbeiten, oder die Prostituierte Petunia aus "Futurama", die diesmal in Gestalt einer winzigen Elfe auftaucht.

Wer Groenings Serien mag, wird auch "Disenchantment" mögen

Liebhaber der beiden Vorgängerserien dürften auch "Disenchantment" aufgrund des typischen Groening-Humors schnell ins Herz schließen.

In die übergroßen Fußstapfen der "Simpsons" wird "Disenchantment" aber sicher nicht treten können, eher wird sich die Netflix-Serie an "Futurama" messen lassen müssen. Die Science-Fiction-Serie schaffte nie den ganz großen Durchbruch und wurde zwischenzeitlich abgesetzt, brachte es aber immerhin auf sieben Staffeln und erspielte sich eine bis heute treue Fangemeinde.

Eine Sache unterscheidet "Disenchantment" dann aber doch komplett von ihren beiden Vorgänger-Serien: Die Figuren haben fünf statt vier Finger! Im Groening-Universum ist das tatsächlich eine kleine Revolution. Ab Freitag, den 17. August können die ersten zehn Folgen bei Netflix angeschaut werden, eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

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